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11. März 2008, 11:53 Uhr

"Ohrfeigen müssen zum Tabu werden"

Kinder werden immer wieder Opfer von Gewalt. Der Journalist Manfred Karremann hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Im stern.de-Interview berichtet über seine bedrückenden Erfahrungen und sagt, was für Folgen eine einzige Ohrfeige haben kann.

Der Teddy als einziger Freund: "Für Kindesmisshandlung muss es empfindliche Strafen geben"© Picture-Alliance

Herr Karremann, warum beschäftigen Sie sich mit dem Thema Gewalt gegen Kinder?

Ich bin ausgebildeter Sozialarbeiter und habe früher im Jugendamt gearbeitet. Ich habe mich zudem vor einigen Jahren intensiv mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern beschäftigt. Viele der davon betroffenen Kinder kommen aus Familien, in denen geschlagen wird. Im Sommer 2007 habe ich dann mit den Recherchen über Gewalt gegen Kinder angefangen. Denn ich hatte das Gefühl, dass es wichtig wäre, dieses Thema an die Öffentlichkeit zu bringen. Zwar wurde zwischendurch viel darüber gesprochen, vor allem durch die toten Kinder in Darry und den Fall Lea-Sophie im Herbst 2007. Aber durch solche aufsehenerregenden Ereignisse kocht das Thema nur kurz hoch, es ändert sich jedoch nichts.

Und das ist Ihr Ziel?

Ja, es muss das Ziel sein, die Kindesmisshandlung zu reduzieren, abschaffen wird man sie leider nicht können. Deshalb wird mein Projekt auch nach der heutigen Sendung weitergehen, in der ich mich hauptsächlich dem Fall Karolina widme (Die Dreijährige wurde 2004 nackt und kahlgeschoren in einer Kliniktoilette in Bayern gefunden, sie starb zwei Tage später an einer Gehirnblutung. Ihre Mutter und ihr Lebensgefährte wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, Anm. der Red) Nach der heutigen Sendung im ZDF wird sich der stern im neuen Heft mit dem Thema befassen. So auch der TV-Sender 3sat in der Sendung "Scobel" am 17. April.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse Ihrer Recherchen?

In den Gesprächen mit den Experten kam heraus, dass es oft bestimmte Konstellationen gibt, die Gewalt gegen Kinder begünstigen und die auch für Außenstehende erkennbar sind. Kinder sind in Haushalten gefährdet, wo ständig gestritten wird. Ein Anzeichen ist auch, wenn man ein Kind lange nicht sieht. Gemeinsam ist vielen Fällen, dass es oft der Lebensgefährte einer Mutter ist, der das Kind misshandelt, weil er nur ein Interesse an der Mutter hat. Wenn hier noch Alkohol, Drogen und unsichere soziale Verhältnisse dazukommen, ist die Gefahr für Kinder sehr groß. Die Fürsorge für das Kind tritt dann in den Hintergrund, haben mir Ärzte gesagt.

Während Ihrer Recherchen haben Sie Betroffene getroffen, also auch Täter und Verwandte der misshandelten Kinder. Wie war hier die Bereitschaft, über dieses Thema zu sprechen?

Es war nicht einfach. Denn natürlich sind diese Menschen pressescheu und nicht sehr zugänglich. Aber gerade die Mutter von Karolina, wie auch andere Mütter, wollte etwas gut machen. Sie hat darüber gesprochen, weil sie das Gefühl hat, so zumindest anderen Kindern helfen zu können.

Haben Sie den Eindruck, dass Deutschland kinderfeindlich ist?

Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, dass viele Kinder durch die Arbeit und die Sorgen der Menschen zur Nebensache geworden sind. Viele Eltern sind überfordert. Dies ist übrigens kein Unterschichtenphänomen, sondern kommt in alle Schichten vor.

Ist denn die Ohrfeige immer noch Teil der Erziehung?

Das ist schon sehr verbreitet. Viele Leute sagen immer noch: 'Eine Ohrfeige schadet nicht, mir hat sie auch nicht geschadet.' Dies zu ändern, ist eines meiner Hauptziele. Ohrfeigen müssen zum Tabu werden. Denn wenn einmal angefangen wurde zu schlagen, sinkt die Schwelle, weiterzuschlagen. Auch muss den Menschen klar gemacht werden, dass kleine Kinder schwere körperliche Schäden davontragen oder sogar sterben können, wenn man sie ohrfeigt oder sie zu stark schüttelt. Man sieht es am Fall Karolina. Dieses Kind wurde mit Feuer gequält, mit dem Gürtel geschlagen: Gestorben ist sie am Schluss aber durch die Nachwirkungen einer Ohrfeige.

Wie erklären sich das die Ärzte?

Das liegt an der Rotationsbewegung des Kopfes die dabei entsteht. Es kommt bei einer Ohrfeige darauf an, wie sie trifft, nicht unbedingt wie stark sie war. Ein Kind, das geohrfeigt wird, kann später dadurch sogar behindert sein.

Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts hat kürzlich in einem Interview suggeriert, die vielen Kindstötungen in Ostdeutschland seien ein Erbe der Abtreibungspraxis der DDR. Was halten Sie von dieser These?

Dass Mütter im Osten ihre Kinder töten, weil es heute schwieriger ist, abzutreiben, würde ich nicht sagen. Aber in den Gesprächen mit Ärzten hat sich ein anderer Zusammenhang zwischen Abtreibung und Kindstötungen ergeben: Viele Frauen, die ihre Babys ausgesetzt, misshandelt oder sogar getötet haben, hatten zuvor abgetrieben, zum Teil mehrfach.

Die Frauen haben also ein- oder zweimal abgetrieben und dann das dritte oder vierte Kinde misshandelt oder getötet?

Ja, diesen Zusammenhang haben einige Ärzte hergestellt. Ich will das nicht bewerten oder die Frauen nicht in eine Ecke stellen. Aber eines ist wichtig: Ich glaube nicht, dass dieses Phänomen etwas mit West oder Ost zu tun hat, da gibt es keine Unterschiede.

… auch nicht im Umgang mit Kindern generell?

Nein, es gibt keinen Unterschied zwischen Ost und West. Das Problem im Osten, aber auch in manchen Teilen Westdeutschlands, liegt woanders: In vielen Gebieten gibt es zuwenig Hilfsangebote, etwa Babyklappen.

Hatten Sie denn den Eindruck, dass es etwa bei Behörden den Willen gibt, etwas gegen die Gewalt gegen Kinder zu tun?

Ja, schon. Zumindest bei Ärzten, Kinderkliniken oder der Polizei. Also bei Leuten, die sich seit Jahrzehnten mit dem Thema beschäftigen. Dort wurden überall tolle Projekte auf die Beine gestellt. Doch erstens gibt es solche Dinge meistens nur in großen Städten, es gibt also keine flächendeckende Hilfe. Und zweitens werden diese Angebote von der Politik bislang nicht ausreichend koordiniert.

Was sind Ihre Lösungsvorschläge?

Natürlich muss es weiter Leute geben, die neben ihrem normalen Job Projekte anschieben. Aber es muss flächendeckende Hilfe geben, um zu verhindern, dass Situationen in Familien eskalieren. Ein Beispiel: Es muss überall leicht erreichbare Ansprechpartner für Krisenintervention geben, die optimalerweise auch einen Notruf anbieten. Hier sollten sich Eltern hinwenden oder sogar ihre Kinder abgeben können. Ganz wichtig: Es muss klar sein, dass sie sich nicht gleich Sorgen machen zu müssen, ihre Kinder ganz zu verlieren. Aber auch Verwandte und Nachbarn müssen sich hier äußern können, wenn sie einen Verdacht auf Misshandlung haben. Wichtig wäre es auch, die Hemmschwelle zu senken, Kinder ins Krankenhaus zu bringen.

Was meinen Sie damit?

Wenn jemand sein Kind geschlagen hat, es aber sofort freiwillig ins Krankenhaus zur Versorgung bringt und zugibt, einen Fehler gemacht zu haben, muss er straffrei ausgehen.

Also Zuckerbrot statt Peitsche?

Nicht immer, denn ein bestimmte Klientel versteht oft nur die Sprache der Staatsgewalt. Also muss klar sein, dass es eine empfindliche Strafe nach sich zieht, wenn jemand erwischt wird, dass er ein Kind schlägt Und wenn es "nur" eine Ohrfeige ist.

Thema Kindesmisshandlung im TV:

Thema Kindesmisshandlung im TV: Dienstag, 11. März 2008, 22.15 Uhr: ZDF, "37º Spezial": "Was geschah mit Karolina?" von Manfred Karremann. Danach Hintergrunddiskussion "37º plus" unter der Leitung von Thomas Bellut - unter anderem mit Harald Mau, Direktor der Kinderchirurgischen Klinik an der Berliner Charité, der ein Netzwerk von Ärzten, Psychologen und Familientherapeuten gegründet hat; mit dem Hamburger Pastor Thies Hagge, der nach dem Tod der kleinen Jessica in Hamburg das Projekt "Arche" für vernachlässigte Kinder gründete; mit der Jugendamtsdezernentin Anke Otto aus Berlin-Steglitz, die Einblick in die Situation der Jugendämter gibt und für den Aufbau von vernetzten Frühwarnsystemen plädiert.

Manfred Karremann als Buchautor Sie lauern auf Spielplätzen, in Schwimm¬bädern und Sportanlagen: Männer auf der Suche nach Kindern. Für den stern und das ZDF tauchte stern-Mitarbeiter Manfred Karremann ein Jahr lang inkognito in die geheime Welt der Pädophilen ab und beschrieb seine Erlebnisse und Erfahrungen in der zweiteiligen stern-Serie "Unter Kinderschändern" (stern Nr. 45 und 46/2003). Nach der Aufsehen erregenden stern-Serie und der filmischen Aufarbeitung der Karremann-Recherche im ZDF gab es Anfragen von Polizeidienststellen und psychologischen Beratungsstellen, Razzien und Festnahmen im Umfeld der aufgedeckten Fälle. Im vergangenen Herbst hat Karremann, inzwischen auch als Referent bei der Spezialausbildung des Bundeskriminalamts tätig, ein Buch zum Thema geschrieben: "Es geschieht am helllichten Tag – Die verborgene Welt der Pädophilen und wie wir unsere Kinder vor Missbrauch schützen" (Dumont-Verlag, 256 Seiten, 17,90 EUR). Das Buch richtet sich vor allem an Eltern, informiert, wie geschickt sich Pädophile an Kinder heranmachen, was Polizei und Therapeuten unternehmen. Und gibt Tipps und Ratschläge – was etwa zu beachten ist, wenn Kinder allein unterwegs sind oder auswärts übernachten, wenn Babysitter und Nachhilfelehrer engagiert werden. Oder, im schlimmsten Fall: wie man reagiert, wenn es schon passiert ist.

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Interview: Malte Arnsperger
 
 
KOMMENTARE (10 von 81)
 
Livia008 (13.03.2008, 16:16 Uhr)
@Xennia
Selbstverständlich bin ich auch für Strafen. Nur das Schlimme ist,dass misshandelte Kinder lebenslang unter ihren traumatischen Erlebnissen zu leiden haben, die Täter aber selbst bei einer lebenslangen Strafe bei uns schon wieder nach 15 Jahren draußen sind.
Xennia (13.03.2008, 13:00 Uhr)
Strafen für Misshandler
Wer immer noch rechtfertigt, dass Schläge gegen wehrlose Kinder in irgendeiner Form gerechtfertigt sein können, der sollte sich klarmachen, dass er einen Gesetzesbruch begeht. Nach deutschem Recht ist jegliche körperliche oder psychische Misshandlung des Kindes, dazu gehören auch Ohrfeigen und Demütigung, verboten und können entsprechend bestraft werden. Es gehört zu den größten Verbrechen, Kinder für ihr Leben zu schäden.
slowmovement (13.03.2008, 11:53 Uhr)
Ohrfeigen sind Kindesmisshandlung
Dieser Artikel ist so wichtig, das Thema müsste ein tägliches in der gesamten Presse sein! Ohrfeigen stellen tiefe Verletzungen da, psychisch und oft auch mit physischen Langzeitfolgen, besonders bei kleineren Kindern. Das ganze Spektrum von Kindesmisshandlungen tritt bei allen Schichten, allen Bildungsniveaus auf. Die feindselige Haltung gegenüber dem Kind wird mit haltlosen Klischees wie "Grenzen setzen müssen", "Kinder muss man nicht fordern", "Erziehung zum Guten" gerechtfertigt. Dabei sind die Ursachen nur in der eigenen gewalttätigen Erziehung zu suche, von der man sich nicht distanzierte. Das muss aber geschehen, wird eigegen Schmerz und Trauer verursachen, wodurch aber der Weg zu Mitgefühl, Vertrauen gegenüber dem eigenen Kind frei wird, zu einer echten Kommunikation und der grundlegenden Erkenntnis: Kinder kommen nicht böse auf die Welt und bedürfen keiner Korrektur. Sie lernen gern, vertrauen ihren Eltern total und genießen ein friedliches Zusammenleben. Um diesen guten Anlagen sowie der gesamten emotionalen und Intelligenzentwicklung eine gute Entfaltung zu ermöglichen, müssen Erwachsene ihre angelernte destruktive Machtausübung gegenüber Kindern ablegen, sich auch dabei gegenseitig unterstützen. Eine friedliche Zukunft für alle hängt davon ab.
marielca (13.03.2008, 09:37 Uhr)
@Livia008
vielen lieben Dank
Livia008 (13.03.2008, 09:27 Uhr)
@Marielca
Danke! - Ich hoffe, ihr Beitrag wird von allen hier gelesen, die glauben Kinder bräuchten Schläge. - Ich wünsche Ihnen in ihrem künftigen Leben alle Liebe, die man auf dieser Welt bekommen kann!
marielca (13.03.2008, 04:38 Uhr)
bildung gibts auch...
- nicht, das jetzt gedacht wird: nem menschem dem das passiert ist: hätte keine bildung, oder die sog.Eltern hätten keine bildung: alle beteiligten haben studiert...gewalt gegen kinder + auch gegen frauen findet in jeder!sog.
schicht statt.und sie geht nicht auch nicht unbedingt immer von männern aus.
marielca (13.03.2008, 04:03 Uhr)
Ein Intelligenter Erwachsener "muss"nicht schlagen, um
zu erreichen, das ein kind was lernt.
hab ich nicht so gemacht und mein kind macht es mit seinem kind jetzt auch nicht so. warum auch?
natürlich sagt ein kind nicht immer zu allem: ja, mach ich so, wie ihr wollt. ein kind is nen eigenständiger kleiner mensch mit eigenem willen.
aber wenn es liebe gibt, versteht das kleine menschenkind schon,das man es gut mit ihm meint. und dann nimmt es auch das an, was man ihm sagen willl.wenn man meint, mann müsse es dringend dominieren, damit es "funktioniert"- sollte man sich selber hinterfragen.- also das, was mit einem gemacht wurde.
ein kind ist kein "raubtier", was man irgendwie dressieren muss + wenn man evtl. selbst so behanbelt wurde, weil die eigenen eltern es nicht besser wussten, heisst das ja noch lange nicht, das man es selber genauso machen muss.schliesslich liebt man ja sein kleines kind- + das zieht doch garnicht wie ein -"dringend zu dressierendes raubtier aus, oder":)
marielca (13.03.2008, 03:30 Uhr)
ich schreib das, damit das aufhört
damit jeder, der das liest - versteht, das es unbedingt nötig ist zu helfen.
und bitte niemand mehr wegschaut.
ich schreib das nicht etwa, weil ich irgendne art von mitleid möchte. ich habe aber den eindruck, das es nötig ist, das von mir erlebte in aller deutlichkeit zu schreiben, damit sich leute - mehr- mitverantwortlich fühlen- und helfen.wie auch immer sie das tun. u.U. hilft auch ne anzeige. auf jeden fall: nicht wegschauen, nicht denken- "die lieben ihre kinder doch + wer weiss, ob es den kindern woanders schlechter geht". es is ja heutzutage auch nicht mehr so, das den eltern die kinder immer weggenommen werden.mittlerweile wird ja bei überforderten eltern immer versucht in der art zu helfen,das die kinder bei den eltern bleiben können. wenn man merkt, da stimmt was überhaupt nicht,bitte keine "skrupel"
marielca (13.03.2008, 03:10 Uhr)
wenn ein kind nicht spricht..
- nachfragen
wenn es dann verstört reagiert-ängstlich is-hilfe! organisieren- nicht unbedingt jugendamt- was sich dann mal bei den eltern anmeldet- so war es bei mir - ein einziges mal war es so - das wenigstens das jugendamt kam-und dann hiess es von meiner "mutter" - jetzt
kommt das jugendamt und ich hab jetzt kuchen gebacken und ihr sagt jetzt, das ist hier jeden tag so und wenn nicht, dann könnt ihr was erleben, wenn die wieder weg sind...
es gibt nen kinderschutzbund-irgendwas- schaut! nicht weg!
marielca (13.03.2008, 02:42 Uhr)
immer weggeschaut
vor lauter hass und schuldzuweisung sie ihr eigenes leben vergiftet.
sagt sie zu sich selbst?- bzw. ich für sie.-wenn ich jetzt auf die art schreibe-
( sie!- diese frau- die biologisch meine mutter ist).
vielleicht sagt sie das auch nicht zu sich.
vergessen hat sie vielleicht:
das sie mich andauernd gradezu zusammengeschlagen hat.
das sie mir gesagt hat, ich soll tot sein und sei an allem schlud.
das sie mich mit dem kopf solange gegen die wand geschlagen hat, bis ich einen tunnelblick hatte- nichts mehr richtig sehen konnte und mich dabei – immer wieder gefragt hat: warum hast du das gemacht?
-solange , bis ich ihr die antwort darauf gegeben habe, von der ich dachte, das sie doch dann bitte aufhört, mich weiter mit dem kopf gegen die wand zu knallen:
das war der satz, den ich schon so oft von ihr gehört hatte: " ich will dir sagen warum: weil du dumm bist."
den satz hab ich dann wirklich selbst gesagt... warum?
damit es aufhört!
damit ich nicht mehr weiter mit dem kopf gegen die wand geknallt werde.
aber nein- diese selbstdemütigung hat auch nichts geholfen.
im gegenteil- da ist sie erst richtig ausgerastet.
ein anderes mal hat sie versucht mich in der badewanne zu ertränken.
ich war 11 jahre alt.
sie war eine lehrerin! an einer grundschule!
die nachbarn haben viel gehört-niemand hat geholfen.
ich war in der schule mit blauen flecken und hab gesagt, ich sei die treppe runtergefallen. ich hab nicht mal gesprochen! – war sozusagen verhaltensauffällig!
alle! haben in dieser kleinstadt gewusst, was los is- das ausmass nicht, aber das da was überhaupt nicht stimmt- haben alle gewusst!
niemand! hat geholfen!
ich bin eingesperrt worden und wie das alles genau war, führt hier zu weit.
ich habe es aber mit 12 jahren geschafft, da wegzukommen.
das alles ist jetzt lange jahre her und leider hatte ich in der zeit, wo es noch möglich gewesen wäre( verjährung gibt es für täter, aber nicht für opfer – die leiden immer weiter), nicht genügend unterstützung/kraft – um eine anzeige gegen diese frau zu machen. diese völlig! kranke person hat , - wenn denn rente mit 65- noch bis vor 6! jahren grundschulkinder unterrichtet- und das mit wissen des schulamtes- das die eigene Tochter vor ihr aus dem 4.stock sich abgeseilt hat ( anders gings nicht wegen permanenter kontrolle- abholen von der schule + ansonsten einsperren).
es stand das damals alles in der zeitung.
das hat das schulamt aber nicht interessiert.-
warum?...
ich hab mir die wirbelsäule damals angebrochen, aber wenigstens lebe ich noch.
hätte ich das nicht gemacht,( abseilen aus dem 4. stock + glück gehabt) würde ich heute nicht mehr leben.
wie geht’s mir heute?
abgesehen mal davon, das ich unter permanten körperlichen schmerzen leide + jede nacht albträume hab – und das sind albträume von dieser zeit –und mich jeden morgen aus diesen –fast vernichtenden- träumen- rauskämpfen muss-
geht’s mir "ganz gut".
ich hab ne eigene familie- und im gegensatz zu dem, was oft behauptet wird-das es zwangsläufig sei- nichts von diesem misshandeldem dreck weiter gegeben.
kontakt zu dieser "ursprungsfamilie" hab ich nicht mehr. es ist auf jeden fall ein blödsinn , zu behaupten, mensch hätte keine chance, wenn einem das passiert ist
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