"Banjo-Kazooie: Schraube locker" Konstruktive Kritik

Kein zweites "Little Big Planet", aber auch an "Banjo-Kazooie: Schraube locker" dürfen Tüftler ihre Freude haben.

Auch der Hexe Gruntilda scheint langweilig zu sein. Die alte, muffige Schachtel ist jedenfalls mal wieder auf Ärger aus. Kurz bevor es zum epischen Kampf zwischen Banjo, Kazooie und ihrer Erzfeindin kommt, mischt sich plötzlich der Lord of Games ein. Der Videospiele-Fabrikant schlägt einen Wettbewerb vor: Sollten Bär und Vogel sämtliche Herausforderungen in sechs riesigen Welten meistern, muss sich Gruntilda auf ewig geschlagen geben und fortan in seiner Software-Schmiede arbeiten. Und weil Rare über einen herrlich schwarzen Humor verfügt, wird hier in "Schraube locker" die Branche mit all ihren strahlenden Helden ordentlich durch den Kakao gezogen und auch über die miesen Verkaufszahlen der Eigenproduktionen "Grabbed by the Ghoulies" und "Viva Pinata" gewitzelt.

Ursprünglich war "Banjo-Kazooie" ein reinrassiges Jump&Run. Bei "Schraube locker" wurden allerdings das Laufen und Springen durch Fahren und Fliegen ersetzt. Denn das Kernelement des Games ist das Zusammenbauen fahr-, flug- und schwimmtüchtiger Vehikel. Die recht abwechslungsreichen Herausforderungen, die das Duo bestehen muss, lassen sich nur mithilfe solcher Konstruktionen erledigen. Wer keine Lust hat, seine grauen Zellen anzustrengen und eigene Karren zusammenzubauen, kann auf einen Satz vorgefertigter Vehikel zurückgreifen, würde sich aber selbst um den Großteil des Vergnügens bringen.

Die Auswahl an Bauteilen ist enorm. Hunderte Karosserien, Sitze, Motoren, Räder, Waffen und mehr lassen sich miteinander kombinieren - der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Der Spieler muss Angreifer abwehren? Kein Problem. Ein Panzer mit einer Reihe von Geschützen scheint probat. Aber auch ein schnelles Fahrzeug, an dessen Frontseite Sprungfedern angebracht sind, hilft weiter. Zum Erfolg kann ebenso eine Art Hubschrauber führen. Trotz dieser Vielfalt geht die Konstruktion recht einfach über die Bühne. Beachten muss der Spieler nur, dass ein Fahrersitz vorhanden sein muss, auf dem Banjo Platz nehmen kann.

Bevor das neue Mobil zum Einsatz kommt, steht eine Probefahrt an. So erkennt man schnell, ob das eigene Meisterwerk fahrtüchtig ist oder ob sie bereits in der ersten Kurve umfällt. Gewöhnen sollte man sich aber an das teils seltsame Fahrverhalten der Vehikel. Besonders in den ersten Missionen erweist sich deren Lenkverhalten als die die größte Herausforderung. Ist ein Wettbewerb abgeschlossen, gibt's zur Belohnung Jiggys. Hat der Spieler eine bestimmte Anzahl dieser Puzzleteile gewonnen, wird ein neuer Schauplatz freigeschaltet, in dem sich weitere Puzzlestücke, Musiknoten und versteckte Extras finden lassen.

Banjo-Kazooie: Schraube locker

Hersteller/Vertrieb

Rare/Microsoft

Genre

Geschicklichkeit

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 55 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Abgesehen von einigen Rucklern, die das Vergnügen aber nur wenig schmälern, kann die 3-D-Optik auf ganzer Linie überzeugen. Die Themenwelten sind ebenso farbenfroh wie abgedreht gestaltet. Und auch der Online-Modus, an dem bis zu acht Gamer mit- und gegeneinander spielen können, dürfte Xbox-360-Gamer länger bei der Lenkstange halten ...

Artur Hoffmann/Teleschau TELESCHAU

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