"Blazing Angels 2 - Secret Missions Of WWII" Hundekämpfe mit flammenden Engeln


Der Schwerkraft und den Feinden trotzen: "Blazing Angels" meldet sich zurück. Semi-realistische Szenarien und nahezu endlose Munition sorgen für kurzweilige Action in der Champagne.

Wieder mal Weltkrieg. Wie schon in gefühlten 1.000 anderen Spielen zuvor gilt es, den bösen Nazis eins auf den Deckel zu geben. Die Superschurken des Deutschen Reichs wollen nämlich eine Maschine bauen, mit der ohne viel Mühe der Krieg gewonnen werden könnte. Dass dies verhindert werden muss, versteht sich von selbst.

Also bilden die Amerikaner 1940 eine geheime Schwadron, die unter dem Decknamen "Operation Wildcard" vor dem offiziellen Kriegseintritt der USA in nie zum Einsatz gekommenen Prototypen verdeckte Einsätze fliegt. Jeder der vier Piloten - einen steuert der Spieler - hat eine spezielle Begabung. Leutnant James "Cowboy" Thorpe beispielsweise jagt bei seinem "Ass"-Angriff wie ein Wilder durch die Reihen der Gegner und vernichtet dabei drei bis fünf Ziele auf einmal, während "Milo" Winchester während eines Einsatzes Beschädigungen am Jagdflugzeug repariert.

Von alleine agieren die Flügelmänner jedoch nicht, sie warten auf gezielte Anweisungen. Neben den Standards wie "Angriff", "Verteidigung" und "Schutz" gibt es noch den Auslöser für den "Ass"-Angriff von Cowboy Thorpe. In der Praxis funktioniert die Ausführung der Befehle meistens gut, Aussetzer sind nur selten zu beobachten.

Für jeden Abschuss der gegnerischen Bomber oder Panzerwagen gibt es Prestigepunkte, genauso für das erfolgreiche Absolvieren der Aufträge. Diese Boni können in bessere Flugzeugausrüstung investiert werden: Von effizienterer Munition über eine verstärkte Panzerung bis hin zu einer besseren Abstimmung der Flügelmänner ist alles dabei, was den Heldenalltag in den Missionen erleichtert.

Jene sind vermeintlich abwechslungsreich gestaltet: Mal wollen Kreuzer mittels Bombenhagel versenkt, mal inkognito über den Dächern von Paris in einer deutschen Maschine die patrouillierenden Flieger vom Himmel geholt werden. Unter dem Strich beschränken sich die Missionen, die teils unter lästigem Zeitdruck zu erfüllen sind, jedoch auf simples Dauerfeuer ohne besondere Finesse.

Für ein schnelles Spiel zwischendurch eignen sich die Aufträge kaum, da sie meist aus mindestens zwei Abschnitten bestehen. Währenddessen speichern ist nicht - was insbesondere dann nervt, wenn ein kritischer Teil endlich vorbei, der zweite Teil noch zu spielen ist, dafür aber keine Zeit mehr bleibt. Obendrein sind die Level recht schwer geraten. Die haarigen Aufträge zerren mitunter an den Nerven.

Benutzerfreundlich ist die Möglichkeit, wie schon im Vorgänger zwischen Arcade- und Simulationsmodus wählen zu können. Allerdings wirkt auch letztere Variante nur unmerklich realistischer. Stellenweise hat die solide Steuerung mit Ungenauigkeiten zu kämpfen: Wenn in den engen Straßen von Paris mickrig kleine Ziele unter Beschuss genommen werden müssen, kann das Gamepad schon mal vor Frust an die Wand fliegen. Kurios: Bäume sind im Gegensatz zu Gebäuden nicht mit einer Kollisionsabfrage versehen, durch sie kann einfach hindurchgeflogen werden, ohne Schaden zu nehmen.

Soundeffekte und Sprachausgabe hingegen sind durchweg gelungen. Wenn bei einem Dogfight Funksprüche der im Visier geratenen deutschen Flieger durch den Äther schallen und im nächsten Moment von dröhnenden Maschinengewehrsalven übertönt werden, kommt richtig Stimmung auf. Für die Wahl der Sprecher gebührt Ubisoft Lob. Allerdings ist anzumerken, dass die Dialoge nur auf Englisch verfügbar sind - Deutsch sprechen lediglich die Gegner und die Untertitel.

Grafisch kratzt "Blazing Angels 2" nur an der Oberfläche der Möglichkeiten der Next-Gen-Konsolen. Obwohl Landschaften, Flüsse und Wolken auf den ersten Blick gefällig gestaltet sind, wirken die Texturen bei der Nahansicht recht niedrig aufgelöst. Unangenehm fällt auf, dass wie schon im ersten Teil Tearing, Probleme beim Bildaufbau, auftritt. Besser sind da die Rauchschwaden und Explosionen gelungen.

Blazing Angels 2 - Secret Missions Of WWII

Hersteller/Vertrieb

Ubisoft/Ubisoft

Genre

Action

Plattform

PC, PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 70 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Insgesamt ist "Blazing Angels 2" ein fetziges Spiel mit reichlich Adrenalinpotenzial, das mit seinen 18 Missionen auch Könner einige Zeit beschäftigen dürfte, aber weit von einem echten Knaller entfernt ist, was vor allem an der drögen Inszenierung der Story liegt.

Jens-Ekkehard Bernerth/Teleschau TELESCHAU

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