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Die Schreckensbilanz der Silvesternacht

Tragischer Unfall bei einer Feier in Datteln: Eine umgestürzte Feuerwerksbatterie feuert in die Menschenmenge und verletzt 15 Menschen, einer Frau muss der Fuß amputiert werden. Auch in anderen Teilen Deutschlands wurden Menschen in der Silvesternacht verletzt oder starben.

Feuerwerksbatterien vor dem Hotteln in Datteln, wo sich das Unglück mit 15 Verletzten ereignet hat

Feuerwerksbatterien vor dem Hotel in Datteln, wo sich das Unglück mit 15 Verletzten ereignete

Feuerwehr und Polizei waren im Dauereinsatz: In der Silvesternacht kam es in Deutschland zu zahlreichen Vorfällen, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden.

Datteln: 15 Menschen zum Teil schwer verletzt

Bei einer Silvesterparty in einem Landhotel am Nordrand des Ruhrgebiets wurden 15 Menschen durch Feuerwerk verletzt. Eine Feuerwerksbatterie stürzte um und feuerte in eine Menschenmenge, wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte. Zwischenzeitlich war die Polizei sogar von 29 Verletzten ausgegangen. Mehrere schwer verletzte Gäste wurden ins Krankenhaus gebracht. Bei der Feier in Datteln hatten sich 300 bis 400 Menschen versammelt. Neben dem vom Veranstalter geplanten Feuerwerk hätten auch Gäste Feuerwerksbatterien mitgebracht, eine davon sei nach der Zündung umgefallen und habe die Verletzungen verursacht. Einer 24-jährigen Frau musste laut Polizei wegen der schweren Verletzung ein Fuß amputiert werden. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei.

Berlin: Zwei Menschen von U-Bahnen überrollt und getötet

In Berlin wurden gegen 4 Uhr morgens zwei Menschen von U-Bahnen überrollt und getötet. Es passierte nahezu zeitgleich an den U-Bahnhöfen Kaulsdorf-Nord in Hellersdorf und Scharnweberstraße in Reinickendorf. Ein Zusammenhang besteht laut Polizei nicht, es handele sich offenbar um Unfälle. Einer der beiden war ein stark betrunkener 20-Jähriger, die Identität des anderen Opfers war zunächst nicht bekannt.

Salzgitter: Rakete verletzt Frau lebensgefährlich

Eine 60-jährige Frau wurde im niedersächsischen Salzgitter von einer Silvesterrakete auf der Straße lebensgefährlich verletzt. Sie erlitt einen massiven Blutverlust, nachdem sie von der Rakete getroffen worden war, sagte ein Polizeisprecher. Die Frau wollte kurz nach Mitternacht einer Nachbarin Neujahrswünsche überbringen, als sie getroffen wurde. Wer den fehlgeleiteten Feuerwerkskörper abschoss, ist noch unklar. Es gebe aber Zeugen, die nun befragt werden sollen, sagte der Polizeisprecher.

Hamburg: 25-Jähriger lebensgefährlich verletzt

In Hamburg wurde ein 25-jähriger Mann bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Laut Polizei befanden sich etwa 50 Personen auf dem Bürgersteig und brannten Feuerwerkskörper und Raketen ab; einige betraten die Fahrbahn, um das Feuerwerk zu filmen. Ein Taxifahrer nahm sie wegen des Nebels zu spät wahr und erfasste mit seinem Wagen zwei Männer im Alter von 21 und 25 Jahren. Als er anhielt und ausstieg, um sich um die Verletzten zu kümmern, wurde er von der Personengruppe bedrängt. Daraufhin flüchtete er zunächst und verständigte die Polizei. Der 25-Jährige erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen. Der 21-Jährige wurde nur leicht verletzt.

Berlin: Zwölfjähriger verliert mehrere Finger

Das Unfallkrankenhaus Berlin zählte ab Mitternacht 50 ankommende Patienten, von denen sich die meisten mit Sprengkörpern verletzt hatten. Drei Patienten erlitten durch explodierende Böller Gesichtsverletzungen, in sieben Fällen mussten Handchirurgen eingreifen. Ein zwölfjähriger Junge verlor mehrere Finger.

Karlsruhe: Fußgänger auf der A5 mehrfach überfahren

Auf der Autobahn 5 bei Karlsruhe wurde in der Nacht ein Mann mehrfach überfahren. Wie die Polizei am frühen Freitagmorgen mitteilte, habe ein 46-Jähriger die Autobahn überquert. Dabei sei er von einem Auto erfasst und auf die Fahrbahn geschleudert worden. Danach wurde der Mann noch von zwei weiteren Autos überrollt und dabei tödlich verletzt. 

Hamburg: 25-Jährige stürzt mit Auto in Schleusenbecken und stirbt

Im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg stürzte eine 25-Jährige am Morgen mit ihrem Auto in ein Schleusenbecken. Gegen 10 Uhr wurden Polizei und Feuerwehr alarmiert, nachdem einem Mann das durchbrochene Geländer der Schleuse aufgefallen war. In fünf Metern Tiefe fand die Polizei den Wagen auf dem Dach liegend, der Körper der toten Fahrerin war hinter dem Lenkrad verkeilt. Anhand ihrer Ausweispapiere konnte sie identifiziert werden. Sie war aus bisher ungeklärten Gründen von der Straße abgekommen.

Hamburg: Mehr als 90 Menschen aus brennendem Altersheim gerettet

Mehr als 90 Menschen wurden in der Silvesternacht aus einem brennenden Altersheim in Hamburg-Altona gerettet. Drei von ihnen waren leicht verletzt worden, als das Gebäude am späten Donnerstagabend in Brand geraten war. Auslöser für das Feuer war vermutlich eine Feuerwerksrakete, wie ein Polizeisprecher sagte. Das oberste Stockwerk sei durch die Flammen beschädigt und das restliche Haus durch die Löscharbeiten in Mitleidenschaft gezogen worden. Die rund 90 Bewohner wurden vorerst in einer Notunterkunft in einer Schule untergebracht. Sie würden in den nächsten Tagen auf andere Altenheime verteilt werden.

car/DPA/AFP
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