Der Sohn des berühmten Schauspielerpaars Nathalie und Alain Delon wurde in jungen Jahren mit kleineren Filmrollen bekannt, für Schlagzeilen sorgte er aber eher mit seinen Affären.

Anthony Delon, 42, in der Lobby des Pariser Luxushotels "George V"© Tobias Stäbler
Nein, warum?
Man muss als Buddhist doch nicht unbedingt meditieren. Hauptsache, man versteht, worum es bei dieser Religion wirklich geht, und verinnerlicht die wichtigsten Regeln. Zum Beispiel, dass wir alleine nichts sind und nur zusammen mit anderen existieren können.
Ich war mir einfach nicht sicher, ob ich das wirklich werden wollte.
Am Anfang sicher aus den falschen Gründen. In meinem zweiten Film "La femme fardée" spielte ich nur, weil mein Agent das wollte. Ich führte damals ein wildes Leben, ging viel aus, war nicht ernsthaft bei der Sache. Der Film wurde dann auch nicht sehr gut. Danach wurde ich von allen Kritikern, die mich noch für "Chronik eines angekündigten Todes" über den grünen Klee gelobt hatten, verrissen.
Heute weiß ich, dass sie recht hatten - aber damals war ich unglaublich verletzt. Also beschloss ich, es ihnen zu zeigen, und kniete mich in die Arbeit. Es dauerte allerdings Jahre, bis ich mir ganz sicher war, dass die Schauspielerei das Richtige für mich ist.
Absolut. Ich bin aber auch froh, wenn ich mal gar nicht arbeiten muss.
Habe ich das auch in meinem Blog geschrieben? Ich bin vor allem wegen meiner Kinder nach Kalifornien gezogen. Ich wollte, dass sie mit einer weiteren Kultur aufwachsen. Außerdem hatte meine kleinere Tochter in Paris wegen des Smogs ständig mit Husten zu kämpfen.
Alles nur Episoden. Das sollte doch erlaubt sein. Nein, ich habe vor dem Umzug in die USA die Mutter meiner Töchter geheiratet. Sie ist auch Französin.
Die sind eigenartig. Das Äußere ist oft perfekt, weil sie sehr viel dafür tun. Aber sie sind wenig entspannt und bei Weitem nicht so offen und sinnlich wie Europäerinnen.
Nein, ich weiß nicht einmal, was sie macht.
Wir sehen uns nicht allzu oft, da wir auf verschiedenen Kontinenten leben. Aber seit er wieder arbeitet, geht es ihm auch besser.
Ich möchte in Paris mein eigenes Theater haben. Sicher, ich habe eine nette Familie, aber meine Töchter sind noch klein, und ihre Erziehung ist noch lange nicht abgeschlossen. Ob man wirklich was im Leben erreicht hat, kann man doch erst am Ende seiner Tage sagen.
Interview: Juliane Lutz
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 39/2007
Zur Person Anthony Delon wird 1964 als Sohn des Schauspielerpaars Alain und Nathalie Delon geboren. Vier Jahre später lassen sich die Eltern scheiden, der Junge wächst abwechselnd bei Mutter, Vater und in Internaten auf. Nach einer wilden Jugend - u. a. ein Monat Gefängnis wegen illegalen Waffenbesitzes -versucht sich Delon als Geschäftsmann, Rennfahrer und Schauspieler. Mittlerweile ist er eine feste Größe in französischen wie US-Fernsehfilmen und schreibt Drehbücher. Seit Sommer 2006 lebt er mit seiner Frau Sophie und den Töchtern Lou und Liv bei Venice in Kalifornien.