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VW TOURAN: Van´s sein muss...

Reichlich spät fiel den Verantwortlichen bei Volkswagen auf, dass die Konkurrenz mit kompakten Minivans fleißig Kunden sammelt.

Reichlich spät fiel den Verantwortlichen bei Volkswagen auf, dass die Konkurrenz mit kompakten Minivans fleißig Kunden sammelt. Ab 2003 soll nun der Touran diese Lücke in der VW-Produktpalette schließen.

Große Konkurrenz

Wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben. Im Fall von Volkswagen haben die Kunden diese Aufgabe übernommen. Zafira, Scénic oder Yaris Verso heißen die Platzhirsche, die sich längst ins Gedächtnis der transportfreudigen Kundschaft gefahren haben. Platz für einen weiteren Mitbewerber ist kaum erkennbar. Zumal sich das, was bisher zu sehen ist, in keiner Weise von seinen Nebenbuhlern unterscheiden mag.

Namens-Gewürge

Schon der Name Touran steht für eine erzwungene Hochzeit der Begriffe »Tour« und »Sharan« - wie originell. Ähnlichkeiten zum ebenfalls alsbald startenden Geländewagen Touareg sind beabsichtig. Oder erzwungen? Oder Zufall? Wie locker geht dagegen der Name »Zafira« von den Lippen...

Innovativ?

Was die in letzter Zeit arg gescholtenen Opel-Autobauer mit dem Zafira schon seit einigen Jahren auf die Straße schicken, durfte sich beim Start durchaus das Prädikat »innovativ« auf die Motorhaube kleben. Warum sich allerdings Volkswagen einige Jahre später für die gleichen Ideen ebenfalls den Begriff »Innovation« auf die Fahnen schreibt, werden die Käufer bewerten.

Design-Enttäuschung

Rein äußerlich wird es der Touran nicht leicht haben. Schon das einzige verfügbare Foto des kompakten Wolfsburgers versprüht wenig Charme. Ein bisschen Golf, etwas Sharan, ein Hauch von Phaeton und ganz viel Zafira - bei der Linienführung haben die VW-Designer ähnlich viel Experimentierfreude bewiesen wie die englische Königin bei der Auswahl ihrer Kleider. Über Geschmack lässt sich immer trefflich streiten - für einen Newcomer im dicht besetzten Minivan-Segment wirkt der Touran aber schlicht zu bieder.

Auf Golfs Füßen

Dabei ist der jüngste Volkswagen technisch keineswegs eine Zangengeburt. Der Touran rollt auf der Plattform des nächsten Golfs - was beim Wolfsburger Hang zur Akribie für beste Werte spricht. Ebenfalls kein Grund, sich zu verstecken: die gewohnt gelungenen Benzin- und Dieseltriebwerke aus der bekannt gelungenen Motorenpalette. Nicht wirklich bahnbrechend, aber immerhin neu: Alle Motoren werden via Sechsgang-Schaltung dirigiert. Optional wartet auch ein neue Sechsgang-Automatik.

Falls man vom Einsatz der neuen Plattform tatsächlich auch auf die designerische Zukunft des Golf schließen könnte, muss man sich bei der Neuauflage des Bestsellers zumindest auf keinerlei Überraschungen gefasst machen.

Bekannte Variabilität

In seinen Abmessungen ist der Touran praktisch ein Zafira-Klon. 4,39 Meter lang, 1,79 Meter breit und 1,63 Meter hoch (Zafira: 4,32/1,72/1,68) - da darf man auch bei der Aufteilung des Innenraumes wenig Neuerungen erwarten. Die drei Einzelsitze im Fond lassen sich mit wenigen Handgriffen versetzen, verschieben, zusammenklappen oder ausbauen und sind der Garant für die von Minivan-Kunden so geschätzte Flexibilität. Auf Wunsch wird auch noch der Kofferraum zur Sitzlandschaft und er Touran zum Sieben-Sitzer: Gegen Aufpreis gibt es zwei weitere Sitze, die komplett im Fahrzeugboden verschwinden. Auch wenn es langweilig wird - eine Idee, mit der der Zafira Fans und Kritiker schon längst überzeugt hat.

Das einzige Pfund, mit dem Volkswagen wirklich wuchern könnte, wäre ein betont hochwertiger Innenraum, edelste Materialien und eine kaum zu erschütternde Wertbeständigkeit. Ob das so klappt, bleibt offen - genauso wie der Preis des Neuen. Im Hinblick auf den nächsten Golf erscheinen rund 25.000 Euro jedoch als realistisch.

Jochen Knecht

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