"Splinter Cell: Chaos Theory" Schleichen auf Sam-Pfoten


Er kennt die Welt vor allem durch das Nachtsichtgerät: Auch der dritte Einsatz des Geheimagenten Sam Fischer zwingt den Spieler in die Schatten - die sind in "Splinter Cell: Chaos Theory" allerdings schöner denn je.

Ein japanischer Frachter wird von Nordkorea gekapert, und die chinesische Regierung schlägt sich auf die Seite des kommunistischen Nachbarlands. Außerdem bedroht ein einfacher Algorithmus den gesamten Wertpapierhandel in Asien. Stromausfälle in den Metropolen sorgen für zusätzliches Chaos. In dieser mit einem neuartigen Informationskrieg konfrontierten Welt übernimmt der Spieler die Rolle von Sam Fisher, einem Agenten der amerikanischen National Security Agency (NSA). Seine Aufgabe ist es, die weltweite Verschwörung aufzudecken und einen dritten Weltkrieg zu verhindern.

Die erste Mission führt den Helden nach Peru, wo die Separatistengruppe "Stimme des Volkes" einen Programmierer in einem alten Leuchtturm gefangen hält. "Für die Regierung sind Sie der letzte Ausweg", heißt es in der Spielanleitung. "Sie werden losgeschickt, hoffnungslose Missionen zu erfüllen und befinden sich immer am Rande der Legalität und der Moral." Durch enge Gänge und dunkle Tunnel muss sich der Spieler in den Leuchtturm schleichen. Dabei darf er keine Geräusche verursachen und sollte möglichst lautlos vorgehen, damit ihn die Wachen nicht entdecken.

Ganz nah ran an den Feind

Es ist dunkel, und mit einem Nachtsichtgerät ist der Spieler seinen Gegnern überlegen, die manchmal nur eine Handbreit entfernt sind, ohne ihn zu bemerken. Dabei stockt dem Spieler der Atem und das ist auch das Prinzip des Spiels. "Wenn man nah genug am Gegner ist, sein Aftershave riechen kann, dann bringt einen jeder Schritt dem Missionsziel näher", sagt Sam Fisher. "Man kontrolliert jeden seiner Atmer, seine Bewegung. Was zählt ist der Überraschungseffekt." Sam Fisher kommt weit rum und seine Aufträge führen ihn nach Japan, Korea, New York und Südamerika. Er schaltet Überwachungskameras aus, hangelt sich an Rohren entlang, kriecht durch Lüftungsanlagen und versteckt sich in schmalen Spalten.

Schleichen statt schießen

Die "Chaos Theory" ist ein taktisches Spiel und kein Shooter im klassischen Sinn. Wer zu früh zur Waffe greift, der hat manchmal schon verloren, bevor es überhaupt richtig losgeht. Das Ziel in den elf Missionen lässt sich nur erreichen, wenn man sich an den Gegnern vorbei schleicht und den richtigen Moment abwartet. Damit knüpft der dritte Teil nahtlos an die beiden Vorgänger "Splinter Cell" und "Pandora Tomorrow" an.

Die Neuerungen liegen im Detail und vor allem in der tollen Grafik. So entsteht im Zusammenspiel mit den eindrucksvollen Soundeffekten eine dichte Atmosphäre mit Gänsehautgarantie. Es gibt einige neue Waffen im Arsenal, und die Gegner agieren deutlich intelligenter. Zersplittertes Glas, geöffnete Türen und gelöschte Kerzen werden nicht mehr einfach hingenommen, sondern führen zu Misstrauen und hektischer Aktivität. Die lineare Spielführung haben die Entwickler etwas aufgeweicht und der Spieler hat jetzt mehr Freiheit, da er auf verschiedenen Wegen zum Ziel gelangt.

"Splinter Cell: Chaos Theory"

Hersteller/Vertrieb

Ubisoft

Genre

Action-/Schleich-
Adventure

Plattform

PC, Xbox, Playstation2, Gamecube

Preis

42 Euro (PC), ab 50 Euro (Konsolen)

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Duett für zwei Agenten

Neben dem klassischen Einzelspieler-Modus gibt es auch wieder die Möglichkeit von Multiplayer-Partien. Völlig neu ist der "Kooperations-Modus", in dem zwei Spieler gemeinsam in vier Missionen zum Beispiel eine Bombe entschärfen oder Terroristen ausschalten müssen. War in "Pandora Tomorrow" schon Schluss, wenn ein Alarm ausgelöst wird, ist "Chaos Theory" deutlich großzügiger und macht das Spiel auch für Einsteiger spielbar.

PC-Anforderungen

Damit "Splinter Cell" auf einem Windows-PC ruckelfrei läuft, sind ein Prozessor mit 1,8 Gigahertz und 512 MB Arbeitsspeicher notwendig. An die Grafikkarte werden hohe Ansprüche gestellt, mit einer ATI Radeon der 9000er Reihe oder einer Geforce FX 5700 ist das Ergebnis akzeptabel. Wer alle Details sehen möchte, der muss zu einer deutlich teureren Radeon 9800 oder einer Geforce 5900 Ultra greifen.

Michael Voregger/AP AP

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