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"Dirty Dancing - Official PC Game": Dirty Abzocking

Vor 20 Jahren ließen Jennifer Grey und Patrick Swayze im Kinohit "Dirty Dancing" vornehmlich weibliche Herzen höher schlagen. Beim gleichnamigen Spiel schlägt man sich eher an den Kopf, weil man für den Schrott auch noch Geld ausgegeben hat.

"Dirty Dancing" ist ein Spiel, an das man sich als Tester auch in zehn Jahren noch erinnern wird. Nicht wegen der tollen Umsetzung der Film-Story oder wegen des packenden Gameplays, auch nicht wegen der blendenden State-of-the-Art-Grafik oder dem nostalgischen Soundtrack. Von all dem ist nichts vorhanden. Nein, "Dirty Dancing" lässt dem Spieler die Kinnlade runterklappen, weil jemand so dreist ist, ein solches Machwerk unter dem Deckmantel der Casual Games auf den Markt zu werfen und dafür Geld zu verlangen ...

Nach zielgruppen-affinem Einstieg, bei dem die Spielfigur mit der passenden Frisur, Glupsch- oder Vamp-Augen, Spaghetti-Trägern oder Abendkleidchen gestylt wird, geht's in Kellermann's Ferienresort. Dort warten zehn Minispiele, die an Dämlichkeit kaum zu überbieten sind. So darf man sein Ferienhäuschen mit Möbeln und Schnickschnack einrichten (hatten wir das nicht schon 1.000-mal besser bei den "Sims"?), virtuelle Tanzschritte einüben oder an der Rezeption des Ferienclubs für reibungslosen Ablauf sorgen. Am längsten hält es einen noch bei Kartenspielen wie Binokel-Mahjong. Anspruch? Null. Und was das Ganze mit dem Film zu tun haben soll, erschließt sich auch dem eingefleischtesten Fan nicht so ganz.

Dirty Dancing - Official PC Game

Hersteller/Vertrieb

Lionsgate/Codemasters

Genre

Spielesammlung

Plattform

PC

Preis

ca. 20 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Grafik und Dudelsound würden bei einem Freeware-Spiel von Hobbyprogrammierern noch gerade so durchgehen, aber selbst da gibt es heutzutage Besseres als das, was "Dirty Dancing" Augen und Ohren zumutet. Schon vor zehn Jahren wäre die Präsentation dieses Spiels allerunterste Schublade gewesen. Auch wenn Patricks Haartolle und der Gedanke an den Film noch so locken - Finger weg vom Spiel!

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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