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Trockengewitter - Blitze ohne Regen

Der Westen der USA hat in den letzten Monaten vermehrt mit so genannten Trockengewittern zu kämpfen, die zum Teil auch die verheerenden Waldbrände in elf Staaten ausgelöst haben.

Der Westen der USA hat in den letzten Monaten vermehrt mit so genannten Trockengewittern zu kämpfen, die zum Teil auch die verheerenden Waldbrände in elf Staaten ausgelöst haben. Trockengewitter werden von Blitzen begleitet, doch der Regen bleibt wegen der geringen Luftfeuchtigkeit aus.

Seit dem Auftreten des Wetterphänomens »La Nina« vor rund zwei Jahren herrschen im amerikanischen Westen häufig sehr große Hitze und Trockenheit. Das »El Nino« entgegengesetzte Wetterphänomen wird durch ein großes Becken ungewöhnlich kalten Wassers im Osten des Pazifiks ausgelöst. Die in den Luftmassen vorhandene Feuchtigkeit kondensiert an dem kalten oberflächennahen Wasser, und die sich bildenden Wolken regnen sich über dem Pazifik aus. Die amerikanische Küste erreichen dann nur noch Luftmassen mit geringer Feuchte. Durch die starke Sonneneinstrahlung werden diese Luftmassen nun über dem Festland stark erwärmt und führen nur noch wenig Niederschlag mit sich.

Grundvoraussetzung für ein Gewitter sind positive und negative Ladungen in der Atmosphäre, genauer gesagt, zwischen zwei Wolken oder zwischen Wolken und Erdboden. Je größer die Spannungsunterschiede, desto schneller fließt elektrischer Strom.

Für die Auslösung eines Gewitters gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist das Prinzip der Stoßionisation: die geladenen Teilchen prallen auf in der Atmosphäre vorkommende unbewegte neutrale Teilchen und laden diese ebenfalls auf, ionisieren sie. Bei vielen Ladungsprozessen kann ein Kurzschluss entstehen; ein Funke springt über, wie beim Zünden eines Motors.

Bis zu 30.000 Ampere Stromstärke

Die Spannungsunterschiede zwischen Erde und Wolken sind für diese Erklärung aber eigentlich viel zu gering. Nur über spitzen, erhöhten Gegenständen können ausreichend hohe Werte auftreten. Doch selbst dann bilden die entstehenden Funken erst die so genannte Vorentladung für den eigentlichen Blitz. Am Ende treffen wie in einem Schlauch verschiedene Ladungsströme zwischen Wolke und Erde aufeinander, und in einem Zug entlädt sich der Blitzstrom mit bis zu halber Lichtgeschwindigkeit und 10.000 bis 30.000 Ampere Stromstärke in einer Millionstel Sekunde.

Diese kurze Zeit genügt, um die Luft in dem Schlauch auf 30.000 Grad Celsius zu erhitzen. Diese Temperaturen und die extreme Trockenheit entzünden die ausgedörrte Vegetation in Sekunden. Der Regen bleibt aus, da der Niederschlag schon in der Atmosphäre verdunstet ist. Oftmals kann man in diesen Gegenden so genannte Fallstreifen von Regen unter den Wolken beobachten, der nie die Erde erreichen wird.

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