Das Land der Langfinger und Einbrecher

13. Mai 2012, 11:16 Uhr

Alle vier Minuten wird eine Wohnung oder ein Haus aufgebrochen. Laut Kriminalstatistik haben die Einbrüche im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent zugenommen.

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Kriminalstatistik , Einbruch, Diebstahl, Polizei

Einbrüche boomen, die Aufklärungsquote ist niedrig©

Der erschreckende Anstieg der Einbrüche geht laut "Welt am Sonntag" aus der neuen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervor. Danach stieg die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle im vergangenen Jahr um 9,3 Prozent auf 132.595. Das ist dem Bericht zufolge der höchste Wert seit zehn Jahren. Die Aufklärungsquote habe dagegen nur 16,2 Prozent betragen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will die Statistik an diesem Mittwoch in Berlin vorstellen.

Vor allem der Diebstahl elektronischer Geräte wie Laptops und Smartphones führt demnach dazu, dass auch die Schadenssummen neue Spitzenwerte erreichen. "Die Kosten kletterten deutlich nach oben. Insgesamt zahlten die deutschen Hausratversicherer rund 430 Millionen Euro, ein Plus gegenüber 2010 von 23 Prozent und so viel wie zuletzt vor 13 Jahren", sagte Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) dem Blatt. Der Verband beziffert die Schadenssumme 3050 Euro pro Einbruchsopfer.

Fahrräder bei Dieben begehrt

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, forderte die Innenministerkonferenz auf, eine "konzertierte Aktion" gegen Wohnungseinbrüche zu beschließen. "Was die Bürger wirklich betrifft, ist von der Politik viel zu lange vernachlässigt worden. Deutschland entwickelt sich zum Paradies für Einbrecher", sagte Witthaut.

Auch die Gesamtkriminalität ist dem Bericht zufolge 2011 erstmals wieder gestiegen - nachdem sie sechs Jahre lang beständig zurückgegangen war. Die Kriminalstatistik weist demnach 5,99 Millionen von der Polizei erfasste Straftaten aus. Das sei ein Zuwachs um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zugleich sei die Aufklärungsquote von 56,0 auf 54,7 Prozent gesunken.

Die Diebstahldelikte haben laut "Welt am Sonntag" mit 40,1 Prozent den größten Anteil an der Gesamtkriminalität. Registriert wurden demnach 2,4 Millionen Diebstähle, ein Plus von 4,4 Prozent. Der Fahrraddiebstahl habe um 7,2 Prozent auf 328.748 Fälle zugenommen, der Diebstahl in und aus Kraftfahrzeugen (Airbags, Navigationsgeräte, Radios) um 2,2 Prozent auf 242.563 Fälle.

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