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New Yorker Thanksgiving-Parade: Es regnet Geheimnisse

Ganze Sätze, Nummernschilder und Polizeiberichte: Bei der Thanksgivingparade in New York regnen vertrauliche Dokumente als Papierschnipsel auf die Feiernden. Wie konnten die Akten zu Konfetti werden?

Bei der traditionellen Parade zum Thanksgiving-Feiertag vergangene Woche in New York hat es Konfetti mit vertraulichen Informationen der Polizei geregnet. Auf einigen der Schnipsel seien Auszüge aus Polizeiakten lesbar gewesen. CNN und der Lokalsender PIX 11 meldeten am Montag, dass sogar Unterlagen über verdeckt ermittelnde Polizisten auf der Straße lagen. Auch Informationen über die Polizeieskorte des damaligen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney seien dabeigewesen.

Ein Anwalt, dessen Sohn die zum großen Teil noch leserlichen Schreiben gefunden hatte, habe die Dokumente eindeutig identifiziert. "Das waren ganze Sätze, Nummernschilder und Polizeiberichte", sagte Anwalt Saul Finkelstein. Selbst Sozialversicherungsnummern, für viele Amerikaner der wichtigste Ausweis ihrer Identität, seien lesbar gewesen. Später habe sich herausgestellt, dass die Akten von der Polizei des angrenzenden Landkreises Nassau stammten. Ein Sprecher der Behörde erklärte, man sei "sehr besorgt". Nun ermittelt die Polizei, wie die eigenen Akten zu grobgeschnittenem Konfetti werden konnten.

Jedes Jahr findet in New York eine große Parade zu Thanksgiving statt. Die US-Variante des Erntedankfestes, das immer am vierten Donnerstag im November gefeiert wird, geht auf die Pilgerväter zurück, die im 17. Jahrhundert vor religiöser Verfolgung aus England nach Amerika flohen. Der Erzählung nach sollen die Einwanderer im Herbst 1621 ein großes Fest mit den Indianern gefeiert haben, die ihnen mit Nahrungsmitteln über den Winter geholfen hatten. Heute kommen in den ganzen USA Familien an Thanksgiving zu einem großen Truthahn-Festessen zusammen.

kgi/DPA/AFP / DPA