Die Tochter von Franz Josef Strauß galt als großes politisches Talent der CSU. 2005 wurde sie nach mehreren Skandalen aus dem Amt der bayerischen Kultusministerin entlassen.

Monika Hohlmeier, 44, mit Hündin Brandy vor ihrem Haus bei München© Falk Heller / argum
... dann schlaf ich trotzdem ruhig. Wir hatten Probleme, aber die CSU war immer stark genug, diese zu bewältigen.
Mir geht es jetzt gesundheitlich und persönlich gut. Der Untersuchungsausschuss des Landtags hat vor Kurzem falsch gegen mich erhobene Vorwürfe klargestellt. Kurz vor meinem Rücktritt wollten mir "Parteifreunde" netterweise einen Geliebten andichten. Den Geliebten hat es nicht gegeben, und mit Magersucht konnte ich auch nicht dienen. Die Journalisten, denen die "Story" gesteckt worden war, habe ich entsprechend informiert, sodass sofort wieder Ruhe einkehrte. Anscheinend bilden sich manche ein, dass man vom Verbreiten persönlicher Gemeinheiten politisch profitiert.
Horst Seehofer ist lange genug im Geschäft. Er braucht sicher keine Ratschläge von mir. Ich kann nur sagen: Persönliche Diffamierungen auf tiefstem Niveau, von wem und aus welchem Grund auch immer sie verbreitet werden, führen zur Destabilisierung der Partei und einem Ansehensverlust der Politik in der Öffentlichkeit.
Da sind wir beide erwachsen genug, um das eine vom anderen zu trennen. Edmund Stoiber ist und bleibt ein Freund und aufmerksamer Pate meines Sohnes. Zu Geburtstagen oder an Weihnachten schenkt er ihm immer Bücher über Computer oder Informatik, die Markus sehr interessieren.
Frau Pauli, die als Landrätin gute Arbeit leistet, hat sich zu Recht gegen eventuelle persönliche Nachstellungen gewehrt. Ich kenne sie nur aus der politischen Arbeit, aber ich glaube, dass sie danach von den Medien hochgeschrieben wurde und ihr letztendlich der Rummel über den Kopf gewachsen ist. Was in Passau geschah, war eine emotionale Reaktion der Basis, die ihrem Ministerpräsidenten einen schönen Abgang bereiten wollte.
Es geht mir so gut wie lange nicht mehr. Ich habe mehr Zeit und studiere im vierten Semester Volkswirtschaft. Meine Tochter, die in München BWL studiert, ist sozusagen meine Kommilitonin.
Die Freude am politischen Gestalten hat ebenso wenig abgenommen wie mein Wunsch, unabhängig zu sein. Die Leidenschaft für Politik ist geblieben. Ich nehme mein Mandat als Abgeordnete ernst und werde mich vom Parlament aus einbringen. Ich will in der Politik bleiben - und was die Zukunft bringt, werde ich sehen.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 27/2007
Zur Person Monika Hohlmeier, 1962 in München geboren, lernte zunächst Hotelkauffrau. Als Gemeinderätin, Landtagsabgeordnete, Staatssekretärin und Kultusministerin machte sie eine steile CSU-Karriere. 2005 musste sie ihr Ministeramt aufgeben, nachdem sie angeblich Parteifreunde ausgeforscht hatte und in den Verdacht geraten war, von Wahlmanipulationen in der Münchner CSU gewusst zu haben. Seitdem ist die zweifache Mutter nur noch Abgeordnete und lebt mit ihrem Mann in München.