Kanye West hat jetzt seine eigene Religion

15. Januar 2014, 18:05 Uhr

Sein Spitzname ist "Yeezus" und er bezeichnet sich selbst als Gott. Jetzt haben Unbekannte dem Rapper Kanye West eine eigene Glaubensgemeinschaft gewidmet. Eigentlich nur logisch. Von Timo Brücken

Kanye West, Yeezus, Yeezianity, I am God

Rappender Messias: Einige Leute haben Kanye Wests Textzeile "Ich bin ein Gott" möglicherweise ein bisschen zu ernst genommen.©

Es war nur eine Frage der Zeit: Wenn ein Prominenter sich selbst als Gott bezeichnet und so gnadenlos selbstherrlich auftritt wie Kanye West, kann es eigentlich nicht lange dauern, bis ihm seine Fans das Gerede glauben - und eine Religion gründen. Genau das ist nun passiert: In den USA hat ein Unbekannter die Glaubensgemeinschaft "Yeezianity" ins Leben gerufen, abgeleitet von "Yeezus", dem neuesten Spitznamen des Rappers.

Die Bibel der angeblich "besten Kirche aller Zeiten" ist die Website Yeezianity.com, auf der Interessierte Schritt für Schritt an die neue Religion herangeführt werden. Unter "Unser Erlöser" erfährt man zum Beispiel über West: "Er hat der Welt gezeigt, welches kreative Potenzial in einem menschlichen Wesen steckt, und er ist ein Vorbild in Sachen Verhalten und Ethik." Das "Dogma" der Yeezianisten ist aus verschiedenen Liedtexten des Rappers zusammengewürfelt, unter anderem dem mit der berüchtigten Zeile "Ich bin ein Gott".

Geld spielt keine Rolle

Den Kern der Kanye-West-Religion bilden wiederum die "fünf Säulen": Niemandem dürfe das Recht auf Selbstverwirklichung verwehrt werden, heißt es da zum Beispiel in Säule zwei. Und Säule drei besagt: "Geld ist unnötig, außer als Tauschmittel". Eine interessante Aussage für Fans eines goldkettenbehängten Rappers, der "beeilt euch mit meiner Massage" auf "holt mir den Porsche aus der Garage" reimt. Vieles an "Yeezianity" passt jedenfalls wie die Faust aufs Auge von Wests Größenwahn.

Kanye West, Yeezus, Yeezianity, I am God

"Unser Erlöser": So sehen die Anhänger von "Yeezianity" ihr Idol.©

Ist also vielleicht alles nur Satire? Der Gründer sagte dem Magazin "Vice" jedenfalls, er wolle lieber anonym bleiben. Angeblich würde es den Zielen seiner Religion schaden, wenn sein Name zu eng damit verbunden würde. Vielleicht hat er aber auch einfach nur Angst vor dem Zorn seines Messias: Gerade erst hat West die Erfinder von "Coinye" verklagt. Sie hatten ihrem Idol eine eigene digitale Währung à la Bitcoin gewidmet.

Trotzdem noch Interesse an "Yeezianity"? Der Beitritt ist ganz einfach: Die Worte "Ich glaube an Yeezus" auf ein Blatt Papier schreiben, es sich vors Gesicht halten und ein Foto davon an i.believe@yeezianity.com schicken.

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