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"Boogie": Die neue Leichtigkeit

Multitasking auf der Bühne: EAs Neuling "Boogie" fusioniert die Eigenschaften der Wii mit der "SingStar"-Idee. Das Ergebnis: ein völlig harmloses, familientaugliches und weitestgehend sinnfreies Vergnügen.

"Boogie" ist eines dieser Konsolen-Games, die an Harmlosigkeit nicht zu überbieten sind und in denen Peinlichkeit richtig lustig sein kann. Es darf weitestgehend sinnfrei getanzt und gesungen, geschnitten und gepost werden. Das Konzept dahinter ist so simpel wie die Handhabe des Games: Zu knapp 35 Songs aus vier Epochen - vom "Grease"-Klassiker "You're The One That I Want" über "YMCA" bis hin zu Britney Spears "Oops! I Did It Again" - wird die Wiimote im Takt in alle möglichen Richtungen geschwungen. Dadurch legen die Boogs - drollige Alter Egos mit exzentrischem Klamottengeschmack - eine flotte Sohle aufs Parkett, wirbeln mit den Armen und lassen die Hüften kreisen. Wer will, kann zusätzlich den Nunchuck-Controller anschließen, um die ganze Bühne in Beschlag zu nehmen, ein paar verstreute Boni einzusammeln oder cool zu posen.

Wer im Rhythmus bleibt - eine Anzeige am rechten Bildschirmrand hilft dabei visuell - bekommt Punkte und lädt zudem einen Groove-Balken auf, mit sich dann ein paar besonders spektakuläre Moves starten lassen. Am Ende kann die eigene Performance schließlich noch durch den Video-Maker-Wolf gedreht, neu geschnitten und mit Effekten unterlegt werden - fertig ist der eigene Musik-Clip. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich nur eine simple Spielerei - trotz der Möglichkeit, immer neue Features freizukaufen und die eigene Stimme separat dazu aufzunehmen. Stimme? "Boogie" ist nicht nur Tanz-, sondern auch Karaoke-Game. Über ein mitgeliefertes Mikro in schickem Weiß dürfen die Songs auch in bester "SingStar"-Manier mitgesungen werden, wobei vor allem Tonhöhe, Tonlänge und Gesangspausen von der virtuellen Jury bewertet werden. Dank Vocal Assist lässt sich die Peinlichkeit immerhin frei regulieren: Wer das eigene Gejaule nicht ertragen kann, lässt einfach der Originalstimme den Vortritt. Danke, EA!

Vom schnellen Tanz zwischendurch über den Story-Modus, in dem die skurrilen Geschichten der Boogs erzählt werden, bis hin zum spaßigen Multiplayer-Duell - "Boogie" bietet eine ordentliche Auswahl an Varianten. Der Begeisterungsfunke mag dennoch nicht so recht überspringen. Das Spiel ist gewiss ein nett inszenierter, kurzweiliger Zeitvertreib und ideal, um Nichtspieler vor die Konsole zu locken. Allerdings ist das Ganze fast schon zu leicht. Seichter Spaß soll hier über mangelnden Tiefgang oder fehlende Herausforderung hinwegtäuschen - die Schattenseite der "Casual Games".

Boogie

Hersteller/Vertrieb

EA/EA

Genre

Sonstiges / Besonderes

Plattform

Wii

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Am Rande: Für die NDS-Fassung verspricht EA ganz neue Einblicke. Mithilfe einer beigefügten Spezialbrille soll das Game komplett in 3-D gespielt werden. Zusätzlich verfügt "Boogie DS" über diverse neue Spielmodi sowie zehn exklusive Minispiele.

Bernd Fetsch/Teleschau / TELESCHAU