"Eragon" Nicht das Gelbe vom Drachenei


"Eragon" zählt sicherlich zu den besseren Filmadaptionen, ist dennoch aber eine recht uninspirierte Dauerklopperei, die allenfalls Fans von Christopher Paolinis Fantasy-Mär ans Herz gelegt werden kann.

Auch wenn die Welt Alagaesia im Wandel ist, so herrscht immerhin technischer Einklang. Soll heißen: "Eragon" hat auf der Xbox 360 grafisch kaum mehr zu bieten als auf der betagen PlayStation2. Hochauflösende Texturen und polygonreiche Figuren sollten Besitzer von Microsofts Next-Gen-Konsole also nicht unbedingt erwarten. Unverständlich auch, warum die Geschichte nicht mit Filmausschnitten, sondern einer Mischung aus Render- und gemalten Sequenzen vorangetrieben wird.

Aber auch an anderer Stelle brachen sich die Entwickler der Stormfront Studios keinen Zacken aus der Krone und betrieben eifrig Gameplay-Recycling. Wie schon bei der "Herr der Ringe"-Umsetzung "Die zwei Türme" bahnt sich der Spieler der Story von Film und Buch folgend seinen Weg durch 18 Schauplätze und Unmengen von finsteren Gesellen. Schwert und Bogen sind anfangs probate Mittel, um in recht ansehnlich animierten Scharmützeln mit gefährlichen Ra'zac, Urgals und anderen Schergen des bösen Königs Galbatorix fertig zu werden. Später darf Bauernjunge Eragon mächtige Zauber wirken. Pfeile lädt er zu explosiven Geschossen auf, Speere und Gegner lässt er in bester Darth-Vader-Manier durch die Luft segeln. Nur der Kampf gegen die störrisch-statische Kamera lässt sich nicht gewinnen ...

Hier und da müssen mittels Magie zerstörte Brücken repariert und Baumstämme angehoben werden. Diese Elemente jedoch als Rätsel zu bezeichnen, wäre wohl zu viel der Ehre. "Eragon" ist ein geradliniges, manchmal gar uninspiriertes Action-Spiel, das über weite Strecken dem monotonen Prinzip des Fließband-Meuchelns frönt und zu selten Abwechslung in Form von kleineren Hüpf- und halbwegs spannendenen Flugeinlagen mit der Drachenlady Saphira bietet.

Eragon

Hersteller/Vertrieb

Stormfront Studios/Vivendi Games

Genre

Action

Plattform

PlayStation2, PC, Game Boy Advance, Nintendo DS, PSP, Xbox 360

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Während also die Buttons des Gamepads (auch PC-User sollten angesichts der Combo-Vielfalt danach greifen) aufs Äußerste beansprucht werden, hält sich die Gehirnaktivität beim Spieler in argen Grenzen. Lange dauert dieser Dämmerzustand allerdings nicht an: "Eragon" ist von halbwegs versierten Zockern in acht Stunden bewältigt, Xbox-360-Besitzer rechnen 30 Minuten hinzu, weil sie zwei exklusive Level spendiert bekommen. Wer die Zeit nicht alleine vor der Konsole verbringen will, lädt einfach einen Kumpel ein, der sich jederzeit ins Geschehen einklinken darf.

Bernd Fetsch/Teleschau TELESCHAU

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker