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"Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers": Grab mal!

Lohnt es sich, für das Spiel zum Kino-Mumienschanz die alte PlayStation2 noch mal auszugraben?

Wie der Titel bereits verrät, dreht sich in Film und Spiel alles um den wiederauferstandenen Drachenkaiser und seine Armee aus Terracotta-Zombies. Der User lenkt das Schicksal der Filmfiguren Rick O'Connell und dessen Sohnes Alex.

Der erste Eindruck: angestaubt. Die PS2-Grafik bietet zwar ein paar nette Lichteffekte, wirkt mit ihren klobigen Figuren und grobkörnigen Texturen reichlich antik. Aber optische Reize allein machen ohnehin kein gelungenes Entertainment aus, wie die beiden "Tomb Raider"-Filme mit Angelina Jolie bewiesen haben. Apropos: Wie in der Eidos-Erfolgsserie bietet "Das Grabmal des Drachenkaisers" einen sich schnell wiederholenden Mix aus Ballern, Klettern und Rätseln.

Gekämpft wird - pardon! - mit harten Bandagen: Die unablässig nachströmenden Schergen des Drachenkaisers erweisen sich als äußerst penetrant und müssen mit Tritten, Schlägen, Faustfeuerwaffen und Granaten in Schach gehalten werden. Erschwert werden die Scharmützel leider nicht nur durch die Übermacht der Gegner, sondern auch durch ein Manko der Steuerung: Die Programmierer verzichteten auf eine frei justierbare Kamera. Die feste Perspektive erschwert nicht nur das Zielen im Eifer des Gefechts, sondern auch die Orientierung bei allerlei Kletterpassagen - zumal diese auch noch mit tödlichen Fallen gespickt sind. Um dennoch heil durchzukommen, muss meist der Rhythmus von rotierenden Sägeblättern und Pfeilsalven auswendig gelernt werden. Ein zu Recht vergessenes Relikt aus alten Gamedesign-Tagen ...

Was die Spielfreude zudem hemmt, ist neben der Möglichkeit, nur nach vollendeten Akten abzuspeichern, der überdurchschnittlich hohe Schwierigkeitsgrad mancher Sequenzen. Wer in bester Indiana-Jones-Tradition mit einer Lore von einer Gegneransammlung zur nächsten gekarrt wird und dabei eine höhere Treffsicherheit als so mancher "Moorhuhn"-Jäger an den Tag legen muss, legt das Pad nur allzu gerne beiseite. Ohnehin wartet abseits der monotonen Baller- und Kletterschienen kaum nennenswerte Rätselkost: "Bewege ein Zahnrad im Uhrzeigersinn" ist jedenfalls nicht wirklich fordernd.

Auf der Haben-Seite des Games stehen - wenn man's wohlwollend betrachtet - die ruckeligen Videoschnipsel aus dem Film und die flapsigen Sprüche der Protagonisten, die laut Vivendi Universal von den Schauspielern stammen. Dass man Waffenupgrades und Bonus-Galeriebilder freispielen kann, dürfte jedoch keinen PS2-Spieler zu einem nochmaligen Durchzocken animieren.

Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers

Hersteller/Vertrieb

Eurocom Studios/Vivendi Universal

Genre

Action-Adventure

Plattform

PlayStation2, Nintendo DS

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Unser Tipp deshalb: Lieber auf Lara Croft warten, die Ende des Jahres in "Tomb Raider Underworld" wieder die virtuelle Bühne betritt. Mit der Mutter aller Archäologie-Actiongames kann "Das Grabmal des Drachenkaisers" in keinerlei Hinsicht mithalten. Am besten Deckel drauf und irgendwo verscharren ...

Michael Eichhammer/Teleschau / TELESCHAU
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