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"NFL Tour": Wer zuletzt wirft …

Volle Action anstatt minutenlanges Schmökern im Playbook - "NFL Tour" pfeift auf die Regeln und möchte Football-Fans ein unkompliziertes Sport-Spektakel bereiten. Aber reicht pure Show aus?

Dass es im American Football vor allem auf den unbedingten Siegeswillen des Quarterbacks ankommt, hat der diesjährige Superbowl gezeigt: Quasi mit dem allerletzten Pass entschied Eli Manning das Finale der NFL für die New York Giants. Die Programmierer von "NFL Tour", dem neuen Fantasie-Football-Game aus dem Hause Electronic Arts, verfügen scheinbar über seherische Fähigkeiten, denn auch in diesem Spiel gewinnt meist das Team, das den letzten Angriff ausführt. Der Grund: Einige Angriffsspielzüge lassen sich kaum stoppen und führen fast immer zum Touchdown.

Ohnehin pfeift "NFL Tour" auf den Realismus und setzt stattdessen auf ein arcadelastiges Gameplay: Offense und Defense bestehen aus jeweils sieben Mann, Field Goals und Kickoffs wurden gestrichen, und ein Druck auf die Turbo-Taste macht den Spielern Beine. Ebenfalls per Knopfdruck rufen PS3- und Xbox-360-Gamer Spezialfunktionen wie "Power-Move", "Wall Hurdle" und "Button Mash Battle" auf. Letzteres ist eine Art Knobelspiel: Drückt der Angreifer zum richtigen Zeitpunkt eine Taste, weicht er dem tacklenden Verteidiger aus. Hat der Defense-Spieler den Button aber ebenfalls gedrückt, beginnt das "Button Mash Battle" von vorne ...

NFL Tour

Hersteller/Vertrieb

Electronic Arts/Electronic Arts

Genre

Sport

Plattform

PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 65 Euro

Altersfreigabe

keine Einschränkung

Die Spielfelder sind von mannshohen Absperrungen umgeben, die sich natürlich in das Angriffsspiel integrieren lassen. Besonders viel Spaß macht das alles aber nicht. Magere zwei Spielmodi stehen zur Auswahl: Freudschaftsmatches und die Karrierevariante "Tour Mode". Dazu gibt es die beiden Mini-Spielchen "Smash & Dash" und "Redzone Rush", die zumindest kurzzeitig Laune machen. Online geht's ebenfalls zur Sache. Xbox-360-Gamer können sich an Ranglisten-Spielen versuchen. Die Optik - in erster Linie die Darstellung der Spieler sowie der Unschärfeeffekt beim Einsatz des Power-Moves - geht in Ordnung. Im Gegenzug sehen die Stadien ein wenig eintönig aus. Und der Sound? Schwamm drüber!

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU