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14. Januar 2009, 12:24 Uhr

Bund offenbar vor Einstieg bei Hypo Real Estate

Nach der Beteiligung an der Commerzbank prüft der Bund offenbar nun auch einen Einstieg beim angeschlagenen Finanzkonzern Hypo Real Estate. Das berichten zahlreiche Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Finanzkreise. Der angeschlagene Immobilienfinanzierer wollte sich nicht zu einer möglichen Teilverstaatlichung äußern. "Kein Kommentar", sagte ein Firmensprecher.

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Hypo Real Estate, Bund, Teilverstaatlichung, Commerzbank

Spekulationen über Teilverstaatlichung: Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate braucht erneut die Hilfe des Bundes© Sean Gallup/Getty Images

Der Bund steht offenbar vor dem Einstieg bei einer zweiten deutschen Großbank. Die angeschlagene Immobilienbank Hypo Real Estate benötigt Parlaments- und Finanzkreisen zufolge neue Milliardenhilfen vom Staat. "Die Teilverstaatlichung der Hypo Real Estate steht im Grundsatz fest", sagte ein mit der Angelegenheit vertrauter Banker. "Die Münchener sind nach der Commerzbank die nächsten", sagte ein weiterer Insider aus Berlin.

Beraten werde mit dem staatlichen Rettungsfonds SoFFin zudem über eine Abspaltung des Staatsfinanzierers Depfa, dessen Refinanzierungsprobleme die Krise bei der Immobilienbank Ende 2008 ausgelöst hatten. "Die Depfa ist das Hauptproblem bei der Hypo, aber auch ohne die irische Tochter ist die Bank noch nicht völlig aus dem Gröbsten heraus", sagte eine Person aus dem Umfeld des Instituts.

Der SoFFin und die Hypo Real Estate lehnten eine Stellungnahme ab. Der Bund hatte erst vor kurzem angekündigt, mit gut 25 Prozent bei der Commerzbank einzusteigen und Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus insgesamt 18,2 Milliarden Euro zuzuschießen. Bei der Hypo Real Estate würden die genauen Konditionen mit dem SoFFin noch ausgehandelt. Am Ende gebe es wohl ein Gesamtpaket einschließlich einer nicht stimmberechtigten stillen Einlage des Bundes.

Die Regierung ziehe aber zunehmend Stammkapital vor, da sie so direkt beteiligt werde und später die Aktien möglicherweise auch wieder mit Gewinn verkaufen könne. "Zudem kann der Bund so verhindern, dass die Bank einschließlich des staatlichen Kapitals später feindlich übernommen wird", sagte ein Eingeweihter.

Die Hypo Real Estate hatte sich in der Finanzkrise massiv verspekuliert und musste im Herbst mit Kredithilfen anderer Banken und des Staates von 50 Milliarden Euro vor dem Kollaps bewahrt werden. Das Institut nahm zudem Garantien des Bundes über 30 Milliarden Euro in Anspruch, um kurzfristige Finanzlücken zu schließen. Seit Wochen laufen Verhandlungen mit dem SoFFin über weitergehende Hilfen. Analysten schätzen den Kapitalbedarf für die Bank auf mehrere Milliarden Euro - insbesondere nachdem die Krise im vierten Quartal Experten zufolge nochmals massiv negativ zu Buche geschlagen ist. "Die Kapitalbasis ist kräftig unter Druck", sagte einer der Insider.

Reuters/DPA
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Eisenbaer (14.01.2009, 14:47 Uhr)
Genau das ist die richtige Herangehensweise
Ihr wollt Geld vom Steuerzahler? Das könnt Ihr haben, aber nur nur gegen die Hinterlegung von Sicherheiten in Form von Unternehmens-Anteilen. Später, wenn Ihr dann wieder liquide seid, dann könnt Ihr Eure Anteile wieder zum dann geltenden Tagespreis auslösen.

Umsonst gibt es nichts, die Millionen von Steuerzahlern haben auch nichts zu verschenken. Wer Geld verleiht, will auch etwas dafür haben. Das Prinzip müsste Euch als Bank eigentlich doch geläufig sein.
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