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Schnellstes Roboter-Auto der Welt: 230 km/h ohne Fahrer - Rekord!

Nie war ein Auto ohne Fahrer so schnell: Audis autonomer RS7, Spitzname "Bobby", ist mit leeren Sitzen und 230 km/h über den Hockenheimring gerast. Eine Rundenzeit von zwei Minuten reichte zum Rekord.

"Bobby" empfängt Streckendaten über WLAN und eine 3D-Kamera.

"Bobby" empfängt Streckendaten über WLAN und eine 3D-Kamera.

Bevor Audi beim Saisonfinale der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (DTM) die ersten drei Plätze belegt und sich die Markenmeisterschaft gesichert hat, stellte der Hersteller noch schnell seine Überlegenheit beim autonomen Fahren unter Beweis. Der technisch aufgerüstete Audi RS7 mit dem Spitznamen "Bobby", der in etwas über zwei Minuten den Hockenheimring umrundete, ist das schnellste jemals gebaute Roboter-Auto.

Schweinsteiger gab sich die Ehre

Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger gab das Signal zum Start, dann raste der 560 PS starke Prototyp los. Auf den Sitzen: niemand. In der ersten Gerade erreichte der fahrerlose RS7 bereits eine Geschwindigkeit von 180 km/h, die darauf folgende Kurve nahm er mit spielerischer Leichtigkeit und ohne eine einzige Kurskorrektur.

Über WLAN empfängt "Bobby" zentimetergenaue GPS-Signale, eine 3D-Kamera hinter der Frontscheibe liefert zusätzliche Daten. Diese werden im Kofferraum verarbeitet, dessen komplett verkabeltes Inneres an das Cockpit von Han Solos Raumschiff Millennium Falcon erinnert. Mit dieser zusätzlichen Technik bewältigte der RS7 die Rennstrecke am Sonntag ohne Fahrer und ohne Fernsteuerung.

Kaum schneller als ein geübter Fahrer

Für seine Runde brauchte "Bobby" knapp über zwei Minuten, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h. Ein geübter Durchschnittsfahrer ist kaum schneller. Dem DTM-Champion Marco Wittmann macht der autonom fahrende Audi allerdings keine Konkurrenz: Seine Bestzeit lag etwa 30 Sekunden unter der des RS7.

Der Traum vom autonomen Fahren

Ohnehin schaffen fahrerlose Autos solche Höchstleistungen nur auf genau ausgemessenen Strecken und bei Normalwetter. Eine Roboter-Automeisterschaft wird es daher so bald nicht geben. Die Technik, die dem RS7 zum Rekord verhalf, soll nicht in fahrerlosen, sondern zunächst nur in teilautonomen Autos zum Einsatz kommen.

Der Fahrer wird so schnell nicht abgeschafft, aber er soll sich bald bei niedrigen Geschwindigkeiten, etwa im Stau, zurücklehnen können, um dem Fahrassistenzsystem die Lenkung seines Autos überlassen. Dem Traum vom Nickerchen am Steuer stehen allerdings nicht nur technische, sondern auch gesetzliche Hürden im Wege. Fahrerlose Auto sieht die Straßenverkehrsordnung nicht vor.

Carl Philipp Walter

Wissenscommunity