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Ausfahrt im VW Budd-e: Licht aus - Spot an!

Der VW Budd-e war nicht nur für Automobilisten der gleißend hell illuminierte Höhepunkt der CES in Las Vegas. Der Elektro-Bus soll Aushängeschild für eine neue Elektroplattform sein, die Volkswagen bis 2020 in Serie bringt. Wir haben den Budd-e bereits einmal surren lassen.

VW Budd-e - zumindest die Plattform soll 2019 / 2020 kommen

VW Budd-e - zumindest die Plattform soll 2019 / 2020 kommen

Auch die ehemals sündige Spielerstadt Las Vegas hat nicht nur breite Flaniermeilen mit taghell erleuchteten Megadisplays. Hier, nur fünf Minuten entfernt vom Strip und der Interstate I-15, ist das Gewerbegebiet schwarz wie die Wüstennacht. Es gibt einige düstere Table-Dance-Bars, Bauunternehmungen sowie zwielichtigen Im- und Export. Zu abendlicher Stunde könnte man auf der Straße übernachten, denn kein Auto ist weit und breit zu erspähen. Als sich das gleißend helle Ufo nähert, stellt sein LED-Zierrat sogar die Skyline von Las Vegas mit den gigantischen Hotels MGM Grand, Luxor oder New York - New York in den Schatten. Nahezu geräuschlos rollt der VW Budd-e heran. Gerade noch der automobile Star auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas und nun zu abendlicher Stunde abseits des turbulenten IT-Ameisenhaufens unterwegs in einem namenlosen Gewerbegebiet.

Licht aus - Spot an!
VW Budd-e - zumindest die Plattform soll 2019 / 2020 kommen

VW Budd-e - zumindest die Plattform soll 2019 / 2020 kommen

Volkswagen will bis spätestens 2020 eine neue Elektroplattform auflegen; Markenchef Herbert Diess würde ebenso wie einige andere Verantwortliche im derzeit gebeutelten Mega-Konzern gerne bereits ein Jahr zuvor so weit sein. "Die Plattform ist wichtig - nicht das Auto", erläutert Dzemal Sjenar, leitender Entwicklungsingenieur im Hause Volkswagen, verantwortlich für die Konzeptfahrzeuge, "hier ist vieles denkbar. Radstand und Spur sind variabel. Eine eigene Plattform mit wechselnden Aufbauten muss machbar sein, damit sich das Ganze auch rechnen kann." Und man muss kein Prophet sein, um einem kompakten Bus wie dem allemal sehenswerten VW Budd-e eher geringe Chancen auf eine spätere Serienumsetzung zu geben.

Dabei wäre es schade, würde Volkswagen die Idee eines coolen Lifestylebusses ein weiteres Mal in der Schublade verschwinden lassen. Mehrfach machten Konzeptstudien aus Wolfsburg Lust auf eine Neuauflage des legendären Bullys. Doch die Nachfrage nach einem derart speziellen Van, bei dem Design vor Praktikabilität steht, wird mittelfristig als überschaubar eingeschätzt - erst Recht mit Elektroantrieb. Dabei bietet der schneeweiße Budd-e mit seiner Plattformstrategie viele Möglichkeiten. Im CES-Prototypen stehen neben dem elektrischen Allradantrieb und die opulenten Platzverhältnisse im Fond die Bedienmöglichkeiten im Vordergrund. Echte Schalter gibt es nur für das Fahrprogramm selbst. Der Rest wird per Sprache, Geste oder Touchmodul realisiert. Per Gestensteuerung öffnen sich beispielsweise Fahrertür und man nimmt im klinisch reinen Innenraum Platz, der auch einem Raumschiff der Zukunft entstammen könnte. Mit einem lässigen Wischen auf einem Taster schließt sich die Fahrertür ebenso wie die Schiebetür rechts. Es heißt angeschnallt und los geht es - Viva Las Vegas! Die LED-Module im Innenraum sind dabei am Steuer so hell, dass man die düstere Umgebung nur noch erahnen kann. Wer weiß, wer sich hier zu späterer Stunden noch herumtreibt?

Ein Druck auf den D-Schalter, dann das Gaspedal bedient und schon rollt der Budd-e langsam an. Von den avisierten 225 kW / 304 PS Gesamtleistung, die beide Antriebsachsen (vorn mit 100 kW / 136 PS, 200 Nm sowie hinten 125 kW / 170 PS, 290 Nm) mit elektrischer Energie aus dem Flachspeicher versorgen, ist nicht viel zu spüren. Langsam und fast geräuschlos setzt sich der 4,60 Meter lange Kompaktriese in Bewegung. Die beiden Cockpitdisplays lassen die Skyline von Las Vegas ebenso zur Nebensache werden wie der gewaltige Lichtkegel, der auch während der langsamen Fahrt große Teile der Fahrbahn illuminiert. Die Batterien und die Antriebseinheit des Messemodells stammen vom aktuellen E-Golf. Während der jedoch nach rund 150 Kilometern an die Steckdose muss, stellen die Volkswagen-Entwickler für den CES-Probanden eine Reichweite von 533 Kilometern in Aussicht. Wenn zum Ende des Jahrzehnts die Infrastruktur vorhanden sein sollte, kann das Akkupaket des Elektro-Busses bei einer Ladeleistung von 150 kW (DC) in rund einer halben Stunde wieder auf 80 Prozent erstarken.

Ohne große Lenkbewegungen geht die Straße hinauf, bevor in einer nachtschwarzen Einfahrt das Wendemanöver des weißen Elektro-Ufos ansteht. Etwas ungelenk geht es nach der 180-Grad-Kehre wieder in die andere Richtung - diesmal etwas flotter. Dafür, dass der Budd-e ein gebasteltes Einzelstück ist, funktioniert die Fahrt prächtig. Hier und da knarzt und knackt es - sonst hat die Zukunft längst begonnen. Seine imaginäre Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h. Einzelne Fahrtinformationen flimmern über die beiden Displays, während sich die beiden Insassen im Fond auf einem 34 Zoll großen Display gerade ein paar animierte Bilder über die zweite Spielerstadt der USA - Reno - anschauen.

"Wir hatten für diesen Prototypen einen Projektvorlauf von rund einem Jahr", ergänzt Dzemal Sjenar lächelnd, "Radnabenmotoren werden bei uns sicher nicht kommen. Die sind technisch schwierig und bieten kaum Vorteile. Für ein solches Konzept wie den Budd-e wäre alles denkbar: Front-, Hinterrad- und Allradantrieb." Doch längst kein Geheimnis mehr, dass die Wolfsburger wohl auf einen Hinterradantrieb gehen werde. Für spezielle Modelle dürfte ein Allradantrieb - ggf. mit entsprechender Allradlenkung - ebenfalls gesetzt sein. Was dem Einzelstück des VW Budd-e anzumerken ist, bleibt der niedrige Schwerpunkt. Bei einem etwaigen Serienmodell würde das im Boden verbaute Flachspeicherpaket ein Gewicht von bis zu 600 Kilogramm haben. Die Elektromotoren will Volkswagen bei seinem Serienmodell, das 2019 / 2020 seine Premiere feiern wird, in Eigenregie produzieren.

Als die kurze Probefahrt vorbei ist, steht der Budd-e wieder da - mitten im düsteren Gewerbegebiet. Die Techniker scharren bereits mit dem Hufen. So schnell als möglich soll der Budd-e mit dem Flieger zurück nach Deutschland gebracht werden. Was bleibt sind die Träume - doch wo ließen sich diese farbenfroher genießen als in Las Vegas?

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Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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