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"Grand Theft Auto IV": Der amerikanische Albtraum

Keine Frage, "GTA IV" stellt fast alle Games in den Schatten - hat folglich aber auch Schattenseiten.

Für die Mehrzahl der Gamer ist die Sache klar: "GTA IV" setzt der Serie die Krone auf und ist zweifellos eines der besten Spiele aller Zeiten. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Schon das 1997 erschienene Debüt brach ein ungeschriebenes Gesetz, das in Hollywood seinen Ursprung hat und von internationalen Filmemachern und deren Nachfolgern, den Gamedesignern, mit wenigen Ausnahmen immer geachtet wurde: Am Ende gewinnen immer die Guten. "Grand Theft Auto" bot den Usern eine Welt, in der sich Verbrechen bezahlt macht und Dauerfeuer zielführender ist als Kommunikation.

Zugegeben: Damals, in pixeliger 2-D-Draufsicht, wirkte das recht harmlos - eine "ab 16 Jahren"-Plakette reichte völlig aus. Doch es ist der Realismus, der die Jugendschützer erzürnt - zu Recht, zumindest zum Teil. Denn im Gegensatz zum ersten Teil, wo aus Jux und Tollerei gemordet wurde, tötet Niko Bellic, um zu überleben. "GTA IV" ist nicht brutaler als ein durchschnittliche Teenieschocker, nicht schonungsloser als "Pulp Fiction". Und im Gegensatz zu "Kill Bill 2" und "Jackie Brown" erhielt das Game keine Jugendfreigabe.

Wo wir auch schon beim Thema wären: Selbst Großmeister Tarantino dürfte vor der Story aus der Feder des Rockstar-Entwicklerteams den Hut ziehen. Von den Märchen seines Cousins in die Staaten gelockt, merkt der abgehalfterte Osteuropäer Niko Bellic schnell, dass auch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten Grenzen kennt - die sich jedoch ebenso leicht wie in der Heimat überschreiten lassen. Die versprochenen vollbusigen Amerikanerinnen in knappen Tops, die tiefergelegten Cabrios und die Villa mit Whirlpool kann Cousin Roman nicht bieten, nur einen halblegalen Taxiservice und eine Reihe ungeduldiger Kredithaie, denen er Geld schuldet.

Rasch findet sich der wortkarge Gelegenheitsganove in den wenig einladenden Gassen seines Bezirks zurecht, knüpft Kontakte, macht sich Feinde, räumt sie aus dem Weg. Wenig einladend ist der Distrikt allerdings nur im übertragenen Sinn, optisch macht sich selbst die heruntergekommenste Gegend prächtig. In den vollen Genuss von Liberty City, einem mal authentischen, mal bitterbösen Abziehbild von New York, kommt man erst nach und nach. Anfangs versperrt eine Terrorwarnung den Weg über die Brücken ins Zentrum der Metropole, wo Sehenswürdigkeiten wie die Star Junction, der virtuelle Times Square oder die Statue of Happiness, eine Persiflage auf die Freiheitsstatue, warten.

Wirklich ins Gewicht fällt das nicht. Schon ein paar Häuserblocks bieten genügend Abwechslung, um dort den ganzen Tag zu verbringen. Zwischen Bowling und Fernsehen lockt das typisch amerikanische 69th Street Diner mit seiner Pastete. Wer es rustikaler mag, schaut im irischen Steinway Beer Garden vorbei, wo unter zwei Promille niemand Dart spielt.

Doch Vorsicht: Wenn Niko betrunken nach Hause torkelt, steigt die Gefahr exponentiell, auf einer fremden Motorhaube zu landen. Egal, wenigstens kann man so die umwerfende Physikengine aus nächster Nähe begutachten. Denn in Liberty City bewegt sich alles verblüffend echt: Vom angerempelten Passanten über den weggeworfenen Hamburger bis hin zur lebenden Kühlerfigur - oft sieht "GTA IV" dank detailgetreuer HD-Grafik wie ein Film aus. Körnige Schatteneffekte oder der ab und an schrittweise Bildaufbau dürften nur Nörgler stören.

Der neue Realismus erstreckt sich auch auf die Fahrzeuge: Ganz so locker wie in den Vorgängern geht das Manövrieren nicht mehr von der Hand. Leicht gerät die Karre außer Kontrolle, und wer nicht rechtzeitig bremst, riskiert einen Flug durch die Windschutzscheibe. Mittlerweile steht auch nicht mehr jedes geparkte Auto unabgesperrt samt Schlüssel in der Zündung herum. Niko stört das allerdings recht wenig. Mit einer Armbewegung, die nach viel Erfahrung aussieht, schlägt er jede Scheibe ein und schließt den fahrbaren Untersatz im Handumdrehen kurz.

Vorher umgucken ist jedoch ratsam, denn die Liberty-City-Cops fackeln nicht lange. Immerhin haben nicht nur die Gesetzhüter Niko auf dem Schirm, sondern auch umgekehrt: Auf dem eingeblendeten Ministadtplan werden Polizeiautos und ein Suchradius angezeigt, der sich je nach Fahndungslevel ausdehnt. Gelingt es, aus dem blinkenden Kreis zu fliehen, verstummen die Sirenen rasch.

Ganz im Sinne der modernen Kommunikation ist Niko ohne sein Handy aufgeschmissen. Auftraggeber, Liebschaften und Feinde - alle rufen an, schreiben SMS oder wollen angerufen werden. Selbst Klingeltöne und Hintergrundbilder lassen sich runterladen. Um Geschäftskontakte zu pflegen, empfiehlt es sich, dem Partner einen Besuch im Stripclub zu spendieren. Damen hingegen hält man eher mit einer Latte macchiato im Superstar Café bei Laune. Egal, wonach der Sinn steht, in Liberty City findet eben jeder etwas nach seinem Geschmack.

Genau wie beim Radioprogramm der Stadt, das mit fast 20 verschiedenen Stationen lockt. Chillige Reggae-Vibes, lockere Funk-Grooves, harte Elektro-Beats, lässige Rap-Tracks - hier kommt niemand zu kurz. Schwer zu empfehlen ist Karl Lagerfelds (!) Sender "K 109", wo der Modezar persönlich auflegt. Freilich liefert Rockstar wieder massig zynische Werbespots mit, einer fieser als der andere.

Grand Theft Auto IV

Hersteller/Vertrieb

Rockstar Games/Take Two

Genre

Action

Plattform

PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 70 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Die Handlungsfreiheit von "Grand Theft Auto IV" ist schier endlos. Selbst wer sämtliche Nebenmissionen ausschlägt, jedes Vergnügungsangebot links liegen lässt und auch den Multiplayer-Modus ignoriert, dürfte rund 30 Stunden mit dem Game verbringen. Wer allerdings ab und an Extra-Jobs erledigt, um das nötige Kleingeld für Shoppingtouren mit der Angebeteten zu sammeln, für den wird der Aufenthalt in Liberty City mehr als ein Kurztrip. Sicher, "GTA" wagt eine moralisch fragwürdige Gratwanderung zwischen messerscharfer Satire und brutaler Gewalt, doch spielerisch hebt das Game die Messlatte in bisher ungeahnte Höhen.

Gregor Jossé/Teleschau / TELESCHAU
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.