"Ja, spielt, kämpft für ihn"

29. September 2012, 13:45 Uhr

Fußballprofi Boris Vukcevic schwebt nach dem schweren Autounfall weiter in Lebensgefahr. Sein Klub, 1899 Hoffenheim, will in der Bundesliga dennoch gegen Augsburg auflaufen - auf Wunsch seiner Eltern.

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Schwebt nach seinem schweren Autounfall weiterhin in Lebensgefahr: Boris Vukcevic©

Der Zustand von Fußballprofi Boris Vukcevic ist nach seinem Autounfall unverändert kritisch. Dennoch wollen seine Teamkollegen von 1899 Hoffenheim am Samstagnachmittag gegen den FC Augsburg unter dem Motto "Wir spielen und kämpfen für Boris" auf dem grünen Rasen auflaufen.

"Stabil kann man nicht wirklich sagen", erklärte der Pressesprecher von Bundesligist 1899 Hoffenheim, Holger Tromp, am Samstag auf einer Pressekonferenz in Zuzenhausen den Zustand des Spielers. Nach der Notoperation am Freitagabend sei "wohl eine gewisse Stabilität eingetreten", sagte Tromp. "Es gibt keine Prognose." Manager Andreas Müller ergänzte: "Der Herz-Kreislauf ist stabil." Nähere Angaben über den Gesundheitszustand könne man nicht machen. Die Mannschaft wird vom Teampsychologen Jan Mayer unterstützt. "Bei den Spielern merkt man, dass sie das Prinzip Hoffnung übertragen wollen auf den Jungen", erklärte Manager Andreas Müller.

Vukcevic' Eltern wollen dass Hoffenheim spielt

Der 22-Jährige war auf dem Weg zum Training mit seinem Auto frontal mit einem Lastwagen zusammengeprallt. Vukcevic wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Heidelberger Krankenhaus geflogen, wo ihn die Ärzte nach einer Notoperation in ein künstliches Koma versetzten. Hoffenheim machte keine Angaben dazu, ob Vukcevic auch am Samstag noch im Koma lag.

Das Spiel der TSG gegen den FC Augsburg soll wie geplant um 15.30 Uhr stattfinden. "Wir haben uns entschieden, heute zu spielen", sagte Tromp. "Es ist eine ganz, ganz schwierige Entscheidung", meinte Müller. "Bei der Mannschaft ist eine Einstellung entstanden, in der wir in den Mittelpunkt die Hoffnung gestellt haben: Dass wir heute hier spielen, für Boris spielen, für ihn kämpfen", sagte der Manager. "Wichtig ist, dass wir eine Rückmeldung von den Eltern bekommen haben. "Ja, spielt, kämpft für ihn." Wir haben alle große Hoffnung, dass er wieder gesund wird."

"Der Boris hätte gewollt, dass wir spielen"

Die Verantwortlichen bei Hoffenheim bedankten sich ausdrücklich bei den Rettungskräften vor Ort und auch für die Anteilnahme anderer Bundesliga-Clubs. Die Mitspieler reagierten entsetzt auf die Nachricht von dem schlimmen Unfall. "Wir haben es im Trainingszentrum erfahren, es ist so brutal tragisch. Ich habe Gänsehaut am ganzen Körper", sagte 1899-Profi Tobias Weis der "Bild"-Zeitung. Bei Twitter schrieben die früheren Hoffenheimer Luiz Gustavo, Edson Braafheid, David Alaba und Ryan Babel, dass sie für Vukcevics Gesundheit beten.

Ähnlich äußerte sich Lewis Holtby vom FC Schalke 04: "Liebe Leute, betet und hofft, dass Freund und Teamkollege der U21, Boris Vukcevic, wieder gesund wird! Meine Gedanken sind bei ihm und seiner Familie!" Auf Facebook meinte Daniel Didavi (VfB Stuttgart): "Ich bin erschüttert über die heutige Nachricht von meinem alten Teamkollegen Boris Vukcevic. Bei solchen Tragödien sieht man halt wieder, dass es wichtigere Sachen als Fußball gibt. Ich wünsche Boris und seiner Familie ganz viel Kraft, du packst das Junge ich bete für dich!"

Manager Müller räumte ein, dass er im ersten Moment auch gesagt habe: "Wir müssen das Spiel absagen." Die Mannschaft kenne Vukcevci aber sehr gut und habe gesagt: "Der Boris hätte gewollt, dass wir spielen. Das ist die schwerste Situation, die die Mannschaft jemals hatte."

kmi/DPA
 
 
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