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13. Januar 2011, 06:57 Uhr

Main-Wasser steht Oberkante Unterlippe

Während der Main in Frankfurt die Hochwasserbarrieren am Römer erreicht, entspannt sich weiter flussauf in Wertheim die Lage etwas. Allerdings: Am Oberlauf des Stroms regnet es schon und im Laufe des Tages soll es stundenlang richtig schütten - eine Unwetterwarnung gilt.

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Der Frankfurter Feuerwehr-Chef Reinhard Ries steht an den Hochwasserbarrieren am Eisernen Steg© Boris Roessler/DPA

Die Fluten des Mains umspülen seit dem frühen Donnerstag die künstlichen Hochwasserbarrieren vor dem Römer in der Innenstadt. "Das Wasser steht unmittelbar an den Mauern und staut sich dort bereits wenige Zentimeter", sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen. Mit Stand von 5 Uhr verharrte der Pegelstand des Flusses seit rund drei Stunden bei 4,68 Metern.

Einige Stunden zuvor am Mittwochabend waren es noch zehn Zentimeter weniger gewesen. Zum Stagnieren der Fluten am Morgen sagte der Sprecher: "Wie es weitergeht, können wir noch nicht abschätzen." Die Behörden in der Finanzmetropole erwarten das schwerste Hochwasser der vergangenen Jahre. 2003 hatte es die Marke 5,19 Meter gegeben.

Wasser weicht zurück, aber neuer Regen kommt

Weiter südlich den Fluss hinauf, in Wertheim im äußersten Norden Baden-Württembergs, weicht die Flut hingegen mit jeder Stunde weiter aus der Altstadt - aber die Ankündigung von herannahendem Dauerregen bereitet den Behörden Kopfzerbrechen. "Am Oberlauf des Mains regnet es momentan schon", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Morgen. Der Deutsche Wetterdienst DWD hatte für Wertheim im Main-Tauber-Kreis "von Mittwochabend bis Freitag früh ergiebige Regenfälle" angekündigt. Bei der Stadt fließt die Tauber in den Main. Am Mittwoch waren zwei Drittel der historischen Altstadt Wertheims überflutet. Betroffen sind etwa 1000 Menschen und 400 Gebäude.

70 Liter Regen pro Quadratmeter

Bis zum Freitag seien bis zu 70 Liter pro Quadratmeter möglich, hieß es auf der DWD-Internetseite. Tritt diese Prognose ein, könnte der 24.000 Einwohner zählenden Stadt neues Ungemach drohen und die herbeigesehnte Entwarnung noch einmal in weite Ferne rücken. Die Welle aus Baden-Württemberg könnte dann auch Hessen beeinflussen.

Am Morgen ohne Regen schaute jedoch alles vielversprechend aus und das Wasser sank pro Stunde um etwa zwei Zentimeter. "Wir haben jetzt 5,61 Meter", sagte der Sprecher - 19 Zentimeter unter dem Höchststand vom Mittwoch. Wegen der Regenwarnung wolle aber noch niemand so recht glauben, dass das Schlimmste überstanden sei, sagte der Sprecher.

swd/DPA
 
 
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