Karlsruher Richter prüfen Waffengesetz

21. Juli 2010, 13:20 Uhr

Hinterbliebene der Opfer des Amoklaufs von Winnenden 2009 engagieren sich seither im Kampf gegen das geltende Waffengesetz, gegen das sie nun in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde eingelegt haben.

Waffengesetz, Winnenden, Amoklauf, Gewalttäter, Amoklauf von Winnenden, Keine Mordwaffen als Sportwaffen, Verfassungsbeschwerde, Karlsruhe

Waffenbesitzkarte mit Revolver: Nach Ansicht von Waffengegnern ist beides viel zu leicht zu haben©

Schützt das Waffengesetz nicht ausreichend vor Amokläufern und anderen Gewalttätern? Mitglieder der Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" haben am Mittwoch Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingelegt. Sie halten das Waffengesetz für verfassungswidrig: Es stelle die Interessen von Sportschützen über das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Zwei der Kläger sind auf grausamste Weise selbst betroffen: Ihre Kinder wurden beim Amoklauf in einer Schule in Winnenden (Baden-Württemberg) im März 2009 ermordet. Ein 17-Jähriger erschoss damals 15 Menschen, bevor er sich nach einem Feuergefecht mit der Polizei selbst tötete. Die Waffe hatte er seinem Vater entwendet, einem Sportschützen.

Problemloser Zugriff auf Schusswaffen

Direkt nach dem Amoklauf war in Berlin die Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" gegründet worden. Sie fordert, den Besitz tödlicher Waffen für den Schießsport zu verbieten. "Es kann nicht sein, dass tödliche Waffen als Spielzeug verteilt werden und man sich hinterher wundert, wenn jemand sie dazu benutzt, Menschen zu ermorden", sagte der Sprecher und Mitbegründer der Initiative, Roman Grafe. Es gebe bereits Schützenvereine, die ausschließlich Druckluftwaffen verwenden.

Für Grafe ist "offensichtlich, dass das Waffenrecht dem Grundrecht auf Leben widerspricht". Die nach dem Winnender Schulmassaker eingeführten Änderungen des Waffengesetzes reichten nicht aus: "Weiterhin haben Sportschützen problemlos Zugriff auf halbautomatische, großkalibrige Schusswaffen. Weiterhin dürfen jugendliche Sportschützen mit tödlichen Waffen trainieren."

Aktionsbündnis macht politischen Druck

Gemeinsam mit Juristen hat die Initiative die Verfassungsbeschwerde entworfen. Auf politischen Druck setzt hingegen das "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden", in dem sich Betroffene des grausigen Geschehens engagieren: Sie übergaben im Juni mehr als 185.000 Unterschriften gegen tödliche Sportwaffen und Killerspiele an Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne).

Neben Grafe klagen in Karlsruhe auch zwei Eltern, deren Kinder der Winnender Amokläufer erschoss. Eine Klägerin habe noch zwei Kinder, die in die Grundschule gehen, erzählt Grafe. "Manchmal hat sie Angst, die Kinder in die Schule zu lassen."

Zum Thema
KOMMENTARE (10 von 106)
 
Administrator (21.07.2010, 17:17 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Diskussion. Wir werden jetzt die Debatte an dieser Stelle schließen.

Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Clausewitz1888 (21.07.2010, 16:19 Uhr)
Ohweh Ohweh
@re-aktor:
Es geht nicht um die sportliche Herausforderung sondern um die Schwanzverlängerung.

Und das folgern Sie woraus? Das er Spaß beim Ausüben seines Sportes hat? Ein durchtrainierter Bodybuilder nutzt seine Hanteln also als Schwanzverlängerung, außer natürlich er hat keinen Spaß dabei ? Anfangs dachte ich eigentlich Sie sind einer derjenigen, mit denen eine sachliche, vernünftige Diskussion möglich ist, auch wenn Sie eine andere Meinung vertreten, mittlerweile merke ich, ich habe mich geirrt.
Metaframe (21.07.2010, 16:11 Uhr)
@aeternitas
dem kann man nichts mehr hinzufügen, klasse!
aeternitas (21.07.2010, 15:52 Uhr)
Ein gefestigter Mensch bringt auch trotz Killerspielen keinen um
aber wenn man sein Leben lang der Loser ist, man hat keine Freundin ("der xy ist schwul, der hat ja keine Freundin"), man hat überhaupt keine Freunde, man kommt in der Schule nicht klar, die anderen in der Klasse machen sich über dich lustig, spielen dir hässliche Streiche, demütigen dich öffentlich, dein Lehrer demütigt dich... und du willst nur einmal in deinem Leben die Macht in den Händen halten, willst dich einmal für all das rächen, willst sehen, dass sie dich alle anbetteln und um ihr Leben flehen... das war immer dein Wunsch, den du bisher nur virtuell mit blood patch ausleben konntest.
... und plötzlich findest du die Waffe deiner Eltern/Großeltern Nachttischschublade samt Munition.
Dass dein Leben kein gutes Ende nehmen wird, war dir vorher immer klar. Dass es nicht lange währen würde, vermutlich auch. Und nun hast du die Möglichkeit dich zu rächen und alle deine Träume auszuleben. Warum auch nicht? Es kann dir ja keiner mehr was. Und wenn alles nach Plan läuft, machen die Medien dich weltweit bekannt, und am Ende hast du sogar Verehrer und Nachahmungstäter. Auch wenn du es selber vielleicht nicht mehr mitbekommst. Das ist doch besser, als immer nur der Loser zu sein, oder nicht?
...
Man braucht offensichtlich gar nicht viel Phantasie um sich vorzustellen, dass ein instabiler Mensch mit Hang zu Ego-Shootern (so sozialkritisch sie auch angelegt sein mögen) vielleicht Vernichtungs-Träume hegt, und mit Zugang zu einer Waffe auch noch realisieren kann!
...
Am Ende hilft weder ein Waffenverbot noch ein "Killerspiel"verbot. Wir brauchen eine Gesellschaft, die dafür sorgt, dass keiner mehr hinten runter fällt, dass jeder das Gefühl hat irgendwo gebraucht zu werden! In Afghanistan lassen sie junge Taliban bis zur Erschöpfung in der Landwirtschaft arbeiten. Wer am Tag gesehen hat, was seiner Hände Arbeit bewerkstelligen können, wird es am nächsten Tag nicht zerstören. Und wem Respekt entgegengebracht wird, der hat auch Respekt vor anderen.
Harry02041958 (21.07.2010, 15:51 Uhr)
MadDoubleF (21.07.2010, 15:04 Uhr)
Abér die Waffe im Vereinshaus, das meistens abgelegen im Wald liegt, wo sich der Schießstand befindet, ist ein lukratives Ziel für Verbrecher, sich dort zu bedienen.

Auch wird immer angeführt, daß der Schütze nicht zig tausend Schuß kaufen muß. Leider doch, wenn er nicht "Konkurs" anmelden will, denn eine geringe Menge Munition kostet, aufs Stück gerechnet viel mehr, als wenn man große Mengen kauft, die man dann vielleicht in 2 Jahren verschießt.

Wenn es die Regierung schafft, auch geringe Mengen genauso preiswert zu machen, wie z.B. 5000 Schuß, dann würden die Schützen eben nur die Munitionsmengen kaufen, die sie ggfs. für ein Wochenende brauchen.
Harry02041958 (21.07.2010, 15:25 Uhr)
@ NewWorld (21.07.2010, 15:12 Uhr)
Eine Quelle zum Beitrag von AxelCGN (21.07.2010, 14:38 Uhr)


http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:MSbmQIccnmcJ:friedenspiegel.de/aggregator%3Fpage%3D259+%22Autos+und+Schusswaffen+haben+zudem+gemein,+dass+sie+f%C3%BCr+ganz+%22&cd=8&hl=de&ct=clnk&gl=de
AxelCGN (21.07.2010, 15:25 Uhr)
@NewWorld
Sorry, hatte ich vergessen...

Der Text stammt von meiner Webseite www.legalwaffen.de
Harry02041958 (21.07.2010, 15:16 Uhr)
@ re-aktor (21.07.2010, 14:42 Uhr)
Die Frage wieso, hatteich bereits am Ende meines Beitrages

Harry02041958 (21.07.2010, 13:51 Uhr)

angeführt.
endbenutzer (21.07.2010, 15:12 Uhr)
@Preston:
"...In 50% der Fälle schließen sie nur die Langwaffen weg und haben die Pistolen griffbereit...."

Woher stammen deine Informationen? Oder ist das nur wieder Stimmungsmache?
NewWorld (21.07.2010, 15:12 Uhr)
@AxelCGN
Wenn sie hier schon fremde Texte hereinkopieren, sollten sie auch eine Quellenangabe machen, sonst könnte der Stern das löschen.
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