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Autofahren im Winter: Sicher durch Eis und Schnee

Was tun, wenn der Scheesturm über die Straßen bläst? Die Fehler sind immer die gleichen. stern.de verrät, wie Sie sicher unterwegs sein können.

Jeder weiß es, aber nicht jeder hält sich daran: Das Fahren bei Schnee und Eis erfordert besondere Umsicht. Am wichtigsten ist eine angepasste Geschwindigkeit. Sie müssen so fahren, dass Sie noch sicher bremsen können. Manchmal muss man sehr viel langsamer fahren. Fahren Sie kontrolliert, ruhig und vorausschauend, vermeiden Sie plötzliche und unruhige Fahrmanöver. Abstand halten und mit Überraschungen rechnen: Andere Fahrzeuge können rückwärts rutschen oder plötzlich ins Schleudern geraten
Die Essentials

Jeder weiß es, aber nicht jeder hält sich daran: Das Fahren bei Schnee und Eis erfordert besondere Umsicht. Am wichtigsten ist eine angepasste Geschwindigkeit. Sie müssen so fahren, dass Sie noch sicher bremsen können. Manchmal muss man sehr viel langsamer fahren. Fahren Sie kontrolliert, ruhig und vorausschauend, vermeiden Sie plötzliche und unruhige Fahrmanöver. Abstand halten und mit Überraschungen rechnen: Andere Fahrzeuge können rückwärts rutschen oder plötzlich ins Schleudern geraten

© Foto:DON EMMERT7afp
Bei Schnee und Matsch vergrößert sich der Bremsweg auch mit geeigneter Bereifung. An Einmündungen und Kreuzungen bilden sich leicht Eisflächen. Der Verkehr poliert den Schnee dort zu glattem Eis, dann verlängert sich der Bremsweg aber noch einmal massiv.   Oberhalb von Schrittgeschwindigkeit reagiert der Wagen kaum noch auf abrupte Manöver. Eine Situation, in der man im Sommer nur kurz die Bremse antippen musste, führt zum Crash.   Besondere Probleme gibt es beim Abbiegen und auch beim Anfahren
Auf polierte Flächen achten

Bei Schnee und Matsch vergrößert sich der Bremsweg auch mit geeigneter Bereifung. An Einmündungen und Kreuzungen bilden sich leicht Eisflächen. Der Verkehr poliert den Schnee dort zu glattem Eis, dann verlängert sich der Bremsweg aber noch einmal massiv.

Oberhalb von Schrittgeschwindigkeit reagiert der Wagen kaum noch auf abrupte Manöver. Eine Situation, in der man im Sommer nur kurz die Bremse antippen musste, führt zum Crash.

Besondere Probleme gibt es beim Abbiegen und auch beim Anfahren

© Foto:Sven Hoppe7dpa
Wenn Sie die Wahl zwischen geräumt und nicht geräumt haben, sollten Sie die geräumte Spur wählen, auch wenn es da voller ist und langsam vorangeht.   Wenn Sie beherrscht und mit großzügigem Abstand fahren, können Sie dort am besten bremsen. Wiegen Sie sich nicht in falscher Sicherheit: Sie müssen den Wagen auch dann noch sicher beherrschen können, wenn die Reifen die Betonzone einmal verlassen müssen und über Eis und Schnee gleiten. Das Tempo sollten man daher am Eis und nicht am Beton bzw. Asphalt ausrichten
Rillen und geräumte Spuren

Wenn Sie die Wahl zwischen geräumt und nicht geräumt haben, sollten Sie die geräumte Spur wählen, auch wenn es da voller ist und langsam vorangeht.

Wenn Sie beherrscht und mit großzügigem Abstand fahren, können Sie dort am besten bremsen. Wiegen Sie sich nicht in falscher Sicherheit: Sie müssen den Wagen auch dann noch sicher beherrschen können, wenn die Reifen die Betonzone einmal verlassen müssen und über Eis und Schnee gleiten. Das Tempo sollten man daher am Eis und nicht am Beton bzw. Asphalt ausrichten

© Foto:Stefan Thomas7dpa
Bei normalen Straßenverhältnissen finden alle Reifen einen Untergrund mit ähnlichen Eigenschaften vor. Im Winter kann sich das schnell ändern. Die Reifen einer Fahrzeugseite finden auf einer gestreuten und abgetauten Spur halt, die der anderen Seite schlittern über Eis und Schnee.   Wer mit einem Wagen ohne den Schleuderverhinderer ESP unterwegs ist, erlebt beim Bremsen eine üble Überraschung, denn der Wagen bricht sofort aus. Der Grund: Eine Seite fasst auf dem Boden, die andere findet auch mit ASP keinen Halt. Schon bei mäßiger Geschwindigkeit dreht sich der Wagen unkontrolliert. Ähnliches droht beim Beschleunigen.   Ein moderner Wagen mit ESP verhindert das Schleudern und hält den Wagen in der Spur, aber auch er kann die fehlende Reibung auch nicht herbeizaubern. Der Bremsweg wird lang
Die Reibwert-Falle

Bei normalen Straßenverhältnissen finden alle Reifen einen Untergrund mit ähnlichen Eigenschaften vor. Im Winter kann sich das schnell ändern. Die Reifen einer Fahrzeugseite finden auf einer gestreuten und abgetauten Spur halt, die der anderen Seite schlittern über Eis und Schnee. Wer mit einem Wagen ohne den Schleuderverhinderer ESP unterwegs ist, erlebt beim Bremsen eine üble Überraschung, denn der Wagen bricht sofort aus. Der Grund: Eine Seite fasst auf dem Boden, die andere findet auch mit ASP keinen Halt. Schon bei mäßiger Geschwindigkeit dreht sich der Wagen unkontrolliert. Ähnliches droht beim Beschleunigen. Ein moderner Wagen mit ESP verhindert das Schleudern und hält den Wagen in der Spur, aber auch er kann die fehlende Reibung auch nicht herbeizaubern. Der Bremsweg wird lang

© Foto:Patrick Seeger/DPA
Eine geschlossene Eisdecke wird häufig unterschätzt. Tatsächlich hat man auf Eis keine Kontrolle über das Fahrzeug. Wer kann, sollte den Wagen stehen lassen. Wenn die Fahrt überhaupt nicht zu vermeiden ist, bleiben Sie bei erhöhter Schrittgeschwindigkeit. Immer wieder ist zu beobachten, dass Autofahrer, die wegen der Glätte kaum zum Auto gehen können, mit dem Wagen zügig losfahren.   Wenn es die Situation ermöglicht, sollten Sie einen vorsichtigen Bremstest versuchen. Echte Hilfen gegen Glatteis gibt es nicht. Nur Ketten oder die in Deutschland verbotenen Spikes sorgen auf Eis für eine deutlich erhöhte Traktion
Eis ist schlimmer als Schnee

Eine geschlossene Eisdecke wird häufig unterschätzt. Tatsächlich hat man auf Eis keine Kontrolle über das Fahrzeug. Wer kann, sollte den Wagen stehen lassen. Wenn die Fahrt überhaupt nicht zu vermeiden ist, bleiben Sie bei erhöhter Schrittgeschwindigkeit. Immer wieder ist zu beobachten, dass Autofahrer, die wegen der Glätte kaum zum Auto gehen können, mit dem Wagen zügig losfahren. Wenn es die Situation ermöglicht, sollten Sie einen vorsichtigen Bremstest versuchen. Echte Hilfen gegen Glatteis gibt es nicht. Nur Ketten oder die in Deutschland verbotenen Spikes sorgen auf Eis für eine deutlich erhöhte Traktion

© Foto:Andreas Gebert/DPA
Für das Auto sollten Sie folgende Grundausstattung unbedingt dabei haben: Enteiser, Eiskratzer, Schneebesen, Handschuhe und einen Reservekanister Scheibenreiniger.   Bei starkem Schneefall oder auf dem Land ist diese Zusatzausrüstung sinnvoll: Abtaumittel für Scheiben, Schneeschaufel, Granulat als Anfahrhilfe und Schneeketten (mit Arbeitshandschuhen, Taschenlampe und Decke), außerdem sollte man immer rechtzeitig auftanken.  Für die Insassen bei längeren Fahrten: warme Kleidung, Decken, gefüllte Thermosflasche
Die wichtigsten Helfer

Für das Auto sollten Sie folgende Grundausstattung unbedingt dabei haben: Enteiser, Eiskratzer, Schneebesen, Handschuhe und einen Reservekanister Scheibenreiniger. Bei starkem Schneefall oder auf dem Land ist diese Zusatzausrüstung sinnvoll: Abtaumittel für Scheiben, Schneeschaufel, Granulat als Anfahrhilfe und Schneeketten (mit Arbeitshandschuhen, Taschenlampe und Decke), außerdem sollte man immer rechtzeitig auftanken. Für die Insassen bei längeren Fahrten: warme Kleidung, Decken, gefüllte Thermosflasche

© Foto:Tim Brakemeier/DPA
Jede Menge frostsicheres Scheibenklar ist Pflicht für eine Fahrt im Winter – ohne dieses Mittel verschmutzt die Scheibe schnell so stark, dass Sie nichts mehr sehen können. Gehen Sie die Mischung großzügig an, bei Außentemperaturen von minus 10 Grad sollte Sie besser für minus 20 Grad anmischen, sonst gefrieren bei hoher Geschwindigkeit Reste des Gemisches zu einem dünnen Eisfilm auf der Frontscheibe. Konzentrat muss immer mit Wasser verdünnt werden, sonst bildet es einen Schmierfilm. Besser ist es, auf Vorrat zu kaufen, an der Tankstelle werden Höchstpreise verlangt.  Gegebenenfalls müssen Sie Warmluft auf die Frontscheibe lenken. So beugen Sie dem Einfrieren des Spritzwassers vor. Die warme Luft beansprucht auf Dauer allerdings die Augen
Sicht und Ermüdung

Jede Menge frostsicheres Scheibenklar ist Pflicht für eine Fahrt im Winter – ohne dieses Mittel verschmutzt die Scheibe schnell so stark, dass Sie nichts mehr sehen können. Gehen Sie die Mischung großzügig an, bei Außentemperaturen von minus 10 Grad sollte Sie besser für minus 20 Grad anmischen, sonst gefrieren bei hoher Geschwindigkeit Reste des Gemisches zu einem dünnen Eisfilm auf der Frontscheibe. Konzentrat muss immer mit Wasser verdünnt werden, sonst bildet es einen Schmierfilm. Besser ist es, auf Vorrat zu kaufen, an der Tankstelle werden Höchstpreise verlangt.

Gegebenenfalls müssen Sie Warmluft auf die Frontscheibe lenken. So beugen Sie dem Einfrieren des Spritzwassers vor. Die warme Luft beansprucht auf Dauer allerdings die Augen

© Foto:Wolfgang Rattay/DPA
Sie fahren auf der Landstraße, und direkt vor Ihnen wird die Strecke geräumt. Wenn der Winterdienst nur Salz und Granulat streut, fahren die Fahrzeuge ziemlich flott - nämlich etwa 80 km/h. Schneller sollten Sie nicht unterwegs sein, auf gefährliche Überholmanöver können Sie verzichten. Fahren Sie nicht zu dicht auf. Das Streugut wird zwar gehäckselt, aber immer wieder lösen sich Eisstücke von dem Giganten vor Ihnen. Wenn diese Brocken aufschlagen, kann es mächtig rumsen. Wenn das Räumfahrzeug plötzlich bremsen muss, braucht es weniger Bremsweg als Sie.  Sobald der Gigant Schnee mit der Schaufel beiseite schafft, wird er ganz langsam. Überlegen Sie es sich gut, ob Sie wirklich überholen wollen. In der geräumten Spur ist es langweilig aber sicher. Vor dem Räumfahrzeug fahren Sie auf einer geschlossenen Schneedecke. Wenn Sie nicht leichtsinnig sein wollen, dürften Sie dort meist auch nicht schneller fahren als vorher.   Auf der Autobahn fahren Räumfahrzeuge häufig auf mehreren Spuren versetzt und mit knappen Abstand hintereinander. Versuchen Sie niemals, sich zwischen Ihnen durchschlängeln. Dazu müssten Sie einen sehr schnellen Spurwechsel auf glattem Untergrund hinbekommen und im entscheidenden Moment haben Sie wegen der Schneefahne der Räumer keine Sicht
Hinter dem Räumungsfahrzeug

Sie fahren auf der Landstraße, und direkt vor Ihnen wird die Strecke geräumt. Wenn der Winterdienst nur Salz und Granulat streut, fahren die Fahrzeuge ziemlich flott - nämlich etwa 80 km/h. Schneller sollten Sie nicht unterwegs sein, auf gefährliche Überholmanöver können Sie verzichten. Fahren Sie nicht zu dicht auf. Das Streugut wird zwar gehäckselt, aber immer wieder lösen sich Eisstücke von dem Giganten vor Ihnen. Wenn diese Brocken aufschlagen, kann es mächtig rumsen. Wenn das Räumfahrzeug plötzlich bremsen muss, braucht es weniger Bremsweg als Sie.

Sobald der Gigant Schnee mit der Schaufel beiseite schafft, wird er ganz langsam. Überlegen Sie es sich gut, ob Sie wirklich überholen wollen. In der geräumten Spur ist es langweilig aber sicher. Vor dem Räumfahrzeug fahren Sie auf einer geschlossenen Schneedecke. Wenn Sie nicht leichtsinnig sein wollen, dürften Sie dort meist auch nicht schneller fahren als vorher.

Auf der Autobahn fahren Räumfahrzeuge häufig auf mehreren Spuren versetzt und mit knappen Abstand hintereinander. Versuchen Sie niemals, sich zwischen Ihnen durchschlängeln. Dazu müssten Sie einen sehr schnellen Spurwechsel auf glattem Untergrund hinbekommen und im entscheidenden Moment haben Sie wegen der Schneefahne der Räumer keine Sicht

© Foto:Peter Endig/DPA
Wenn Ihnen auf der Landstraße ein Räumfahrzeug von vorn begegnet, dann können Sie das Zusammentreffen nicht vermeiden. Wer unsicher ist, sollte sich nicht scheuen, den Blinker zu setzen, am Straßenrand zu halten und den Koloss vorbeiziehen zu lassen.   Sonst müssen Sie an Folgendes denken: Auf der eigenen Straßenseite müssen Sie ganz rechts fahren. Meist muss man die ausgefahrene Fahrspur verlassen, die rechten Reifen wühlen sich dann durch den Schnee, die linken auf der mittleren Eiskruste zwischen den Fahrspuren. Das ruckelt und fühlt sich nicht sicher an. Es geht aber nichts anders: Das entgegenkommende Räumfahrzeug wird seine Spur komplett ausfüllen, eventuell ragt die Schaufel sogar auf Ihre Spur.   Sobald Sie die Schaufel passiert haben, heißt es, Nerven bewahren. Schneefahne und Streugut werden Ihnen kurzfristig vollständig die Sicht nehmen. Trotzdem müssen Sie ruhig weiterfahren, auf keinen Fall dürfen Sie jetzt panisch bremsen oder am Lenker zerren, um im letzten Moment noch weiter nach rechts zu kommen
Vor dem Räumfahrzeug

Wenn Ihnen auf der Landstraße ein Räumfahrzeug von vorn begegnet, dann können Sie das Zusammentreffen nicht vermeiden. Wer unsicher ist, sollte sich nicht scheuen, den Blinker zu setzen, am Straßenrand zu halten und den Koloss vorbeiziehen zu lassen.

Sonst müssen Sie an Folgendes denken: Auf der eigenen Straßenseite müssen Sie ganz rechts fahren. Meist muss man die ausgefahrene Fahrspur verlassen, die rechten Reifen wühlen sich dann durch den Schnee, die linken auf der mittleren Eiskruste zwischen den Fahrspuren. Das ruckelt und fühlt sich nicht sicher an. Es geht aber nichts anders: Das entgegenkommende Räumfahrzeug wird seine Spur komplett ausfüllen, eventuell ragt die Schaufel sogar auf Ihre Spur.

Sobald Sie die Schaufel passiert haben, heißt es, Nerven bewahren. Schneefahne und Streugut werden Ihnen kurzfristig vollständig die Sicht nehmen. Trotzdem müssen Sie ruhig weiterfahren, auf keinen Fall dürfen Sie jetzt panisch bremsen oder am Lenker zerren, um im letzten Moment noch weiter nach rechts zu kommen

© Foto:Patrick Seeger/DPA
Wenn Sie auf einer geräumten Autobahn unterwegs sind und abfahren wollen, müssen Sie damit rechnen, dass die Spur zur Abfahrt und die folgende Kurve nicht geräumt sind. Wichtig ist es, im geräumten Bereich das Tempo zu reduzieren. Auf der schneebedeckten Abbiegespur müssen Sie dann weiter so viel Geschwindigkeit verlieren, dass Sie in der Kurve nicht mehr bremsen müssen. Je nach den Verhältnissen am Boden kann es sein, dass Sie nur mit Tempo 20 in die Kurve einfahren sollten.   Das gleiche Problem stellt sich - bei geringeren Geschwindigkeiten - auch auf Landstraßen, oder in der Stadt beim Verlassen der Hauptverkehrsstraßen. Entscheidend ist immer: Die Geschwindigkeit muss auf der geräumten Straße reduziert werden
Vorsicht beim Abfahren

Wenn Sie auf einer geräumten Autobahn unterwegs sind und abfahren wollen, müssen Sie damit rechnen, dass die Spur zur Abfahrt und die folgende Kurve nicht geräumt sind. Wichtig ist es, im geräumten Bereich das Tempo zu reduzieren. Auf der schneebedeckten Abbiegespur müssen Sie dann weiter so viel Geschwindigkeit verlieren, dass Sie in der Kurve nicht mehr bremsen müssen. Je nach den Verhältnissen am Boden kann es sein, dass Sie nur mit Tempo 20 in die Kurve einfahren sollten.

Das gleiche Problem stellt sich - bei geringeren Geschwindigkeiten - auch auf Landstraßen, oder in der Stadt beim Verlassen der Hauptverkehrsstraßen. Entscheidend ist immer: Die Geschwindigkeit muss auf der geräumten Straße reduziert werden

© Foto:Friso Gentsch/DPA
Wenn sehr viel Schnee fällt, müssen Sie Ihren Wagen nicht nur oben herum vom Schnee befreien sondern ihn auch unten befreien. Nur wenn der Schnee sehr locker ist, können Sie versuchen vorsichtig "durchzubrechen". Testen Sie aber selbst, ob der Schnee nicht fest ist oder sich gar gefrorene Wälle oder andere Hindernisse unter dem Neuschnee verbergen.   Versuchen Sie nicht, den Wagen von Freunden aus der Schneewehe herauswippen zu lassen. Auch die Idee, sich von einem Allradler herausziehen zu lassen, birgt Gefahren. Front und Heckschürze sind nicht als Schneeflug ausgelegt. Hier können sie leicht einen massiven Schaden anrichten. Das verschüttete Mobil will freigeschaufelt werden. Mit einem Klappspaten oder einer Lawinenschaufel fällt diese Arbeit leicht
Parken unterm Schneeberg

Wenn sehr viel Schnee fällt, müssen Sie Ihren Wagen nicht nur oben herum vom Schnee befreien sondern ihn auch unten befreien. Nur wenn der Schnee sehr locker ist, können Sie versuchen vorsichtig "durchzubrechen". Testen Sie aber selbst, ob der Schnee nicht fest ist oder sich gar gefrorene Wälle oder andere Hindernisse unter dem Neuschnee verbergen.

Versuchen Sie nicht, den Wagen von Freunden aus der Schneewehe herauswippen zu lassen. Auch die Idee, sich von einem Allradler herausziehen zu lassen, birgt Gefahren. Front und Heckschürze sind nicht als Schneeflug ausgelegt. Hier können sie leicht einen massiven Schaden anrichten. Das verschüttete Mobil will freigeschaufelt werden. Mit einem Klappspaten oder einer Lawinenschaufel fällt diese Arbeit leicht

© Foto:John Gress/Reuters
Das Anlegen von Schneeketten muss geübt werden. Wer seine Exemplare nach zehn Stunden Stau mitten in der Nacht zum ersten Mal aus der Packung holt, wird sie nicht auf die Reifen bekommen.   Wichtig: Decke, Arbeitshandschuhe und eine gute Taschenlampe müssen neben den Ketten liegen
Das Üben vergessen

Das Anlegen von Schneeketten muss geübt werden. Wer seine Exemplare nach zehn Stunden Stau mitten in der Nacht zum ersten Mal aus der Packung holt, wird sie nicht auf die Reifen bekommen.

Wichtig: Decke, Arbeitshandschuhe und eine gute Taschenlampe müssen neben den Ketten liegen

© Foto:Colourbox
Wenn Autos nicht mehr starten wollen, ist meistens kein Strom mehr in der Batterie. Fast alle Fälle gehen auf zwei Ursachen zurück. Entweder ist das System vollkommen okay, aber es wurde vergessen, beim Abstellen einen Stromverbraucher abzustellen. Oder die Batterie ist altersbedingt schwach auf der Brust. Nun überfordert sie der Winter restlos. Der Motor braucht mehr Energie, um anzuspringen, die Kurzstrecken reichen nicht zum Aufladen, und obendrein ziehen immer alle Stromverbraucher mächtig Saft. Für die erste Hilfe reicht ein Starthilfekabel, Anschieben im Schnee ist schweißtreibend und häufig wirkungslos.   Nach dem Start muss der Wagen eine Weile bewegt werden, um die Batterie wieder mit Saft zu versorgen. Bei einer schwachen Batterie kann man die Batterie in der Werkstatt prüfen lassen. Bei älteren Problemkandidaten kann man sich das sparen. Wenn das Geld knapp ist, kann man im Zubehörhandel auch gute und günstige Batterien bekommen
Leere Batterie

Wenn Autos nicht mehr starten wollen, ist meistens kein Strom mehr in der Batterie. Fast alle Fälle gehen auf zwei Ursachen zurück. Entweder ist das System vollkommen okay, aber es wurde vergessen, beim Abstellen einen Stromverbraucher abzustellen. Oder die Batterie ist altersbedingt schwach auf der Brust. Nun überfordert sie der Winter restlos. Der Motor braucht mehr Energie, um anzuspringen, die Kurzstrecken reichen nicht zum Aufladen, und obendrein ziehen immer alle Stromverbraucher mächtig Saft. Für die erste Hilfe reicht ein Starthilfekabel, Anschieben im Schnee ist schweißtreibend und häufig wirkungslos. Nach dem Start muss der Wagen eine Weile bewegt werden, um die Batterie wieder mit Saft zu versorgen. Bei einer schwachen Batterie kann man die Batterie in der Werkstatt prüfen lassen. Bei älteren Problemkandidaten kann man sich das sparen. Wenn das Geld knapp ist, kann man im Zubehörhandel auch gute und günstige Batterien bekommen

© Foto:Jens Wolf/DPA
Der häufigste Fehler im Winter: Es werden nicht alle Scheiben vom Schnee befreit sondern nur ein kleines Fenster auf der Frontscheibe.  Sie müssen natürlich alle Scheiben frei räumen - auch die Rückscheibe und die Scheiben zu den Seiten. Selbst die Spiegel müssen Schnee und Eisfrei sein. Wichtige Hilfsmittel: Handschuhe, Bürste für den Schnee und Kratzer für das Eis.   Das Warmlaufenlassen des Wagens ist in Deutschland verboten, Motor und Öl benötigen keine Leerlaufphase. Aber ohne laufenden Motor heizt der Wagen nicht auf. Wenn Kinder im Inneren sitzen, während Sie die Scheiben frei kratzen, gefriert die Feuchte aus der Atemluft sofort an der Innenseite der Scheiben.  Tipp: Bei Vereisung hilft Entfroster – kaufen Sie keine Spraydose, sondern eine große Sprühflasche.  Themo-Abdeckungen auf Front- und Heckscheibe erleichtern die Arbeit enorm. Perfekt sind Kunststoffabdeckungen für das Auto – sie gibt es auch als sogenannte Halbgarage nur für den oberen Teil des Wagens. Die Hüllen gelten als altmodisch, machen den Aufbruch aber leichter und schneller
Fenster freimachen

Der häufigste Fehler im Winter: Es werden nicht alle Scheiben vom Schnee befreit sondern nur ein kleines Fenster auf der Frontscheibe. Sie müssen natürlich alle Scheiben frei räumen - auch die Rückscheibe und die Scheiben zu den Seiten. Selbst die Spiegel müssen Schnee und Eisfrei sein. Wichtige Hilfsmittel: Handschuhe, Bürste für den Schnee und Kratzer für das Eis.

Das Warmlaufenlassen des Wagens ist in Deutschland verboten, Motor und Öl benötigen keine Leerlaufphase. Aber ohne laufenden Motor heizt der Wagen nicht auf. Wenn Kinder im Inneren sitzen, während Sie die Scheiben frei kratzen, gefriert die Feuchte aus der Atemluft sofort an der Innenseite der Scheiben.

Tipp: Bei Vereisung hilft Entfroster – kaufen Sie keine Spraydose, sondern eine große Sprühflasche.

Themo-Abdeckungen auf Front- und Heckscheibe erleichtern die Arbeit enorm. Perfekt sind Kunststoffabdeckungen für das Auto – sie gibt es auch als sogenannte Halbgarage nur für den oberen Teil des Wagens. Die Hüllen gelten als altmodisch, machen den Aufbruch aber leichter und schneller

© Foto:Armin Weigel/DPA
Ein nur halbwegs moderner Wagen hat ABS an Bord, das System verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen. Ein sicherer Wagen besitzt ESP. Dieses System sorgt dafür, dass der Wagen nicht ausbricht, sondern in Richtung fährt, die Fahrer und Lenkrad vorgeben.   Aber beide Systeme verwandeln einen rutschigen Untergrund nicht eine griffige Fläche. Auch modernste Technik ändert nichts daran, dass man auf Schnee und Eis einen längeren Bremsweg hat. Die Elektronik verhindert nur ganz besonders unangenehme Überraschungen. ESP hält den Wagen mit gezielten Bremsimpulsen in der Spur. Wenn die die Reifen keinen Halt haben, verschwindet auch die Steuerungsmöglichkeit des ESP.  Allradantrieb sorgt im Wesentlichen für ein besseres Verhalten beim Anfahren und Beschleunigen. Was das Bremsen angeht, hat es keinen Effekt. Die Spurtreue in Kurven beeinflusst es geringfügig.   Gute Winterreifen sind der einzige Faktor am Auto, der die Sicherheit deutlich erhöht. Auf eisbedeckter Fahrbahn versagen aber auch Winterreifen.   Schneeketten erhöhen die Haftung in jeder Situation. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h – wegen der Geräusche und des ruppeligen Abrollens fährt man meist langsamer
Technische Hilfen

Ein nur halbwegs moderner Wagen hat ABS an Bord, das System verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen. Ein sicherer Wagen besitzt ESP. Dieses System sorgt dafür, dass der Wagen nicht ausbricht, sondern in Richtung fährt, die Fahrer und Lenkrad vorgeben. Aber beide Systeme verwandeln einen rutschigen Untergrund nicht eine griffige Fläche. Auch modernste Technik ändert nichts daran, dass man auf Schnee und Eis einen längeren Bremsweg hat. Die Elektronik verhindert nur ganz besonders unangenehme Überraschungen. ESP hält den Wagen mit gezielten Bremsimpulsen in der Spur. Wenn die die Reifen keinen Halt haben, verschwindet auch die Steuerungsmöglichkeit des ESP.

Allradantrieb sorgt im Wesentlichen für ein besseres Verhalten beim Anfahren und Beschleunigen. Was das Bremsen angeht, hat es keinen Effekt. Die Spurtreue in Kurven beeinflusst es geringfügig.

Gute Winterreifen sind der einzige Faktor am Auto, der die Sicherheit deutlich erhöht. Auf eisbedeckter Fahrbahn versagen aber auch Winterreifen.

Schneeketten erhöhen die Haftung in jeder Situation. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h – wegen der Geräusche und des ruppeligen Abrollens fährt man meist langsamer

© Foto:Tim Jean//Reuters
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.