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"Pplive": Bundesliga live zum Nulltarif

Direktübertragungen der Erstligaspiele gibt’s nur im Bezahlfernsehen. Jedenfalls war das hierzulande bislang so. Über den Umweg China rollt der Ball jetzt unentgeltlich samstags ab 15.30 Uhr in deutschen Wohnzimmern.

Von Udo Lewalter

Der chinesische Sender CCTV-5 hat die Bundesligarechte eingekauft. Und nicht nur die. Auch Begegnungen der Champions League, der italienischen Serie A oder der englischen Premier League werden hier regelmäßig live übertragen. An sich ist das nichts Besonderes. Allerdings überträgt der Sender die Matches auch ins Internet. Und der Live-Stream aus China kann auch hierzulande am Rechner angeschaut werden.

Zapping am PC

Um in den Genuss der Live-Übertragungen zu kommen, benötigt man lediglich einen Standard-PC, den Windows Media Player 9 (oder höher) und eine DSL-Verbindung ins Internet. Auf zahlreichen Internetseiten wird ein knapp 1 MB kleines Programm angeboten, über das man nach Installation die verschiedenen Programme des chinesischen Senders auswählen und empfangen kann. Rund 20 Kanäle stehen zur Verfügung. Somit ist sogar ein „Zapping“ zwischen parallel laufenden Partien kein Problem.

Die Übertragungen der Spiele sind allerdings weder visuell noch akustisch sonderlich attraktiv. Die Streams werden häufig nicht konstant nachgeladen, sodass das bewegte Bild immer wieder ins Stocken gerät. Und auf fachmännische Kommentare müssen Beobachter ebenfalls verzichten. Die Moderatoren sprechen zumeist chinesisch. Zudem kommen die Spiele etwa fünf Minuten zeitverzögert auf deutschen Rechnern an.

Rechtlich korrekt?

Offen bleibt bislang, inwieweit die Ausstrahlung der Spiele im Internet rechtens ist. Immerhin nutzt der chinesische Sender auch Material von verschiedenen europäischen Pay-TV-Sendern. Die Deutsche Fußballliga (DFL) kommentiert das Angebot bislang genauso wenig wie der deutsche Bezahlsender Premiere.