"Patapon 2" Gläubige Glubschaugen auf der Suche nach dem "Es"


Das wohl niedlichste Kriegsspiel aller Zeiten wird fortgesetzt: Die schräge Trommelei "Patapon 2" besitzt nach wie vor einen unwiderstehlichen Charme, ist aber komplizierter denn je.

Als Allmächtiger trommeln PSP-Spieler wieder ihre glubschäugigen Gläubigen zusammen, um sie durch über 40 Level ins gelobte Land Erdend zu führen, unterwegs jede Menge Schlachten zu schlagen, riesige Monster zu bezwingen und knifflige Musik-Rätsel zu lösen. Warum? Um "Es" zu finden. Was das ist, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber wie schon beim Original gilt: Der Weg ist das Ziel ...

Als Fürst der Patapons herrscht der Spieler über eine stetig wachsende Schar von putzigen Strichmännlein, die anstelle eines Kopfes ein Riesenauge auf ihren Schultern tragen. Das Besondere: Dirigiert werden die Stammeskrieger per Trommelschlag. Mithilfe unterschiedlicher Paukenkombinationen - die vier Buttons der Konsole sind mit den Lauten "Pata", "Chaka", "Pon" und "Don" belegt - wird zum Angriff geblasen oder zur Defensivhaltung animiert. Schwer vorstellbar? Die Trommelfolge "Pata-Pata-Pata-Pon" etwa lässt die Untertanen vorrücken. Bei "Chaka-Chaka-Pata-Pon" nehmen die kleinen Racker eine Defensivhaltung ein. Insgesamt 18 dieser Kommandos gibt es ...

Bleibt der allmächtige User dabei stets im Takt, bricht bei den Patapons irgendwann das "Fever" aus. Die Folge: Die Musik im Hintergrund wird lauter und variantenreicher, die eigene Truppe mächtiger und verbissener. Wie wild verkloppen die Nahkämpfer unter den Patapons dann feindliche Stammesmitglieder oder riesige Bossgegner, während aus sicherer Entfernung Bogenschützen und Speerwerfer ihre Geschosse Richtung Feind schicken. Mit den unterwegs aufgesammelten Ressourcen lassen sich später auch noch andere Truppen wie Reiter rekrutieren oder die bestehenden Einheiten zu Spezialisten mit individuellen Stärken und Schwächen ausbauen. Angeführt werden die Patapons diesmal von einem Helden, der nicht nur neu, sondern auch noch besonders mächtig ist und sich individuell ausstatten lässt.

Nach jedem Feldzug kehrt der Spieler ins Patadorf zurück, wo ihm im Falle eines Sieges am Lagerfeuer gehuldigt wird. Hier darf er auch einem groovenden Baum Opfergaben darbringen, um weitere Gegenstände für seine Einheiten zu erhalten.

Dumm nur: Wer den ersten Teil nicht gespielt hat und deshalb nicht mit den Mechanismen vertraut ist, wird sich in "Patapon 2" anfangs ziemlich schwer tun. Spiel und Anleitung halten sich unverständlicherweise mit Erklärungen zurück - trotz der deutlich höheren Anzahl an Möglichkeiten und Taktiken und des gestiegenen Schwierigkeitsgrades.

Patapon 2

Hersteller/Vertrieb

Sony/Sony

Genre

Strategie

Plattform

PSP

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Dennoch besitzt "Patapon 2" einen unwiderstehlichen Charme. Für den eigenwilligen Look, angesiedelt zwischen Scherenschnitt und Comic, zeichnete der französische Grafiker Rolito verantwortlich. Und die kindlichen Trommelrhythmen brennen sich bereits nach wenigen Minuten hinterhältig ins Hirn. Was auch dringend nötig ist, denn das Timing muss exakter als beim Vorgänger sein - und ist auch im Multiplayer-Modus vonnöten, wenn etwa vier Spieler gleichzeitig mit ihren Helden in die Schlacht ziehen.

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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