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Smart ForFour Cdi: Shareholders Alptraum

Schnurrige Kunststoffteile, niedliche Doppelaugen ein hübsches Panorama-Dach. Der Smart ForFour sieht gar nicht aus wie der Alptraum der Aktionäre. Dennoch wurde der Unhold auf vier Rädern erlegt.

Schnurrige Kunststoffteile, niedliche Doppelaugen ein hübsches Panorama-Dach - klein ist er auch noch. Der Smart ForFour sieht gar nicht aus wie der Alptraum der Aktionäre, wie der Nachtmahr der Börse, wie ein Milliarden verschlingendes Monster. Dennoch wurde der Unhold auf vier Rädern erlegt, jetzt gibt es nur noch Auslaufmodelle des netten Schnuffels beim Händler.

Woran hat es gelegen? Für einen Kleinwagen ist der ForFour durchaus ein fahrbares Gefährt. Das Dieseltriebwerk (wahlweise mit 75 oder 90 PS) setzt das Wägelchen flott und bei sehr geringem Durst in Schwung. 4,7 Liter werden als Mix-Verbrauch angegeben, lässt man sich vom Drehmoment zu sehr sportlicher Gangart verführen, werden es allerdings mehr.

Angenehmes Fahrgefühl

Der Wagen lenkt sich direkt und angenehm. Die manuelle Fünfgang-Schaltung arbeitet präzise, die automatische Lösung ist nicht nur wegen des Aufpreises nur bedingt zum empfehlen. Solange die Insassen weder zu fett, noch zu riesig ausfallen, sitzt man angenehm. Mit dem riesigen Panoramadach kommt Natur und Sonnenschein hinein, so kann man sich wohl fühlen. Problematischer ist da schon die Anmutung des Interieurs. Frisch und unverkrampft werden die einen sagen, andere wenden sich mit Grausen von Zusatzinstrumenten ab, die wie zwei Pilzchen im Märchenwald auf den Konsole sprießen. Die Anzeigen-Nadeln im Stil uralter Wasseruhren werden ebenfalls nicht nur Freunde finden.

Wo bleibt das Premium?

Entscheidender wird aber sein, dass der Kleinwagen sicherlich frisch, munter und gestylt daher rollt, aber leider keine Idee von "Premium" vermittelt. Der Diesel werkelt mit erträglicher Lautstärke vor sich hin, flüsterleise ist er aber nicht. Die verschiebbare und umlegbare Rückbank ist sicher patent, aber auch keine Revolution. Die Innenausstattung wirkt solide verarbeitet, aber dort wo die Sitze in den Teppich eingelassen wind, finden sich zehn Zentimeter lange Schnitte, die ungeniert den Blick auf die aufgeschlitzte Dämmung freigeben. Greift man hinter die Befestigung des Instrumententrägers, kann man sich die Finger aufschneiden. Der hakelige Griff für die Heckklappe fühlt sich einfach grauenhaft auf. Damenhände werden hier so manchen Fingernagel einbüßen. So stellt man sich das im Benz eigentlich nicht vor.

Pack' ein Kollege

Wirklich teuer sind insbesondere die Diesel nicht, denkt daran, dass bei ihnen ESP serienmäßig mit an Bord ist. Richtig viel wird für Sonderausstattungs-Fetischisten geboten. Im Smart bekommt man alles, was das Herz begehrt. Andere Kleinwagen bieten drei Ausstattungsreihen und ein paar Zusatzfeatures. Der Smart ForFour kann mit einer Liste ausgestattet werden, wie man es sonst nur bei Mittelklassefahrzeuge der Premium-Herrsteller findet. Wer will, kann hier richtig zugreifen. Kleiner Nachteil: Extra kostet immer auch Extra. Dummerweise kosten diese Schmankerln fast gleich viel, ganz egal ob ein Kleinwagen oder eine Luxuskarosse damit aufgewertet wird. Auf 20.000 Euro kann man den Cdi ohne sonderliche Anstrengung aufpumpen.

It's no It

Nur der Mini-Kunden gilt als so vorbildlich preis-resistent, dass er alles, was gut und teuer, in den Wagen einbauen lässt. Der Mini gilt eben als der chice Untersatz für die Single-Rebublik. Mit einer Frau als Eignerin, ein wenig hübsch gemacht, bringt er das gleiche Renommee wie ein 3er BMW. Aber könnte der Smart als jugendliches Äquivalent zu einer C-Klasse gelten? Da heißt die Antwort einfach nein. Aus irgendeinem Grund wurde der viersitzige Smart nicht das It-Auto, das er hätte werden sollen. "Polo mit Lifestyle-Anspruch" wurde einst getönt, offenkundig wollte man zuviel, als man sich sowohl die Hippness des Mini wie auch das Allerwelts-Image des Polo zum Ziel nahm. Ergebnis war, dass der Smart weder von der einen Kundengruppe noch von der anderen ernst genommen wurde. Im Gegenteil, bei vielen Zeitgenossen ist nicht einmal die Message angekommen, Smart baue etwas anderes als den Zweisitzer. Äußert man gegenüber drei x-beliebigen Personen das Angebot, alle mit einem Smart mitzunehmen, dann erntet man entsetze Blicke. Jeder glaubt, man wolle einen Verdichtungstest im bekannten Zweisitzer durchführen.

Zwei-Wochen-Begleiter

In vierzehn Tagen ließ sich durchaus Freundschaft schließen. Dafür macht das Fahren einfach Spaß, man fühlt sich flotter, als man vermutlich wirklich ist. Der Cdi motorisiert immer ausreichend, solange man auf der Autobahn nicht ausgewachsenen Wagen begegnet.

Und bleibt dabei sehr gut angezogen. Für eine vierköpfige Familie ist der Smart natürlich etwas zu klein geraten. Die verstellbare Rückbank macht es aber leicht, die drei Freunde doch mitzunehmen. Oder beim Wochenendausflug zu zweit, viel Gepäck unterzubringen. Ein paar Extras müssen sein, das gefahrene Sondermodell war Schwarz pur, hübscher und eigenwilliger ist der typische Zwei-Farbenlook, das Panoramadach sollte man ebenfalls nicht missen. Das frühe Endes führt zur Zeit zu mächtigen Nachlässen beim Händler, für Neu- wie auch für Jahreswagen. An der Hardware "Auto" lag der mangelnde Erfolg jedenfalls nicht. Zu den Auslauf-Preisen sollte man leichten Herzens den unglücklichen Charme-Bolzen bei sich aufnehmen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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