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"Guild Wars: Factions": Koreaner geizen nicht

Mit asiatischem Flair und vielen Neuerungen knüpft "Guild Wars - Factions" an seinen genialen Vorgänger an und zeigt, dass man für viel Online-Spaß nicht zwangsweise viel Geld ausgeben muss.

Mehr als eine Millionen User weltweit sind bislang dem "Geiz ist geil"-Ruf aus Korea gefolgt - und freuen sich nun mächtig auf die "Guild Wars"-Neuausgabe "Factions". Die ist - ähnlich wie die "City of Villains"-Erweiterung für NCSofts "City of Heroes" - ein vollkommen eigenständiges Produkt, das auch ohne Besitz oder Kenntnis des Vorgängers gezockt werden kann.

Diesmal wartet das asiatisch angehauchte Fantasy-Reich Cantha darauf, vom Spieler entdeckt und natürlich gerettet zu werden. An Steuerung, Gameplay und Charakterfertigkeiten hat sich seit dem Vorgänger nicht viel geändert, sodass "Guild Wars"-Veteranen ohne Probleme ihre erprobten Charaktere in die neuen Online-Gefilde mitnehmen können.

Dieselbe Sache und das alte Leid: Für "Vollzeit"-Rollenspieler hat auch "Factions" nach wie vor ein paar Features zu wenig, um permanent an den Bildschirm zu fesseln. Dafür fällt es Neulingen umso leichter, sich im "Guild Wars"-Universum zurechtzufinden. Damit der Charakter dann auch gleich mit den Profis mithalten kann, lassen sich die Helden durch ein umfangreiches Tutorium im Eilverfahren auf Stufe 20 pushen.

Gelevelt wird nach dem Tutorial leider nicht mehr. Dafür warten 200 neue Skills und unzählige Gegenstände darauf, in den deutlich knackigeren Missionen entdeckt zu werden. Da kommen die beiden neuen Charakterklassen gerade recht. Flinke Assassinen und kopflastige Geisterbeschwörer eignen sich prima, um gegen wild gewordene Killerpflanzen und andere Kreaturen anzutreten. Alleine hat man während der als Instanzen angelegten Aufträge jedoch nur bedingt eine Chance. Ist in den Städten kein menschlicher Gefährte auszumachen, nehmen KI-Kameraden den Platz ein.

Sollte der Kampf gegen verrückte Mönche und monströse Ungetüme wirklich einmal zu langweilig werden, steht immer noch der Player-vs-Player-Modus (PvP) zur Verfügung, der inzwischen sogar einen ansehnlichen Einfluss auf das Hauptspiel gewonnen hat.

Zentrales Thema von "Factions" sind die verfeindeten Gruppierungen mit den drolligen Namen Kurzicks und Luxons, denen man sich alleine oder in einer Gilde anschließen kann. Dadurch bekommt der Spieler nicht nur die Möglichkeit, neue Questen freizuschalten, sondern sich mit anderen Gilden zu einer Allianz zusammenzuschließen. Mit dieser wird dann im großen Stil um Städte und Dörfer gekämpft, deren Händler und Schmiede dann nur noch an die eigene Fraktion verkaufen.

Guild Wars: Factions

Hersteller/Vertrieb

ArenaNet/NCSoft Europe

Genre

Online

Plattform

PC

Preis

ca. 45 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

"Guild Wars - Factions" bietet einiges für wenig Geld. Gelegenheitszocker finden in Cantha eine riesige Welt ohne lästige Monatsgebühren, während streitsüchtige Profi-PvP-ler nun um ganze Städte zanken können. Garniert wird das Ganze - entsprechend potente Hardware vorausgesetzt - von einer wunderschönen 3-D-Grafik, die im Online-Genre mit zu den spektakulärsten zählt, und atmosphärischer Begleitmusik. Mehr kann man für knapp 45 Euro wirklich nicht verlangen.

Sebastian Geiger/Teleschau / TELESCHAU
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