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Namensstreit um den Bulli VWs Kreuzzug gegen den Rammstein-Keyboarder


Auf der Bühne spielt Rammstein-Keyboarder Christian "Flake" Lorenz gern den Pyromanen, aber nun wird ihm von Volkswagen eingeheizt. Den Wolfsburgern passt es nicht, dass Lorenz unter dem Namen "Berlin Bulli" ein paar liebevoll ausgestattete VW-Busse verleiht.

Es ist ein Kampf David gegen Goliath. Beim Berliner Landgericht hat die mächtige Volkswagen AG die Oldtimervermietung Classic Depot verklagt. Denn Classic Depot verleiht unter dem Label "Berlin Bulli" etwa ein Dutzend exzentrisch ausgestattete VW-Busse.

Diesem Treiben der Autobastler will VW ein Ende setzen. Streitpunkt ist nicht der Verleih an sich, sondern der Name "Bulli". Der steht unter Markenschutz und gehört VW – allerdings erst seit 2007. Die Bulli-Verleiher wollen jedoch nicht klein beigeben. Die Betreiber, Dirk Salomon und Rammstein-Keyboarder Christian Lorenz, wollen um ihren Firmennamen kämpfen.

Wer sich die Verleihwagen ansieht, erkennt schnell: Hier sind echte VW-Fans am Werk gewesen. Jeder einzelne Bulli wurde aufwändig für die Zeitreise in die Siebziger umgebaut. Orange Farben, Flower-Power-Ornamente und Kuschelbezüge machen die Wagen einzigartig. Für den juristischen Laien ist der Streit kaum nachzuvollziehen, auch weil die Volkswagen AG den Begriff "Bulli" überhaupt nicht kreiert hat. Die Bezeichnung "Bulli" hat sich ohne das Zutun von VW-Werbern durchgesetzt.

Zuerst gehörte der Name den Pistenraupen

Lange Zeit hat niemand an Bulli-Vereinen oder Treffen Anstoß genommen, denn die Wortmarke "Bulli" gehörte der Firma Kässbohrer. Selbst wenn VW gewollt hätte, hätte man den Namen nicht kommerziell nutzen können, denn er war für die gigantischen Pistenraupen von Kässbohrer reserviert. Erst nachdem Kässbohrer die Wortmarke an VW übergab, konnten die Wolfsburger den Namen für ihre Busse reklamieren. Eben im Jahr 2007, als sich die Bezeichnung Bulli für die Transporter längst durchgesetzt hatte.

Ganz wehrlos sind die Berliner Bulli-Freunde nicht. Der Keyboarder einer der erfolgreichsten Bands der Welt muss sich vor den Kosten eines Verfahrens nicht fürchten. Nach Angaben der Zeitung "Die Welt" haben die Busfreunde und ihr Anwalt mit einem cleveren Schachzug den Spieß bereits umgedreht. Sie haben die Löschung der Marke "Bulli" beantragt, so würde auch Volkswagen die Rechte an diesem Namen verlieren. Das wäre weit unangenehmer für VW als für die Berliner Verleihfirma, denn dann könnte der geplante Minibus nicht den begehrten Namen tragen.

Kra

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