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Neulich im Auto: Eifel-Pendler steigen der Deutschen Bahn aufs Dach

Neulich am Bahnsteig. Es brodelt. Und zwar gewaltig. Bei den Eifel-Pendlern zwischen Trier und Köln hat sich Frust angestaut über die Missglückte Einführung der neuen Triebwagen des Typs Coradia Lint.

Ende 2013 wurden sie eingeführt, die neuen Triebwagen, die bei den Pendlern zwischen Trier und Kall seither den Puls erhöhen. Die Vorwürfe seither: Die Türen öffnen und schließen langsamer als eine Bahnschranke fällt, dadurch kommt es immer wieder zu langen Verspätungen. Schlappe 2.200 Minuten alleine im September auf dieser Strecke, hat zumindest eine Gruppe von rund 2.000 Eifel-Pendlern gezählt.

Zudem laufe die Klimaanlage im Winter, die Heizung im Sommer. Und weniger Platz als früher ist nun auch da, sodass sich die Pendler regelmäßig in den Zug drängeln müssen. Einige Pendler sollen sogar wieder auf das Auto umgestiegen sein, weil sie nicht zuverlässig rechtzeitig ihre Arbeit erreichen.

Frust mit Trillerpfeifen

Die Bahn hält gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeigerdagegen: "Im Vergleich zu früheren Verhältnissen konnten wir fraglos Verbesserungen erreichen". Man arbeite an den Türöffnungszeiten und habe deutlich weniger Ausfälle wahrnehmen können. Auch die Verspätungsstatistik sei übertrieben. Das wiederum liegt hauptsächlich daran, dass Bahn und Pendler unterschiedlich zählen.

Anfang Oktober ist eine Gruppe der Pendler, die sich inzwischen über Facebook organisieren, mit Trillerpfeifen vor dem Büro des Streckenbetreibers in Köln vorstellig geworden und hat sich ihrem Frust entladen. Das könne die Bahn – zumindest in Teilen – nachvollziehen.

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Trotzdem bleiben die Verhältnisse angespannt. Erst im Sommer kam es am Bahnhof in Euskirchen zu einem Notarzteinsatz, weil in einem überfüllten Zug auf der Strecke von Köln mit Verspätungen und defekter Klimaanlage 150 bis 200 Menschen behandelt werden mussten.

Hier gibt es übrigens unser Bahnstreik-Tagebuch

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