"Lego Indiana Jones - Die legendären Abenteuer" Mit Hut, Peitsche und Humor


Erfolg nach dem Baukasten-Prinzip: "Lego Indiana Jones" macht nicht viel anders als seine "Star Wars"-Vorgänger, hat aber einen einzigartigen Humor und punktet zusätzlich mit kniffligeren Rätseln.

Bei "Lego Indiana Jones" wird erwartungsgemäß nicht gekleckert, sondern geklotzt. Mit der Plastikversion des Kultarchäologen schwingen sich PC- und Konsolenbesitzer durch die Schlüsselmomente seiner "legendären Abenteuer". Wer sich vor Kurzem Indys Kino-Begegnung der hanebüchenen Art angesehen hat, weiß jedoch, dass damit nur die ersten drei Teile gemeint sein können.

Zugegeben: Bisweilen treibt das Geschäft mit den begehrten Filmlizenzen meist haarsträubende Blüten. Aber auch unerwartet schöne: Denn "Lego Indiana Jones" ist wie bereits seine beiden "Star Wars"-Vorgänger eine ausgesprochen liebevolle Hommage an die Zelluloidvorlagen - und urkomisch obendrein.

Der Spieler kämpft, rätselt und hangelt sich in insgesamt 18 Level durch die Handlung von "Jäger des verlorenen Schatzes", "Der Tempel des Todes" und "Der letzte Kreuzzug" - inklusiver aller Szenen, die diese Filme groß gemacht haben. So flieht der Mann mit der Peitsche vor einer gewaltigen Lego-Kugel, brettert im Finale der zweiten Episode auf einer Lore durch enge Minenschächte oder liefert sich in Venedig eine heiße Motorboot-Verfolgungsjagd.

Aber auch Wiedersehen mit alten Bekannten, wüste Schlägereien sowie das Suchen und Finden von verborgenen Schätzen stehen auf dem Unterhaltungsprogramm, das durch jede Menge witzige Zwischensequenzen, subtile Seitenhiebe und Slapstick-Einlagen ergänzt wird. Da zückt Indy schon mal den Kopf des "Star Wars"-Droiden C-3PO, um ihn seinen Widersacher Belloq anstelle einer alten Inka-Statue anzudrehen. Funktioniert natürlich nicht ...

Dafür geht der Plan der Entwickler auf, das bei "Lego Star Wars" noch ziemlich actionlastige Geschehen durch eine enorm hohe Rätseldichte etwas einzubremsen. Anstatt sich am Fließband mit Eingeborenen, riesigen Spinnen, und blauäugigen (Nazi-)Schergen zu balgen, werden Indy und sein jeweiliger Begleiter, der jederzeit von einem menschlichen Mitspieler übernommen werden kann, alle peitschelang mit kniffligen Knobeleinlagen konfrontiert. Ständig drehen der Mann mit Hut und Co. an irgendwelchen Rädern, flicken Maschinen, bauen aus eingesammelten Legosteinen Brücken oder Hängeleitern, buddeln im Sand oder zerlegen die Level-Deko auf der Suche nach anderweitigen Hilfsmitteln, um vorwärtszukommen ...

Dabei ist durchaus auf die Empfindlichkeiten und besonderen Talente der insgesamt 60 Charaktere zu achten. Indy hasst bekanntlich Schlangen, kann sich aber als Einziger über Abgründe schwingen. Sämtliche Frauen wie Marion Ravenwood oder Elsa springen höher. Und kleine Figuren wie Shorty können durch enge Passagen kriechen.

Lego Indiana Jones - Die legendären Abenteuer

Hersteller/Vertrieb

TT Games / LucasArts / Activision

Genre

Action-Adventure

Plattform

Nintendo DS, PSP, PlayStation3, Wii, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Was "Lego Indiana Jones" neben seinem Abwechslungsreichtum auszeichnet, ist die gelungene, wenngleich etwas spartanische Präsentation. Klötzchenfüße, Zangenhände und Zylinderköpfe der ansehnlich animierten Helden wecken zwangsläufig Erinnerungen an ebenso zahllose wie wunderschöne Stunden mit den dänischen Spielsteinen. Nettes Detail: Erledigte Gegner und zerstörte Objekte zerfallen buchstäblich in ihre Einzelteile. Dafür wurde an der Soundkulisse "gespart": Die Digi-Plastikmännchen geben bis auf unverständliches Gebrabbel und ein paar Seufzer keinen Mucks von sich, während die bekannte Indy-Melodie von John Williams aus den Boxen hallt. Dass die Entwickler allerdings nach zwei "Star Wars"-Games immer noch nicht die Kamera-Probleme in den Griff bekommen haben, lässt für das kommende "Lego Batman"-Game Finsteres erahnen ...

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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