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Praxistest: Audi A6 Avant 3.0 TDI quattro: Traumfänger

Handlungsreisende horten heimlich Audi-Prospekte unterm Kopfkissen. Der A6 ist der Traumwagen jedes Kilometerfressers: Geräumig, schnell, ziemlich sparsam und mit allerlei Helferlein ausgerüstet. Die sind aber teuer.

Was haben Nivea, Google und Audi gemeinsam? Alle drei gehören zu den Lieblingsmarken der Deutschen. So jedenfalls lautet das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Befragung von 250.000 Personen. Die Marke mit den Ringen fährt in Sachen Image allen anderen davon. Und kaum ein Modell steht so für den Aufstieg von der piefigen Opa-mit-Hut-Marke zum Traumauto-Bauer wie der A6.

Die meisten Autofahrer dürften einen A6 von hinten auf Anhieb erkennen, während sie die Front wahrscheinlich am schnellsten im Rahmen eines Innenspiegels identifizieren können. Der große Audi verbringt einen nicht unbeträchtlichen Teil seines Lebens auf der Überholspur. Die meisten Kunden ordern ihn mit PS-starken Motoren und hochwertiger Ausstattung. Die Wahl für den Avant fällt leicht, denn die Kombiversion sieht sogar eleganter aus als die Limousine.

Die stärkste Dieselmotorisierung ist der A6 Avant 3.0 TDI quattro mit 176 kW/240 PS, bei dem das optionale Sechsstufen-Automatikgetriebe für ein klassisches Langstreckenauto einfach dazugehört. Der Grundpreis beträgt dann stolze 50.100 Euro. Die Sicherheitsausstattung des A6 ist vorbildlich, und Dinge wie Nebelscheinwerfer oder Klimaautomatik sind immerhin serienmäßig an Bord. Die Liste der gern georderten Optionen allerdings ist ellenlang. Das Navigationspaket inklusive Bluetooth-Freisprecheinrichtung etwa kostet 2820 Euro und allein die Optionen zum Thema Sitzkomfort umfassen acht verschiedene Posten.

Stell mich ein

Hat man sich die Wunschausstattung zusammengespart oder für den Dienstwagen zusammengestellt, wird der A6 schnell zum angenehmen Reisebegleiter. Mit dem drehmomentstarken Dreiliter-Diesel ist man schnell unterwegs. Doch den angegeben Durchschnittsverbrauch von 7,1 Litern auf 100 Kilometer konnte unser Testwagen nicht erfüllen. Stattdessen schluckte der Wagen im Schnitt zwischen 8 und 8,5 Litern. Dank Allradantrieb kennt der Audi-Kombi keine Traktionsschwächen und legt nicht nur auf Schnee ein fantastisches Fahrverhalten an den Tag.

Mit elektronisch geregelter Luftfederung (1950 Euro) kann man den Wagen auf sänftengleichen Komfort oder dynamische Gangart trimmen, oder man entscheidet sich für die (meist optimale) automatische Einstellung von Fahrzeugniveau und Dämpfung. Über das "MMI" genannte Fahrzeuginterface an der Mittelkonsole, das aus verschiedenen Drehreglern und Schaltern besteht, kann man diverse Einstellungen am Auto vornehmen.

Das System hat seine Stärken – die Bedienung der Freisprecheinrichtung und des Radiosystems etwa gehen nach einer gewissen Eingewöhnung flott von der Hand – und seine Schwächen: Die Mischbedienung des Navigationssystems mit Drehregler und Schaltern erfordert es, öfter auf die Mittelkonsole zu schauen, da sich viele Schalter auch nach der Eingewöhnungsphase nicht durch Ertasten voneinander unterscheiden lassen. Im Vergleich zum neuen iDrive von BMW kann man sich beim Audi-System allerdings nicht so schnell in Untermenus verzetteln.

Tücken der Technik

Für 600 Euro Aufpreis gibt es den "Side Assist", der vor anderen Autos seitlich hinter dem Fahrzeug warnt. Das Warnlicht des Spurwechsel-Assistenten kann man zwar per Einstellungsmenü in der Helligkeit anpassen. Doch das System arbeitet mit praxisfernen Abständen. In Stresssituationen lenkt das hektische Blinken manchmal mehr ab, als dass es hilft, da es oft vor Fahrzeugen warnt, die noch weit entfernt sind. Zumindest im Stadtverkehr stellt man das System schnell ab – und auch in einem Hightech-Kreuzer sollte man sich für einen gewissenhaften Schulterblick nicht zu schade sein.

Der Abstandstempomat (1590 Euro) hält automatisch einen vorhergewählten Abstand zum Vordermann. Doch auch hier zeigen sich die Unterschiede zwischen Theorie und Praxis. Je leerer die Autobahn, desto größer ist der Komfortgewinn. Wie auch bei den Systemen von BMW oder Mercedes ist Audis Adaptive Cruise Control aber in manchen Situationen zu phlegmatisch – sie bremst spät, aber ziemlich stark, oder braucht zu lange, bis sie nach einem Bremsvorgang wieder beschleunigt. Letzteres lässt sich aber durch einen Tritt aufs Gaspedal ausgleichen, ohne dass sich das System deaktiviert. Während der Testphase erwies sich der Abstandstempomat auch bei schlechten Witterungsbedingungen als zuverlässig.

Wer in Sachen Leistung Abstriche machen kann und Preisdifferenzen lieber in bessere Ausstattung investiert, dürfte übrigens schon mit dem 2.0 TDIe (100 kW/136 PS, ab 35.100 Euro) glücklich werden. Der Vierzylinder-Diesel schiebt den schweren Wagen überraschend flott voran und verbraucht im Schnitt 5,3 Liter pro 100 Kilometer (Automatik: 5,8 Liter). Auf Allradantrieb muss man beim Zweiliter-TDI dann allerdings verzichten.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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