Wo die Mieten am teuersten sind

7. September 2008, 14:07 Uhr

Die Lebenshaltungskosten steigen - und die Mieten ziehen mit. Das bestätigt der aktuelle Mietspiegelindex für Deutschland. Doch wer muss besonders tief in die Tasche greifen, und wo lebt es sich besonders günstig? Von Karin Spitra

Mietspiegelindex, Miete

Billiger Osten, teurer Süden, sündteures München: bei den Mieten gibt es immer noch ein Süd-Ost-Gefälle©

Moskau, Tokio, London, Paris - weltweit sind die Hauptstadt-Mieten besonders hoch - nur nicht in Deutschland. Denn im bundesdeutschen Vergleich ist Berlin immer noch eine der preiswertesten Großstädte. Insgesamt wird in Deutschland eine 65 Quadratmeter große Wohnung um durchschnittlich 1,7 Prozent teurer vermietet als noch im Vorjahr. Dabei gibt es - je nach Region - erhebliche Unterschiede. Das geht aus dem aktuellen "Mietspiegelindex 2008" der "F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH" (F+B) hervor, die dafür alle amtlichen Mietpreisübersichten in Deutschland ausgewertet hat.

Große regionale Unterschiede

Die Mietexperten ermitteln dabei die Miethöhe für eine Wohnung normaler oder mittlerer Ausstattung mit 65 Quadratmetern in einer normalen bis mittleren Wohnlage. In Deutschland liegt diese Durchschnittsmiete bei 5,91 Euro pro Quadratmeter, doch die regionalen Unterschiede sind groß.

Während in Norddeutschland die Mieten dem Durchschnitt entsprechen, müssen die Mieter im Süden, also Baden-Württemberg und Bayern, und in der Mitte Deutschlands (in Hessen und Rheinland-Pfalz) mit 7,21 bzw. 6,32 Euro pro Quadratmeter deutlich mehr für ihre Wohnung bezahlen. Leicht unterdurchschnittlich ist das Mietenniveau in Nordrhein-Westfalen, deutlich niedriger sind die monatlichen Mieten in Ostdeutschland, einschließlich Berlin.

München bleibt Miet-Spitzenreiter

Am teuersten ist und bleibt das Wohnen in der bayerischen Landeshauptstadt. In München liegt das Mietniveau um 66 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt: 9,81 Euro zahlt ein Münchner Mieter pro Quadratmeter. Doch auch die Flucht aus München in den Speckgürtel bringt miet-technisch nicht viel: Denn auf Rang zwei und drei der teuersten Städte folgt mit den Gemeinden Germering und Dachau gleich das Münchner Umland.

Mietspiegelindex, Miete

Recht günstig ist die Miete dagegen in Berlin: In der Hauptstadt liegt das Mietniveau in den westlichen Stadtteilen derzeit um drei Prozent - und im Ostteil sogar 10 Prozent unter dem deutschen Mittelwert. Für die Mieter im München bedeutet das, dass sie über 70 Prozent mehr für ihre monatliche Nettokaltmiete veranschlagen müssen als die Berliner.

Strukturschwach = billig

Dabei müssen Mieter in besonders strukturstarken Regionen sehr viel tiefer in die Tasche greifen, als der Rest der Republik. Neben München und seinem Umland gilt das auch für das Rhein-Main-Gebiet, Stuttgart und Umgebung, die Rhein-Schiene Köln-Düsseldorf und auch die Gegend um Hamburg. Im Umkehrschluss sind die Mieten umso günstiger, je strukturschwächer die Region ist. Nicht umsonst liegen die preiswertesten Städte Deutschlands alle auf dem flachen Land - und in Gebieten, die unter Landflucht leiden.

Glück hat, wer im Osten auf Wohnungssuche ist: In ostdeutschen Großstädten sind die Mieten vergleichsweise moderat, keine ostdeutsche Stadt ist unter den Top 30 vertreten. Und in noch einem Punkt ist der Osten anders: Während in Westdeutschland meist die Regel gilt, je jünger die Wohnung, desto höher die Miete, sind in Ostdeutschland die Altbaubestände mittlerweile am teuersten. Wer also bei der Miete sparen will, sollte den Umzug in eine Neubauwohnung in Eberswalde überlegen: Hier ist eine 65-Quadratmeter-Wohnung für unter 220 Euro im Monat zu haben.

KOMMENTARE (10 von 12)
 
auwei (08.09.2008, 11:16 Uhr)
Wohnung...
...ist wieder so ein Bereich, wo der Markt versagt. Wenn man den Vermietern zuhört, ist ein Mietobjekt offensichtlich kaum rentabel zu betreiben, dennoch ist der Mietanteil am Einkommen bei den meisten unverschämt hoch. Wohneigentum ist nur über Mega-Verschuldung realisierbar (besonders gern genommen in Zeiten, in den bei vielen morgen schon das individuelle finanzielle Aus drohen kann - oder auch nicht, wer weiß das schon?). Quo vadis, Markt? Und vor allem: Cui bono? Das alte Heilsversprechen ist dahin...
107Summer (08.09.2008, 11:10 Uhr)
Nicht...
dass ich es mir nicht leisten könnte, aber ich schaue nun mal auf das Geld. Deswegen habe ich mir schon überlegt, einen alten Wohnwagen zu kaufen und an den Stadtrand zu ziehen. Nur so kann man heutzutage noch richtig Geld sparen und sich eine eigene Wohnung später mal kaufen, ohne sich bei einer Bank auf Lebenszeit versklaven zu lassen.
Clemens1964 (08.09.2008, 09:42 Uhr)
ich meinen natürlich
50% ihres netto
Clemens1964 (08.09.2008, 09:31 Uhr)
komisch,
dass hier hamburg nicht auftaucht?! die meisten meiner bekannten zahlen inzwischen mehr als 50% für ihre miete...
Logic (08.09.2008, 09:08 Uhr)
Stimme zu
Ich stimme den Vorrednern zu. Ich wohne in Dachau Pl. 3. 7,80 EUR/qm das ich nicht lache. Vor 30 Jahren vielleicht, das mag schon sein. Also bitte das nächste Mal etwas mehr Realitätsnähe. Danke.
whismerh2 (08.09.2008, 08:41 Uhr)
@provocateur
Genau, und das korrupte Maklergesocks
gleich mit zu Fischfutter.
Ansonst gebe ich den Vorrednern nur Recht, die schöngerechneten Durchschnittsmieten sind ein Witz.
Hier In Ffm wenn man in einer vernünftigen Gegend wohnen will, also nicht In Preungesheim und co,
wo Du als Einheimischer kaum noch auf die Straße gehen willst und kannst, sind 10 Euro kalt aufwärts standard, plus Nebenkosten da bist Du schnell bei 15.
Na ja wenn wunderts schon, alle Fotz lang irgendwelche Forsa Umfragen veröffentlichen und dann solch erträumten Durchschnittsmieten ermitteln.
provocateur (08.09.2008, 08:15 Uhr)
Schwerter zu Pflugscharen...
...UND MIETHAIE ZU FISCHSTÄBCHEN!!!
arniston (08.09.2008, 05:06 Uhr)
gamsbart
bin dafür... wer gamsbart am jodlerhut
sollte in münchen mietfrei wohnen dürfen.
herdubreid (07.09.2008, 21:41 Uhr)
Warum werden noch immer
Ost- und Westmieten miteinander verglichen? Natürlich ist eine Ostmiete aus Münchner Sicht relativ moderat, aber mein Gehalt ist im Verhältnis zu einem Westgehalt auch "relativ moderat". Natürlich gibt es auch hier teure Wohnungen, ein Durchschnitt sagt garnichts aus. Und die günstigen werden immer weniger, da inzwischen saniert (ist natürlich erfreulich) oder abgerissen.
Maria1000 (07.09.2008, 19:53 Uhr)
ich
zahle übrigens rund 16 Euro pro Qm, und das seit 10 Jahren! Und für eine "durchschnittlich ausgestattete Wohnung mit miserabelster Wärmedämmung (gar nicht vorhanden, genauer gesagt...) - alle meine Arbeitskollegen zahlen mehr oder minder DASSELBE in München!
Es gibt,w ie schon mein Vorschreiber schrieb, in München nichts zu 9,xx Euro in "normalen" Stadtvierteln! (bin nicht mal sicher ob es auf dem "freien" Wohnungsmarkt in Aso-Vierteln was zu unter 10 Euro hier gibt...) - bitte AKTUELLE Mieten recherchieren!
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