"SimAnimals" Der Bär ruft


Ein Spiel, bei dem sich Fuchs und Igel gute Nacht sagen - sofern man sie früh miteinander anfreundet.

Ein grüner Daumen allein reicht nicht, um in "SimAnimals" Fauna und Flora gedeihen zu lassen. Vielmehr bekommt man eine allmächtige weiße Hand als Werkzeug, mit der man zwar keine Berge, zumindest aber Bäume oder Bären nach Belieben versetzen kann. Um neue Abschnitte des in elf Gebiete aufgeteilten Waldes freizuschalten, müssen allerdings erst bestimmte Bedingungen, Auf- und Vorgaben erfüllt werden. Die sind anfangs noch kinderleicht zu bewältigen, können später jedoch weitreichende Konsequenzen haben - etwa, wenn Biber einen Staudamm bauen sollen und bereits beackerte Waldabschnitte plötzlich ohne Frischwasserzufuhr dastehen. Auch Füchse, Krähen und Waschbären erweisen sich als echte Störenfriede in der Idylle ...

"SimAnimals" wirkt auf den ersten Blick wie eine Mischung aus virtuellem Streichelzoo und kargem Klon der Xbox-360-Gartensimulation "Viva Pinata" - wenngleich EA auf eine bonbonbunte Grafik und anderen Süßkram verzichtete. Putzig sind die über 30 Waldbewohner dennoch - und anspruchsvoll. Wie die "Sims" haben die Tiere bestimmte Grundbedürfnisse wie Nahrung, Schlaf, Sicherheit, Familie und - ja - auch Spaß, die befriedigt werden wollen. Pflege und Streicheleinheiten quittieren sie mit Zutrauen - und fressen einem womöglich irgendwann aus der Hand. Auch ein wenig Erziehung schadet nicht: Wer ein Fuchsjunges mit einem kleinen Hasen anfreundet, sorgt vielleicht dafür, dass die Langohren von seiner Speisekarte verschwinden.

Selbst der Liebe lässt sich auf die Sprünge helfen: Einfach einen Rehbock am Kragen packen und neben ein Rehweiblein platzieren, schon ist das Interesse geweckt. Ein paar völlig harmlose Zärtlichkeiten später turnt bereits Bambi durch die Pampa - und weckt das Interesse von Raubtieren ...

Leben und sterben, fressen und gefressen werden - auch das gehört zu EAs Öko-Simulation, wird aber kindgerecht durch Krawall im Comic-Look inszeniert. Davon abgesehen erweist EA Wii-Spielern grafisch einen Bärendienst. Die 3-D-Umgebungen sind nicht allzu detailliert ausgefallen und wirken trotz unterschiedlicher Blumen, Bäume, Bodenarten und Beerensträucher äußerst steril. Auch die Navigation durch den Wald ist alles andere als kinderleicht. Zu bockig ist die Kameraführung. Und manchmal sieht man die lieben Tierchen vor lauter Bäumen nicht.

SimAnimals

Hersteller/Vertrieb

EA/EA

Genre

Sonstiges / Besonderes

Plattform

Nintendo DS, Wii

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Dafür hat man anderer Stelle nachgelegt: Wer seine Fälle davonschwimmen sieht, kann sich Hilfe holen. Bis zu vier Spieler gleichzeitig können sich um das Wohl des Waldes kümmern, langweilen sich dann aber im Kollektiv. Denn der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist ohnehin nicht allzu hoch angesiedelt. Entsprechend kurz fällt der Ausflug in den Wald aus: Nach fünf bis zehn Stunden dürfte auch die letzte Spezies entdeckt und gezähmt worden sein ...

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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