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Technik: Sprechen Sie Diesel?

Wer sich mit dem Thema Diesel befasst, kommt um Fachbegriffe nicht herum. Wir haben für Sie einige Grundbegriffe zusammengefasst.

Wer sich mit dem Thema Diesel befasst, kommt um Fachbegriffe nicht herum. Wir haben für Sie einige Grundbegriffe zusammengefasst.

Vorkammer-Motor

Vor der Einführung der CDI Common-Rail-Technik setzte Mercedes-Benz beim Dieselmotor auf das Prinzip Vorkammer. Hierbei handelt es sich um ein System, das aus zwei miteinander verbundenen Brennräumen besteht. Neben dem eigentlichen Zylinder verfügt der Vorkammer-Motor über einen zweiten Raum, in den auch die Glühkerze ragt. In diese Vorkammer, die ungefähr ein Drittel des Brennraums ausmacht, wird der Diesel eingespritzt. Die Verbrennung erfolgt dort jedoch nur teilweise. Die Flamme wird über Kanäle in den Hauptbrennraum gedrückt. Vorteil: weiches Verbrennungsgeräusch

Wirbelkammer-Motor

Beim Verdichten, dem 2. Arbeitstakt des Viertaktprinzips, wird die Luft vom Zylinder fast komplett über einen Verbindungskanal in die kugelförmige Wirbelkammer gedrückt. Dadurch entstehen Turbulenzen, in die der Dieselkraftstoff eingespritzt wird. Das brennende Luft-Diesel-Gemisch dehnt sich aus und strömt wieder in den Zylinder zurück. Das Arbeitsgeräusch ist härter als beim Vorkammermotor. Es ist ebenfalls eine Glühkerze erforderlich.

Diesel-Direkteinspritzung

Kraftstoff wird über eine Einspritzdüse mit mehreren feinen Löchern direkt in den Zylinder eingesprüht. Das Gemisch bildet sich in der Luft, es ist keine Kaltstarthilfe nötig. Nachteil ist das harte Verbrennungsgeräusch.

Was heute von Dieselmotoren in Bezug auf Leistung, Drehmoment, Verbrauch und Laufruhe erwartet wird, ist nur mit elektronisch gesteuerten (EDC = Electronic Diesel Control) Hochdruck-Einspritzsystemen machbar. Generell gilt: je feiner sich die Kraftstoffzuteilung dosieren lässt, desto geringer der Verbrauch und desto weniger Schadstoffe fallen an. Zudem sinkt das Geräuschniveau.

Radialkolben-Verteilereinspritzung

Diese Technik kommt beispielsweise bei Opel, Nissan oder den V6-TDI-Motoren von Volkswagen zum Einsatz. Der Einspritzdruck steigt, abhängig von der Motordrehzahl, auf bis zu 1.750 bar. Die Treibstoffmenge lässt sich mit einem elektronischen Steuergerät und Hochdruck-Magnetventilen pro Einspritzzyklus flexibel auf eine Haupt- (Main Injection) und eine Voreinspritzung (Pilot Injection) verteilen. Folge: eine weichere Verbrennung und ein geringeres Motorengeräusch.

Common-Rail-Einspritzung

Die Common-Rail-Technologie wird aktuell von 15 Automobilherstellern weltweit verwendet. Minis wie der Smart sind genauso damit ausgerüstet wie die V8-Luxusdiesel von BMW. Fiat entwickelte die Technik gemeinsam mit Bosch zur Serienreife. Inzwischen befindet sich die zweite Generation dieser Einspritztechnik auf dem Markt, die Drücke bis zu 1.600 bar ermöglicht. Dieses Multijet Common-Rail erlaubt derzeit je eine Vor-, Haupt-, und Nacheinspritzung. Neue Injectoren mit Piezo-Technik sollen bald fünf Zuteilungsphasen je Einspritzvorgang ermöglichen.

Bis zu zwei Voreinspritzungen vor der Haupt-Kraftstoffmenge reduzieren dann die Entstehung von Weiß- und Blaurauch nach dem Kaltstart und senken das Geräuschniveau. Die auf die Haupteinspritzung folgende Nacheinspritzung minimiert die Russemission, eine weitere hilft - falls vorhanden - den Rußpartikelfilter zu reinigen.

Das Common-Rail-System besteht aus drei einzelnen Bauteilen:

1.

Eine Hochdruckpumpe baut den zur Einspritzung benötigten Druck auf. Derzeit setzt sich die zweite Generation mit bis zu 1.600 bar durch.

2.

Das Rail (engl. für Schiene) ist der Druckspeicher, der je nach Motorenhersteller eine unterschiedliche Form haben kann. Renault setzt beim 1.5 dCi-Triebwerk beispielsweise einen kugelförmigen Speicher ein. Ein Regelventil hält die im Rail befindliche Kraftstoffmenge und damit den Druck konstant.

3.

Die Kraftstoff-Einspritzventile, Injektoren genannt, sind direkt an das Rail angeschlossen. Der Kraftstoff wird über eine Düsennadel dosiert, die von einem Magnetventil gesteuert wird. Öffnet sich das Ventil, sinkt der Druck im Injektor etwas, die Verschlussnadel der feinen Austrittsöffnung hebt sich und der Kraftstoff schießt in den Brennraum.

Pumpe Düse-Einheit

Die mit PD abgekürzte Technik wurde gemeinsam von Bosch und Volkswagen entwickelt. Einspritzpumpe und -düse sind zu einer Einheit zusammengefasst, die sich an jedem einzelnen Zylinder befindet und von der Nockenwelle angetrieben wird. Pumpe-Düse-Technik liefert die derzeit höchsten Einspritzdrücke von über 2.000 bar. Der Einspritzyklus ist in eine Vor- und Haupteinspritzung unterteilt.

Holger Schilp, planbar
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.