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Kommentar

Neue Ampel-Regelung: Kein Rot für Radfahrer? Viel zu gefährlich für uns Verkehrsrambos!

Radfahrer sollen bei Rot nicht mehr warten müssen, überlegen die Grünen. In der Schweiz funktioniert es, doch Deutschland ist noch nicht bereit für so viel Freiheit.

Radfahren ohne rote Ampel: Zu viel Freiheit für Deutschland

Deutsche Straßen sind eine Kampfzone, Rücksicht kommt leider allzu oft nicht an erster Stelle.

Der Politiker Dieter Janecek wünscht, dass Radfahrer in Zukunft auch bei Rot die Straße überqueren können. Natürlich sollen sie, so der Grüne, nicht als Kamikaze-Pilot mit Höchstgeschwindigkeit über eine Hauptverkehrsstraße donnern. Sein Vorschlag läuft darauf hinaus, dass Radfahrer an der roten Ampel warten müssen. Nur wenn es keinen anderen Verkehr gibt, den sie behindern könnten, hätten sie das Recht wieder anzufahren und die Kreuzung bei Rot zu überqueren. Die rote Ampel würde sich für Radfahrer also in ein Stopp-Schild verwandeln. Diese Regelung gibt es etwa in Idoha (USA). Die Verhältnisse in dem Flächenstaat ohne nennenswerten Radverkehr lassen sich kaum auf die Innenstadt von Berlin übertragen, aber auch in Paris sind etwa 2000 Ampeln vom Rotzwang für Radfahrer befreit. Die Unfallzahlen sollen zumindest nicht zugenommen haben.

Rambo-Radfahren

Also von "Rot gilt nicht für Radfahrer" oder "Immer-Grün für Biker" kann bei dem Vorschlag keine Rede sein. So ist es nicht gedacht. Aber es ist zu befürchten, dass es in Deutschland  exakt so verstanden wird.  

Im Ausland mag sich so etwas bewähren, dort sitzen auch vernünftige Menschen am Steuer und am Lenker. Wir Deutschen sind im Straßenverkehr zu stur für flexible Regelungen. In der Politik gilt Deutschland seit den 60er-Jahren als Land der Vernunft und der Mitte. Bei der Mode preschen wir nie voran, sondern orientieren uns lieber vorsichtig am Bewährten. Aber auf der Straße setzt es beim Deutschen aus. Wir sind das Land der Raser, Drängler und auch der Kampfradler. 

Meister vermeintlicher Vorfahrtsrechte

Bei Rot fahren zu können, übersetzen wir nicht wie ein Schweizer. Basel hat mit der Befreiung vom Halt bei Rot gute Erfahrungen gemacht. Nur: Der Eidgenosse würde erst mal schauen, halb vorsichtig, halb argwöhnisch und nach reiflicher Überlegung vielleicht die Straße überqueren. Stände ein Kind auf einem Rad neben ihn, würde er das riskante Manöver auf keinen Fall durchziehen. Das Kind könnte ihm ja unbedacht folgen. So würden es auch die Radfahrer in Holland oder Dänemark machen. In Deutschland würde man die Ausnahme wohl als Regel übersetzt werden: "Super, ich darf fahren! Ausnahme, wenn ein Auto kommt". Und dann könne das Auto immer noch bremsen.

Fahrradairbag


Grüner Pfeil als Einladung zur Rücksichtslosigkeit

Wie wenig Rücksichtnahme funktioniert, konnte man in Hamburg am Grünen Pfeil erkennen. Diese Regelung stammt aus der DDR und erlaubt es Autofahrern, auch bei roter Ampel rechts abzubiegen, wenn sie andere Verkehrsteilnehmer nicht behindern. Dass sie nicht einfach auf die Fahrbahn abbiegen durften, weil die anderen Kraftfahrzeuge Vorfahrt haben, haben die hanseatischen Autofahrer noch verstanden. Doch die Übergänge von Fuß- und Radweg wurden rücksichtslos zugestellt, um sich in eine bessere Startposition für das angebliche Recht auf Abbiegen zu bringen. Es war ein Desaster.

Besseres Wegenetz für Fahrräder 

In Deutschland spricht aber nicht nur die Mentalität, sondern auch der bauliche Zustand der Radwege gegen eine flexiblere Ampelregelung. Radfahrer werden in den Städten auf stiefmütterlichen Ministreifen zusammengequetscht. Die Wegführung ihrer Spuren ist häufig so unverständlich, dass man sich fragt, ob überhaupt jemals ein Planer auf einem Fahrrad gesessen hat. 

Dort müsste sich zuerst etwa ändern. Räder benötigen mehr Platz in den Städten und vernünftige Radwege, die sich zu einem schlüssigen Netz verbinden. All das kostet Geld, Mühen und politischen Willen. Die Aufhebung des Rot-Zwanges an ausgesuchten Ampeln könnte ein durchdachtes Radwegesystem krönen. Für den Anfang ist es eine ungeeignete und eine gefährliche Idee.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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