"Civilization IV - Warlords" Eldorado für Feldherren


Morgens brandschatzend durch Asien ziehen, mittags Europa erobern und vor dem Schlafen gehen noch schnell Amerika kolonialisieren. Auch das "Civilization IV"-Addon "Warlords" ist ein wahrer Süchtigmacher.

"Civilization" ohne Addon ist so wie Sommer ohne Regen - ein Ding der Unmöglichkeit. Somit dürfte wohl kein Fan des mit Abstand besten rundenbasierten Strategiespiels aller Zeiten überrascht sein, dass er erneut seinen Geldbeutel zücken darf. Doch für rund 30 Euro, so teuer ist "Civilization IV - Warlords", kriegt der PC-Stratege auch eine Menge geboten. Zunächst einmal dürfen sich die Gamer auf sechs neue Zivilisationen freuen.

Vertrauter Spielablauf

Wie schon im Hauptspiel verfügen Karthager, Kelten, Koreaner, Ottomanen, Wikinger und Zulus allesamt über bestimmte Eigenschaften und einen charismatischen Anführer, sodass die Wahl der Zivilisation wohl überlegt sein will. Im Standard-Game geht's nach wie vor darum, das eigene Volk im Lauf der Jahrtausende zur Weltmacht auszubauen und die anderen Völker auf diplomatischem, technologischem oder militärischem Weg zu beherrschen.

Civilization IV - Warlords

Hersteller/Vertrieb

Firaxis Games/Take 2 Interactive

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Netter Nebeneffekt: Wer das Game einmal mit den Deutschen gewonnen hat, kann es das nächste Mal mit den Amerikanern, Japanern oder Barbaren probieren. Barbaren? Ja, Sid Meier hat sich scheinbar die Wünsche der Fans zu Herzen genommen und die ewigen Feinde aller Zivilisationen als spielbare Nation in eines der acht neuen Szenarien eingebaut. Ziel dieser Herausforderung ist es, die anderen Nationen, die allesamt von der CPU gesteuert werden, zu vernichten. Und da Barbaren bekanntlicherweise keine Städte gründen oder einnehmen können, muss sich der Herrscher auf die Vernichtung gegnerischer Einheiten und feindlicher Infrastruktur beschränken. Je mehr zerstört wird, desto mehr Gold wird eingenommen. Die Kohle investiert der Barbarenfürst in neue Truppen. In den anderen Szenarien kann sich der Spieler den Horden Dschingis Khans anschließen, die Welt mit den Mongolen unsicher machen oder auf den Spuren Alexander des Großen wandern. Ganz gleich, für welches der Szenarien sich ein Gamer entscheidet - der Spaß ist wie gewohnt extrem hoch.

Digitales Nachschlagewerk

Eine Hand voll neuer Einheiten, Gebäude und Weltwunder sorgen dafür, dass häufiger in der gewohnt auskunftsfreudigen Zivilopädie nachgeschlagen werden muss. Nur auf den ersten Blick interessant ist das neue Vasallenstaaten-Feature. Anstatt eine feindliche Zivilisation komplett von der Landkarte zu tilgen, kann der Spieler den Gegner annektieren und fortan als eine Art "Kolonie light" verwalten. Dabei weiß jeder "Civ"-Haudegen, dass es besser ist, einen Feind komplett zu besiegen, um zu verhindern, dass er nach Jahren des Friedens hinterrücks angreift.

Grundlegende Auswirkungen auf die Spielmechanik haben diese Neuerungen aber nicht. Das ist aber kein Nachteil, schließlich ist das Gameplay - abgesehen von kleineren Bugs - kaum noch zu verbessern. Apropos verbessern: Alle seit der Veröffentlichung von "Civilization 4" herausgebrachten Patches sind auch auf der DVD, sodass der Spieler in den Genuss der aktuellsten Version kommt.

Artur Hoffmann/Teleschau TELESCHAU

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