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Tesla stellt Modell D vor: Ein excellentes Auto, aber nicht mehr

Eon Musk hat den Tesla D gezeigt. Der Wagen ist beachtlich, besitzt zwei Motoren und Allradantrieb. Doch alle sind enttäuscht, weil sie ein Wunder erwartet haben.

Der US-Elektroautopionier Tesla hat die neue Modellreihe D vorgestellt. Aber ein tolles Auto allein kann die Erwartungen nicht befriedigen, die Firmenchef Elon Musk entfacht. Die wichtigste Neuerung war lange bekannt. Version D hat einen Allradantrieb. Wie zu erwarten, wird die Kraftverteilung durch einen zweiten Motor erreicht, bei einem Verbrenner löst ein Getriebe das Problem.

Der Traum vom Superauto

Zwei Motoren sorgen jetzt für eine rasante Beschleunigung. D soll 2015 in drei Ausführungen auf den Markt kommen. Die Spitzenversion P85D kann in 3,2 Sekunden von null auf 100 durchstartet und eine Endgeschwindigkeit von 250 Kilometer pro Stunde erreichen. Da kommt kaum ein Supersportwagen mit. Einziges Problem: Wenn die sagenhaften Leistungen auf der Rennstrecke tatsächlich abgerufen werden, schrumpft die Reichweite der Batterie gewaltig.

Mehr Speed und Allrad stellen die Tesla-Jünger nicht zufrieden. Sie hatten zuvor das D mit Driverless übersetzt und eine Art Über-Google-Auto erwartet. Ein selbstständig fahrendes Roboterauto mit den Leistungsdaten eines Ferraris und das Ganze unmittelbar vor der Serienfertigung.

Nur ein großes Facelift

Stattdessen gibt es einen Autopiloten. Ein sehr hochtrabender Name für ein Bündel von Assistenzsystemen wie sie auch bei BMW, Audi und Mercedes zu haben sind. US-Experte Ivan Drury von der Auto-Vertriebsplattform edmunds.com geht nicht davon aus, dass sich mit dem Modell D der Absatz nennenswert steigern lässt. "Wer D kauft, wollte auch S haben", sagte Drury dem Sender CNBC. Tesla habe nur notwendige Anpassungen vorgestellt, um diese Kunden bei der Stange zu halten. Viel mehr als eine große Produktpflege kann er nicht erkennen. Letzten Endes ist es keine Baureihe D sondern nur eine Variante D des altbekannten Tesla S. Die vermeintliche Revolution entpuppte sich als das altbekannte Nachreichen des Allradantriebs, so wie der Golf 4motion nach einem halben Jahr auf den neuen Golf folgt.

"Es ist Teslas verzweifelter Versuch, einen Allradantrieb für die Ski-Saison ins Angebot zu bekommen", kommentierte ein Analyst. Das Feature ist immerhin ein Plus für Tesla-Kunden im Norden Amerikas und Märkten wie Kanada und Skandinavien, in denen Luxuswagen nur mit Allradantrieb gekauft werden.

Ergänzung: Ein Leser weist darauf hin, dass die Bezeichnung D in der Presse verkürzend ist und die korrekte Bezeichnung laute: Tesla Modell S P85D.

Gernot Kramper mit Agenturen
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