"Killzone 2" Augen auf und durch!


Schnell und schmutzig: "Killzone 2" bietet kurze, spektakuläre und mitunter heftige Action für erwachsene PS3-Besitzer.

Man muss den Vorgänger, der Ende 2004 für die PlayStation2 erschien, nicht gespielt haben, um der simpel gestrickten Geschichte folgen zu können. Schon nach dem spektakulären Intro sind die Fronten geklärt: Die guten ISA-Jungs wollen nach der Verteidigung ihrer Heimat nun den faschistoiden Anführer Visari stürzen und starten deshalb eine Invasion auf dessen Planeten Helghast. Allerdings fällt die Gegenwehr heftiger als erwartet aus - zumal der Wahnsinnige auch noch Nuklearsprengköpfe in seine Finger bekommen hat.

Von der unsanften Landung auf dem Mutanten-Planeten über einen Abstecher in die Wüste bis hin zum Sturm auf den Palast Visaris vergehen in etwa zehn Stunden. Zehn Stunden, die es jedoch in sich haben. "Killzone 2" drückt von Anfang an gewaltig aufs Tempo und hält dieses hohe Niveau konstant - was sich als Fluch und Segen zugleich erweist. Echte Spannungsspitzen sind trotz zahlreicher Skript-Sequenzen und eingestreuter Kämpfe gegen besonders zähe Brocken wie eine schießwütige Kampfdrohne selten.

Eine Erkenntnis, die sich bereits innerhalb weniger Minuten einstellt: Blindes Ballern führt bei "Killzone 2" so gut wie nie zum Erfolg - eher zu einer akuten Bleivergiftung. Nur wer seinen Kopf unten hält, von Deckung zu Deckung sprintet und die Helghast-Soldaten im Auge behält, hat eine Chance, die virtuelle Haut von Sergeant Tomas "Sev" Sevchenko zu retten.

Schon auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad ist das jedoch eine echte Herausforderung. Die Gegner sind nicht nur stets in der Überzahl, sondern verhalten sich auch noch erschreckend clever. Vor allem in größeren Feuergefechten, wie etwa beim Kampf um eine Brücke, nutzen die Soldaten mit den stechendroten Augen nahezu jede Gelegenheit, um dem Spieler und seinen treuen KI-Kollegen in die Flanke zu fallen. Allerdings lässt sich der Spieß auch umdrehen ...

Erhöhte Positionen und alternative Routen durch die unwirtlichen Schlachtfelder täuschen ein wenig darüber hinweg, dass "Killzone 2" ziemlich linear aufgebaut ist. Ein Umstand, der zwar auf-, aber nicht missfällt. Zu rasant und intensiv ist das Geschehen auf dem Bildschirm in Szene gesetzt, zumal man sich regelmäßig hinter stationäre Geschütze klemmen oder gar einen Panzer durch die Ruinen steuern darf.

Die Grafik leistet dem "Mitten drin statt nur dabei"-Gefühl am meisten Schützenhilfe. Obwohl die Farben Grau, Braun und Dunkelgrün dominieren, ist "Killzone 2" ein Spektakel sondergleichen. Der enorme Detailgrad bei Personen, Fahrzeugen und Gebäuden, die erstklassigen Lichteffekte, die gewaltigen Explosionen, die weitestgehend zerlegbare Umgebung (auch Deckungen!) und der flüssige Spielablauf - das alles fügt sich zu einem ebenso schmutzigen wie packenden interaktiven Kriegsfilm zusammen, dessen Held der Spieler ist. Ebenso heftig: das 7.1-Surround-Getöse, das bei vorhandener Anlage aus den Boxen schallt.

Einzig die Steuerung erweist sich als etwas gewöhnungsbedürftig und träge, was laut Sony aber gewollt ist, um den Realismus zu steigern. Mag sein. Die Möglichkeit, mit Hilfe der bewegungssensitiven Sixaxis-Funktionen Sprengstoff zu platzieren oder an Ventilen zu kurbeln, wirkt jedoch schlicht aufgesetzt.

Killzone 2

Hersteller/Vertrieb

Guerilla Games/Sony Computer Entertainment

Genre

Action

Plattform

PlayStation3

Preis

ca. 70 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Wer in der Solo-Kampagne die Welt gerettet hat, darf sich online weiter austoben. "Killzone 2" bietet mehrere Modi, freischaltbare Klassen und große Maps, auf denen bis zu 32 Spieler gegeneinander antreten dürfen. Leider waren zum Testzeitpunkt die Server von Sony noch nicht am Netz.

Bernd Fetsch/Teleschau TELESCHAU

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