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Ex-Bestatter für Schummelei mit Urnen verurteilt

In den Urnen war die Asche anderer Toter oder Kies mit Sand. Ein ehemaliger Bestatter wurde deshalb zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Das Krematorium habe nicht rechtzeitig geliefert, sagte er.

  28.08.2013 IMP_B_STERN_AGT_DPA   ARCHIV - Urnen stehen am 28.03.2012 in einem Ausstellungsraum eines Bestatters. Im Betrugsfall um Urnen im falschen Grab beginnt am 28.08.2013 vor dem Amtsgericht Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) der Prozess gegen einen früheren Bestatter. Der Mann soll bei Begräbnissen die Asche anderer Verstorbener oder mit Kies und Sand gefüllte Urnen beigesetzt haben. Foto: Maurizio Gambarini/dpa (zu dpa/lrs «Urnen im falschen Grab - Prozess gegen Bestatter" vom 28.08.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++

28.08.2013 IMP_B_STERN_AGT_DPA
ARCHIV - Urnen stehen am 28.03.2012 in einem Ausstellungsraum eines Bestatters. Im Betrugsfall um Urnen im falschen Grab beginnt am 28.08.2013 vor dem Amtsgericht Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) der Prozess gegen einen früheren Bestatter. Der Mann soll bei Begräbnissen die Asche anderer Verstorbener oder mit Kies und Sand gefüllte Urnen beigesetzt haben. Foto: Maurizio Gambarini/dpa (zu dpa/lrs «Urnen im falschen Grab - Prozess gegen Bestatter" vom 28.08.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Für einen Schwindel mit Urnen hat ein ehemaliger Bestatter in Rheinland-Pfalz eine Bewährungsstrafe bekommen. Der 41-Jährige hatte gestanden, in 20 Fällen die Asche anderer Verstorbener oder mit Kies und Sand gefüllte Urnen beigesetzt zu haben. Das Amtsgericht Bad Kreuznach verhängte am Mittwoch eine Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren gegen den Mann. Zudem muss er 1000 Euro an eine Stiftung zahlen.

Der Mann sagte vor Gericht: "Ich habe mich völlig pietätlos verhalten. Es tut mir unendlich leid." Das Urteil erging wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Störung der Totenruhe und Urkundenunterdrückung. Dem Verteidiger zufolge ist die Entscheidung rechtskräftig. Als Motiv hatte der 41-Jährige angegeben, die Aschekapseln nicht rechtzeitig vom Krematorium bekommen zu haben. Er habe verhindern wollen, dass Bestattungen verschoben werden müssen.

Ähnlicher Fall in Nordrhein-Westfalen

Urnen im falschen Grab beschäftigten auch das Amtsgericht im nordrhein-westfälischen Blomberg. Dort begann der Prozess gegen einen 58-jährigen Bestatter wegen Störung der Totenruhe. Der Angeklagte soll zunächst eine Urne vertauscht haben. Um dies zu vertuschen, soll er die Etiketten auf dieser und einer weiteren Urne entfernt haben. Der trauernden Familie war bei der Beisetzung die falsche Schmuckurne aufgefallen, der Schwindel flog auf. "Ich hatte so eine silberfarbene Urne ausgesucht, mit Röschen. Die Urne hatte aber jetzt ein ägyptisches Muster", sagte die Witwe am Rande der Verhandlung. Der Prozess wurde vertagt.

Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Bestatter gab es 2012 in Deutschland 860.000 Bestattungen, davon 460.000 Feuerbestattungen. "Vielleicht zwei bis dreimal im Jahr erfahren wir davon, dass Urnen vertauscht wurden", sagte Verbandssprecher Rolf Lichtner. "Damit wissen wir aber nicht, ob es nicht noch mehr Fälle gab." Irrtümer soll eine Spezialetikette auf der Ascheurne verhindern.

anb/DPA/DPA

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