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Weißes Haus Vater von Amokopfer stört Rede von US-Präsident Biden zu neuem Waffengesetz

Joe Biden hält Rede
Joe Biden unterbrach seine Rede vorm Weißen Haus, um einem Störer zuzuhören
© Lenin Nolly / Picture Alliance
Mit einer Zeremonie vor dem Weißen Haus wollte Joe Biden das neue, leicht verschärfte Waffenrecht feiern. Doch dem Vater eines Amokopfers ging das nicht weit genug – und störte die Rede des US-Präsidenten.

Der Secret Service war schon drauf und dran, den Mann herauszukomplimentieren. Doch Joe Biden pfiff die Personenschützer zurück und ließ ihn weitersprechen. Es war der Vater eines Opfers von Waffengewalt, der die Rede von US-Präsident Joe Biden unterbrochen hatte. Biden sprach im Garten des Weißen Hauses über eine Reform für mehr Schutz vor Waffengewalt in den USA, als der Mann lautstark dazwischenrief. Bei ihm handelte es sich offenbar um Manuel Oliver, der seinen Sohn 2018 bei einem Massaker an einer High School in Parkland im US-Bundesstaat Florida verloren hatte. Den Berichten zufolge forderte er schärfere Waffengesetze. Nach der Unterbrechung der Rede wurde er vom Sicherheitspersonal hinaus eskortiert.

Vater kündigte seine Aktion im TV an

Zu der Veranstaltung, bei der Biden eine vor etwa zwei Wochen verabschiedete Reform lobte, waren unter anderem an dem Gesetz beteiligte Senatoren sowie Angehörige von Opfern eingeladen worden. Der Störer hatte bereits am Morgen in einem Interview mit dem Sender CNN angekündigt, er werde – falls er die Gelegenheit haben werde – Biden sagen, dass das Gesetz nicht reiche. Außerdem kritisierte er, dass die Veranstaltung den Charakter einer Feier habe. "Es gab keinen Grund, diese Veranstaltung so zu nennen, wie sie jetzt genannt wird."

Das neue Gesetz stellt eine leichte Verschärfung der insgesamt eher laxen Waffengesetze in den USA dar. Die Reform sieht eine intensivere Überprüfung von Waffenkäufern vor, die jünger als 21 Jahre sind. Zudem geht es darum, Gesetze aus Bundesstaaten auszuweiten, um potenziellen Gefährdern Waffen abnehmen zu können. Illegaler Waffenhandel soll auf Bundesebene bestraft werden können. Zudem sollen Milliarden in psychische Gesundheitsvorsorge und Anti-Gewalt-Programme fließen. Auch für die Sicherheit von Schulen sind weitere Mittel vorgesehen. Das von Demokraten geforderte Verbot von Sturmgewehren fehlt in dem Gesetz.

nik DPA

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