6. November 2012, 12:58 Uhr

Katie Holmes macht auf lustige Scheidung

Scheidung, Geld, Religion - Themen, die das Leben von Katie Holmes jahrelang bestimmten. Jetzt tun sie es wieder. Die Ex-Frau von Tom Cruise spielt am Broadway in der Komödie "Dead Accounts". Von Julia Kepenek

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Alleiniges Sorgerecht, erfolgreiche Modekollektion, Theaterrolle am Broadway - für Katie Holmes könnte es derzeit nicht besser laufen.©

Theater, so sagt man oft, sei die wahre Schauspielkunst. Weil sie ihren Darstellern alles abverlangt, sie schonungslos dem Publikum aussetzt, mit dem eigenen Leben konfrontiert. Für Katie Holmes dürfte es also eine ziemliche Herausforderung gewesen sein, als sie an diesem Montagabend Ortszeit die Bühne am New Yorker Broadway betrat. Knapp vier Monate nach ihrer Scheidung von Tom Cruise stand die 33-Jährige wieder im Rampenlicht. Zwar präsentierte sie bereits im September während der New Yorker Modewoche ihre eigene Kollektion, es war jedoch eine stille, kleine Darbietung, keine pompöse Modenschau.

Nun also Theater. "Dead Accounts" heißt die Komödie von Autorin Theresa Rebeck, in dem Holmes eine tragende Rolle übernahm. Sie spielt Lorna, eine frustrierte junge Frau, die wie Holmes selbst aus Ohio stammt. Eine Region in Amerika, "wo die Menschen an Gott glauben, Mayonnaise zum Kochen verwenden und Linoleum auf dem Boden haben", wie es im Stück heißt.

Es ist eine rasant-witzige Komödie, deren Dialoge verblüffend real wirken. Ein Broadway-Abend wie eine zweistündige Folge einer guten Sitcom. Nach einer gescheiterten Beziehung sucht Lorna Zuflucht bei ihren Eltern. Sie kehrt in ihr altes Zuhause, in ihr altes Leben zurück. Eine Situation, die Holmes bekannt vorkommen dürfte. Immerhin unterstützten sie ihre Eltern nach der Trennung von Tom Cruise. Vater Michael Holmes, von Beruf Anwalt, beriet seine Tochter in Detailfragen und setzte das alleinige Sorgerecht für Katies Tochter Suri durch. Und auch sonst gibt es erstaunliche Parallelen zwischen der echten Katie und der fiktiven Lorna.

Zerbrochene Beziehungen, viel Geld, Religion - das sind die zentralen Themen, um die sich "Dead Accounts" dreht. "Das Leben ist nicht das, was wir uns davon erwartet haben", stellt Lorna alias Holmes fest. Sie muss es ja wissen, schließlich verlief für die 33-Jährige nicht immer alles wie geplant. Als Teeniestar in der Fernsehserie "Dawson's Creek" gefeiert, blieb ihr der große Durchbruch in Hollywood verwehrt. Stattdessen kam Tom Cruise, machte sie zu seiner dritten Ehefrau und dem schönen Anhängsel auf dem roten Teppich.

2008 spielte Holmes erstmals am Broadway

Dass diese Ehe nicht ewig halten würde, ahnte man schon 2008. Da probte Holmes das erste Mal den Aufstand und zog zeitweise nach New York, um am Broadway in dem Arthur-Miller-Stück "All My Sons" zu spielen. Bei ihrem Debüt waren noch alle Augen auf Cruise gerichtet, der die Theaterauftritte seiner Frau argwönisch verfolgte. Jetzt, drei Jahre später, steht endlich Holmes im Mittelpunkt. "Dead Accounts" wurde mit Szenenapplaus und stehenden Ovationen gefeiert. "Sie hat das toll gemacht", sagt eine Zuschauerin. "Mir hat es wirklich imponiert, dass eine so elegante und erfolgreiche Frau sich darauf einlässt, so ein Stück zu machen. Das wirkt bescheiden und beeindruckend."

Und dass, obwohl Holmes nicht mal die Hauptrolle spielt. Die übernahm der erfahrene Theatermann Norbert Leo Butz. Er gibt Jack, den Bruder von Lorna, der so kluge Sachen sagt wie: "Geld und Religion sind die dummen Sachen, mit denen wir die Löcher in unseren Herzen schließen". Oder: "Wir hier im Mittleren Westen sind zu nett, um gemein zu sein". Aussagen, die Katie Holmes ebenfalls vertraut sein dürften. Immerhin war sie, das nette Mädchen aus Ohio, fast sechs Jahre mit Scientology-Sklave Tom Cruise verheiratet. Geld besaß das Paar im Überfluss. Religiöse Kontrolle vermutlich auch. Dass diese Bezeihung kein glückliches Ende nahm, ist bekannt. Aber auch in "Dead Accounts" kommt es zu einer überraschenden Wende. Ganz wie im echten Leben der Katie Holmes.

mit DPA
 
 
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