Körper mit Handicap

Manche Kinder sind nur schusselig: Sie rennen Spielgefährten um oder rempeln sie an. Andere hinken in ihrer körperlichen Entwicklung Gleichaltrigen hinterher. Woran Sie eine Bewegungsstörung erkennen.

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Mini-Füße: Auf ihnen soll der Nachwuchs später sicher durchs Leben gehen©

Balancieren, auf einem Bein hüpfen, Treppenstufen herunter springen: Sechsjährige müssten all das können. 25 Prozent dieser Kinder haben damit aber Probleme. Ob Ihr Nachwuchs sich seinem Alter entsprechend entwickelt, können Sie Ihren Kinderarzt prüfen lassen, indem Sie regelmäßig zu den Vorsorge-Untersuchungen gehen und Ihren Sprößling aufmerksam beobachten. Ist er nur ein kleiner Bewegungsmuffel, reicht es schon, wenn er mehr Sport treibt.

Schwerwiegender sind so genannte motorische Entwicklungsstörungen. Unter diesem Begriff fassen Fachleute eine Vielzahl von körperlichen Behinderungen zusammen: Babys, die sich nicht drehen können oder Kleinkinder, die das Sitzen, Krabbeln oder Laufen zu spät oder gar nicht lernen. Viele Kinder mit motorischen Entwicklungsstörungen überstrecken Arme und Beine oder knicken sie wie im Krampf übermäßig zusammen.

Solche Handicaps können verschiedene Ursachen haben. Vielleicht sind die Knochen oder Gelenke falsch gewachsen oder die Muskeln nicht ausgereift. Möglicherweise sind auch die Nerven in Mitleidenschaft gezogen. Warum passiert dies gerade unserem Kind, fragen sich betroffene Eltern oft. Die Antwort ist meist nicht einfach. Was genau die Entwicklung verzögert, kann von Fall zu Fall verschieden sein.

In Frage kommen Störungen des Stoffwechsels, genetische Krankheiten oder Viren. Epilepsie, Hirntumore oder Knochengeschwüre können ebenfalls verhindern, dass Bewegungen richtig ablaufen. Sehr anfällig für Behinderungen aller Art sind zudem extrem früh geborene Kinder, so genannte Frühchen.

Schwachstellen im Gehirn können Muskeln lähmen

Warum ein Kind sich nicht richtig entwickelt, ist oft schwer zu sagen. Nur in etwa rund 60 Prozent aller Fälle können Wissenschaftler die Ursache herausfinden. Darunter fallen Fehlbildungen von Muskeln und Knochen, aber auch des Herzens oder des Gaumens.

Bei vielen angeborenen Bewegungsstörungen liegt die Ursache im Gehirn. Denn hier können bereits kleine Schwachstellen schwere Folgen nach sich ziehen. Mangelt es etwa an einem Botenstoff zwischen den Nervenzellen, kann das Muskeln lähmen. Und wenn sich beim Ungeborenen die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit staut, wird das Kind eventuell mit einem Wasserkopf, einem so genannten Hydrocephalus, geboren. Lassen die Eltern ihr Baby nicht operieren, zerstört die Krankheit nach und nach das Hirn des Kindes.

Umweltgifte und schädliche Strahlen

Ein bis zwei Prozent aller körperlichen Handicaps entstehen durch Umweltgifte, Chemikalien, Viren oder schädliche Strahlen. Kommt das Ungeborene damit im Mutterleib in Kontakt, stört das die normale Entwicklung seines Gehirns. Fünf Prozent der Behinderungen entstehen, weil die Mutter an einer bestimmten Krankheit leidet. 14 Prozent sind auf Abweichungen im Erbgut zurückzuführen. Bei jedem fünften behinderten Kind gehen Fachleute von mehreren Ursachen aus.

Die meisten Behinderungen werden erst nach dem sechsten Lebensjahr erkannt. Experten vermuten: Eltern können erst dann akzeptieren, dass ihr Kind den Rückstand in der Entwicklung nicht mehr aufholt. Dabei ist es sehr wichtig, diese Störungen so früh wie möglich anzugehen. Ein körperlich behindertes Kind kann in vielen Fällen mit therapeutischen Hilfen wie Krankengymnastik oder Ergotherapie lernen, sich besser zu bewegen und seinen Alltag leichter zu bewältigen. Eine Psychotherapie kann es zudem innerlich stützen.

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