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Durchgesickerter Polizeibericht: Beamte wussten offenbar früh von sexueller Gewalt

War alles noch viel ekelhafter? Zu den Ereignissen in Köln ist ein mutmaßlicher Einsatzbericht eines Beamten publik geworden, der das Ausmaß der Gewalt auf der Domplatte detailliert protokolliert. Die offizielle Darstellung der Polizei gerät ins Wanken.

Polizisten vor dem Kölner Hauptbahnhof

Polizisten vor dem Kölner Hauptbahnhof: Für den Einsatz in der Silvesternacht hagelt es Kritik.

Ein sehr detaillierter Polizeibericht soll den genauen Ablauf der Silvesternacht belegen. "Bild" und "Spiegel" haben einen Einsatzerfahrungsbericht eines leitenden Beamten aus der Nacht veröffentlicht, der den beiden Blättern vorliegen soll. Darin wird chronologisch beschrieben, was sich rund um den Kölner Hauptbahnhof abgespielt haben soll. Bereits zu Beginn des Einsatzes seien die Beamten demnach "von aufgeregten Bürgern mit weinenden und geschockten Kindern über die Zustände im und um den Bahnhof informiert" worden. Auf Anfrage des stern bestätigte ein Sprecher der Bundespolizei die Echtheit des Berichts, der demnach am 4. Januar verfasst worden sein soll. Am Neujahrstag hatte die Kölner Polizei in einer Pressemitteilung noch von von "ausgelassener Stimmung" und "weitgehend friedlichen" Feiern gesprochen.


Die "Bild" hat den Polizeibericht nach eigenen Angaben weitgehend unverändert veröffentlicht. Dort heißt es - in Übereinstimmung mit den Passagen aus dem "Spiegel": "Am Vorplatz und der Domtreppe befanden sich einige Tausend meist männliche Personen mit Migrationshintergrund, die Feuerwerkskörper jeglicher Art und Flaschen wahllos in die Menschenmenge feuerten bzw. warfen." Ohne genaue Zeitangabe, aber der Chronologie zufolge vor 22.45 Uhr, steht in dem Dokument: "Am Parkraum angekommen, liefen viele aufgewühlte Passanten auf die Einsatzkräfte zu und berichteten u. a. über die oben beschriebenen Zustände und über Schlägereien, Diebstähle, sex. Übergriffe an Frauen usw." In einer Pressemitteilung der Polizei Köln heißt es hingegen, die Beamten hätten erstmals nach Mitternacht von sexuellen Übergriffen erfahren und auf mehreren Pressekonferenz wurde gesagt, dass sich das ganze Ausmaß erst im Laufe des 1. Januar offenbart habe.

Einschätzung: Es hätte Tote geben können

Doch auch die Polizeipräsenz habe die Menge nicht beruhigen können: "Frauen mit Begleitung oder ohne liefen einen im wahrsten Sinne 'Spießrutenlauf' durch die stark alkoholisierten Männermassen, wie man es nicht beschreiben kann", heißt es in dem von "Bild" und "Spiegel" veröffentlichten Einsatzbericht. Der "nicht sachgemäße massive Pyrogebrauch in Form von Werfen und Abschießen in die Menschenmenge" führte dann schließlich dazu, dass der Domplatz geräumt wurde. "Wir kamen zu dem Entschluss, dass die uns gebotene Situation (Chaos) noch zu erheblichen Verletzungen, wenn nicht sogar zu Toten führen würde." Dabei sollen die Beamten "immer wieder mit Feuerwerkskörpern beschossen und mit Flaschen beworfen" worden sein. 

Nach Mitternacht sei die Räumung dann beendet gewesen und "im Einsatzverlauf erschienen zahlreiche weinende und schockierte Frauen/Mädchen bei den eingesetzten Beamten und schilderten sex. Übergriffe durch mehrere männliche Migranten/ -gruppen." Der Bericht offenbart die Hilflosigkeit der Polizei: "Die Einsatzkräfte konnten nicht allen Ereignissen, Übergriffen, Straftaten usw. Herr werden, dafür waren es einfach zu viele zur gleichen Zeit." Und weiter: "Zu Spitzenzeiten war es den eingesetzten Kräften nicht möglich, angefallene Strafanzeigen aufzunehmen."

"Vollendete Vergewaltigungen konnten verhindert werden"

Gegen Ende des Berichts schildert der laut Bericht langjährige Beamte (29 Dienstjahre) noch weitere Vorfälle, die im Laufe des Einsatzes vorgefallen sein sollen, in einer Liste. Darunter unter anderem:

  •  "Zerreißen von Aufenthaltstiteln mit einem Grinsen im Gesicht und der Aussage: 'Ihr könnt mir nix, hole mir morgen einen neuen.'"
  • "'Ich bin Syrer, ihr müsst mich freundlich behandeln! Frau Merkel hat mich eingeladen.'"
  • "Wurden Hilferufe von Geschädigten wahrgenommen, wurde ein Einschreiten der Kräfte durch herumstehende (Mitglieder?) z.B. durch verdichten des Personenringes/Massenbildung daran gehindert, an die Betreffenden (Geschädigte/Zeugen/Täter) zu gelangen."
  • "Geschädigte/Zeugen wurden vor Ort, bei Nennung des Täters bedroht oder im Nachgang verfolgt. Aufgrund der ständigen Präsenz der Einsatzkräfte und aufmerksamer Passanten im Bahnhof, konnten vollendete Vergewaltigungen verhindert werden."


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