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Feiern bis zum Tod als große PR-Show

Er ist todkrank, hat viel Geld und feiert bis zum Tod. Dolle Geschichte, der Boulevard und die B-Prominenz lieben Maik Mahlow. Doch an der Story des Unternehmers gibt es Zweifel.

Von Jan-Boris Wintzenburg

  Maik Mahlow (2 v.l.) inmitten seiner Partygäste: Ex-DSDS-Kandidat Joey Heindle (l.), Micaela Schäfer und Partylöwe Michael Ammer (r.).

Maik Mahlow (2 v.l.) inmitten seiner Partygäste: Ex-DSDS-Kandidat Joey Heindle (l.), Micaela Schäfer und Partylöwe Michael Ammer (r.).

Der nach eigenen Angaben krebskranke Maik Mahlow aus Halle tourt durch Deutschland und wirbt für seine Firma PC-Fritz, die billige Software verkauft. Dabei trägt er ein T-Shirt mit der Aufschrift "Ich werde sterben. Na und?" - und feiert wilde Partys mit B-Prominenz (Dschungelkönig Joey Heindle, Oliver Pocher, Micaela Schäfer, Nino de Angelo) und halbnackten Mädchen. Seine Botschaft: Ich bin ein erfolgreicher Unternehmer und bringe meine Millionen mit Feiern durch. Boulevardmedien berichteten immer wieder darüber.

Doch an dieser Geschichte gibt es massive Zweifel, wie der stern in seiner aktuellen Ausgabe belegt: PC-Fritz vertreibt vor allen Dingen extrem billig das Microsoft-Betriebssystem Windows 7. Bei einer Durchsuchung des Unternehmens beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Halle in der vergangenen Woche rund 100.000 Kopien der Software. Der Verdacht: Es handelt sich um Fälschungen und damit um bandenmäßigen Betrug. Microsoft prüft derzeit die Software auf Echtheit.

Krankheit wurde "irgendwo in Kiew" diagnostiziert

Die Tournee des angeblich krebskranken Mahlow ist ein PR-Gag von PC-Fritz. Seine Hintermänner, die unter falschem Namen agieren, sind vor zwei Jahren schon einmal in einen solchen Verdacht geraten. Damals wie heute behaupteten die Verdächtigen, es handle sich ausschließlich um legale Kopien.

Die Partys mit Prominenz sollen den Versandhändler schnell bekannt machen und offenbar darüber hinwegtäuschen, dass die Website von PC-Fritz nicht den gängigen Sicherheitsstandards entspricht und keine Verschlüsselung der übertragenen Daten anbietet. Mahlow selbst hat nach eigenem Bekunden wenig Ahnung vom Geschäft: Auf die Frage, wie groß der Umsatz sei, antwortet er: "Tja, das kann ich gar nicht sagen."

Zu seiner Krankheit sagte Mahlow dem stern, sie sei im vergangenen Jahr in einem Krankenhaus "irgendwo in Kiew, aber sehr modern", diagnostiziert worden. Zur Behandlung nehme er "ein paar Tabletten, aber sonst hauptsächlich mein Insulin."

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