Wenn demnächst eine von Karl Lagerfeld für H&M entworfene Kollektion in die Läden kommt, dann ergibt sich die Haute Couture endgültig der Straßenmode. Ein Gespräch mit dem bekanntesten Designer der Welt.

Karl Lagerfeld im Interview mit dem stern© Volker Hinz
Nee. Bei den meisten Männern macht das ja die Ehefrau. Bei mir übernehmen das die inneren Stimmen. Ich bin meine eigene Jeanne d'Arc.
Weil ich die Schweden klasse finde. Und weil ich an zwei Dinge glaube: an ganz teuer und an ganz preiswert. Echte Juwelen kombiniert mit falschen Klunkern - das ist die alte Idee von Coco Chanel.
Die haben eine Umfrage gemacht: Wer ist der bekannteste Modedesigner der Welt?
Bei der Jugend sollen Sie besonders gut ankommen. Der Witz ist ja, dass mein Look nicht besonders trendy ist. Der Look eines Niemand. Das schätzen die Jungen offenbar. Die Alten sind es, die mich hassen. Warum wohl? Weil sie bei meinem Anblick glauben, sie müssten sich jetzt auch Mühe mit ihren Bierbäuchen geben. Wenn man aber sein Leben lang gesoffen und geraucht hat, dann ist der nur schwer wegzubekommen.

Ein Model wird während des Fotoshootings geschminkt© H&M
Nein! H&M will mich auf den Plakaten, weil ich der Beweis dafür bin, dass man in diese Kleider überhaupt noch reinkommt. Das glaubt doch sonst kein Mensch.
Ein schwarzer Cashmere-Rolli für 40 Euro. Der hat einen weißen Streifen am Kragen, das sieht schön gepflegt aus. Ich mag nicht gern schmuddelig sein.
Das Einzige, was die mir gesagt haben: "Bitte kein Chanel!"