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Neulich im Auto: Ob im Auto oder im Flugzeug – ohne blindes Vertrauen geht nichts

Neulich außerhalb der eigenen Wohnung: Glaubt man den meisten Medien, ist der Schuldige für die Flugzeugkatastrophe der "Germanwings"-Maschine längst gefunden. Der Copilot soll es gewesen sein. Ich für meinen Teil bin mit zu schnellen Urteilen einmal vorsichtig und warte ab, was die Arbeit der zuständigen Experten am Absturzort und die Ermittlungen der zuständigen Behörden ergeben. Verurteilen kann man eine Tat auch noch in ein paar Wochen oder Monaten, wenn man mag.

Von dem, was ich in den vergangenen Tagen in den Medien gesehen, gehört und gelesen habe, ist nicht viel Substanzielles hängengeblieben. Zu viele Spekulationen von Journalisten haben dazu geführt, dass man feststellen musste, bislang kaum etwas wirklich zu wissen.

Das Ende einer Illusion

Interessant weil aus einer ganz anderen, philosophischen Perspektive gesehen fand ich den Leitartikel, den Dirk Kurbjuweit für die aktuelle Ausgabe des "Spiegel" geschrieben hat. Bislang hätten solch schlimme Flugzeugabstürze mit vielen Toten nie die Bundesrepublik getroffen. Doch seit dem vergangenen Dienstag sei das anders:

Das große Unglück hat seine traurige Exotik verloren, und damit endet eine Illusion. Dass wir sicherer als andere seien, solange wir uns auf das verlassen, was Deutsche angeblich ausmacht. Das ist eine Hybris, die sich lange gehalten hat.

Es geht nicht ohne blindes Vertrauen

Leben, schreibt Dirk Kurbjuweit weiter, sei "immer Ausgeliefertsein". Es gehe nicht ohne blindes Vertrauen.

Und hier sind wir beim Thema, mit dem ich mich hier im Autoblog heute beschäftigen möchte: Es geht mir um dieses blinde Vertrauen. Um das Vertrauen, das wir den Fahrern der uns auf der Bundesstraße entgegenkommenden Fahrzeuge schenken. Wir vertrauen darauf, dass sie in jenem Moment, in dem sie uns auf der Straße begegnen, wirklich bei der Sache, nämlich dem Autofahren sind, dass sie nicht abgelenkt sind, dass sie nicht gerade mit ihrem Handy spielen. Und auch, dass sie sich nicht das Leben nehmen möchten. Das nämlich wird vielerorts vom Copiliten des abgestürzten Airbus angenommen.

Neben diesem Vertrauen in den Menschen direkt geht es auch um Vertrauen in die Technik. Vertrauen wir als Deutsche "deutscher Technik" mehr als Technik aus dem Ausland?

Gestern hat eine Meldung die eifrig über den Copiloten berichtenden Medien etwas irritiert – nämlich die Nachricht, dass die Ermittler nach wie vor einen technischen Defekt des abgestürzten Airbus nicht ausschließen. Das mag wenig überraschen, aber es zeigt auch, wie sehr sich manche Journalisten auf den Menschen als Täter fokussiert haben. Gerade die "Bild"-Zeitung scheint (womöglich auch aus ganz banalen Gründen) wie gebannt von der Vorstellung, dass ein "Amokpilot" am Steuer der Maschine saß.

Vielleicht muss man auch sagen, dass technische Defekte einfach schlecht in unsere moderne und dazu noch deutsche Gesellschaft passen. Was nicht sein darf, kann nicht sein, mag manch einer denken.

Und doch: Ist es einfach nur extrem unwahrscheinlich, dass wir morgen auf dem Weg zur Arbeit durch einen Geisterfahrer sterben? Wir müssen einfach weiter Vertrauen schenken. Und uns damit abfinden, dass ein Restrisiko immer bleibt. Ob nun der Mensch Schuld trägt oder die Technik.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.