"Ein wichtiger Schritt"

12. Dezember 2012, 16:34 Uhr

Die Reaktionen auf die Verabschiedung des DFL-Sicherheitskonzepts fallen erwartet kontrovers aus. Polizei und Politik begrüßen das Papier - Fans und einige Vereine sehen es kritisch.

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Sicherheitskonzept, DFL, Bundesliga, Sicheres Stadionerlebnis, Ultras

Wochenlang protestierten Fußballfans in ganz Deutschland gegen das Sicherheitskonzept der DFL©

Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident): "Dass die deutliche Mehrheit der Lizenzvereine Geschlossenheit demonstriert und für das Sicherheitskonzept gestimmt hat, ist ein wichtiges Zeichen für den gesamten Fußball und die überwältigende Mehrheit der friedlichen Fans in Deutschland. Wir brauchen den Dialog zwischen allen Beteiligten, aber auch einheitliche Leitplanken, an denen sich alle orientieren können."

Helmut Sandrock (DFB-Generalsekretär): "Nach den vielen Diskussionen der vergangenen Wochen und Monate ist diese Entscheidung ein wichtiger Schritt, der hoffentlich weiter zur Versachlichung dieser Thematik beiträgt. Wichtig ist nun, dass alle Vereine die beschlossenen Maßnahmen konsequent und im Dialog mit ihren Fans umsetzen."

Dirk Zingler (Präsident 1. FC Union Berlin): "Es gibt keinerlei Veranlassung, sich einem wodurch auch immer motivierten politischen Druck zu beugen und zum jetzigen Zeitpunkt symbolisch eine Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, die überhaupt nie infrage stand. Für ein solches Handeln steht der 1. FC Union Berlin nicht zur Verfügung."

Philipp Markhardt (Sprecher der Organisation "ProFans"): "Wir machen uns nicht zum Büttel von Herrn Rauball. Der Stil ist unter jeder Kanone."

Martin Kind (Präsident Hannover 96): "Die mehrheitliche Zustimmung ist eine Entscheidung der Vernunft."

Uwe Schünemann (Innenminister Niedersachsen): "Dies ist ein guter Tag für die Sicherheit im Zusammenhang mit Fußballspielen. Auf dieser Grundlage können wir jetzt die weitere Zusammenarbeit mit den Vereinen, der DFL und dem DFB auf ein sicheres Fundament stellen. Fußballchaoten müssen isoliert werden. Mit den Beschlüssen setzen die Vereine ein deutliches Signal für mehr Sicherheit." Wir werden zusammen mit den Vereinen noch mehr für die Fanarbeit tun und dort gemeinsam sehr viel Geld investieren."

Ralf Jäger (Innenminister Nordrhein-Westfalen): "Dass DFL und Vereine mehrheitlich das Sicherheitskonzept beschlossen haben, ist ein Schritt in die richtige Richtung Jetzt geht es darum, die Maßnahmen auch umzusetzen. Vereine und Verbände müssen sich weiter daran machen, die Sicherheit rund um die Fußballspiele zu verbessern. Es kann auf Dauer nicht an der Polizei hängenbleiben, jedes Wochenende Mängel in den Sicherheitskonzepten der Vereine auszugleichen."

Bernhard Witthaut (Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei): "Das ist ein klares Signal, für mehr Sicherheit in den Stadien zu sorgen. Das Strategiepapier löst jedoch nicht das Gewaltproblem außerhalb der Stadien und mindert auch nicht die massive Einsatzbelastung der Polizei, besonders bei der An- und Abreise der Fans."

Rainer Wendt (Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft): "Es war höchste Zeit, dass der zunehmenden Gewalt in und um deutsche Fußball-Stadien mit konkreten Maßnahmen begegnet wird. Die Richtung, die die DFL jetzt einschlägt, ist nachvollziehbar. Strengere Einlasskontrollen, verstärkte Videoüberwachung und Sanktionsmöglichkeiten können dafür sorgen, Gewalt gar nicht erst aufkommen zu lassen. Es hängt nun vom Verhalten der Fans ab, ob es tatsächlich zu schärferen Sicherheitsmaßnahmen kommt."

stu/DPA
 
 
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