"The Outfit" Kriegsspiele im Sandkasten


Die Grafik des Third-Person-Shooters "The Outfit" ist kinoreif. Allerdings nur, wenn man dabei nicht einen Film wie "Der Soldat James Ryan" vor Augen hat, sondern eher den Dreamworks-Animationsfilm "Small Soldiers".

Hinter dem Spieletitel "The Outfit" verbirgt sich eine Elitetruppe der US-Armee, die den Weg frei machen soll, damit die eigenen Truppen Frankreich mit Waffengewalt entnazifizieren können. Der Spieler hat dabei die Wahl zwischen drei kauzigen Squad Leadern mit jeweils individuellen Eigenschaften und Waffen. Captain Williams ist ein Sturkopf mit der Tendenz zum Amoklauf. Sergeant MacIntyre gleicht seinen geringen IQ mit einer doppelten Portion Muskelmasse aus. Lieutenant Tyler schließlich lebt eher nach dem Motto: "Oma war langsam. Aber sie wurde alt." Will heißen: strategisches Vorgehen ist seine Stärke.

Je nach dem gewählten Charakter stehen Bazooka, Flammenwerfer, Maschinengewehr, Handgranaten und andere Waffen zur Verfügung. Außerdem unterscheiden sich die drei Kriegshelden in Eigenschaften wie Tempo, Ausdauer und Gesundheit. Je mehr Ausdauer ein US-Boy hat, um so länger kann er auf dem Schlachtfeld joggen, ohne außer Atem zu geraten. Die Wahl der Spielfigur ist erfreulicherweise nicht für das komplette Game verbindlich, sondern nur für die nächste Mission.

Dankenswerterweise muss man den steinigen Weg durch Frankreichs riesige Kriegsschauplätze nicht nonstop als Fußgänger zurücklegen. Vielmehr steht ein riesiger Fuhrpark zur Wahl - von Jeeps über Panzer verschiedener Größe. Sogar eine Lokomotive lässt sich steuern. Die Fortbewegungsmittel lassen sich entweder im "GTA"-Stil klauen oder mit auf dem Feld verdienten Geld erkaufen. Keine Angst - trotz der Kaufoption hat "The Outfit" nichts mit einer Wirtschaftssimulation gemein. Ebenso wenig mit einem waschechten Taktik-Spiel. Denn auch wenn es gilt, strategische Punkte zu erobern: Mit Waffengewalt ist geradeaus einfach der kürzeste Weg ans Ziel.

Heimische Hobby-Generäle können nicht nur Fahrzeuge requirieren, sondern auch Geschütze installieren und weitere Bodentruppen zur Verstärkung anfordern. Wie in einem Schlaraffenland für Militärfans fallen die gewählten Objekte einfach vom Himmel - per Fallschirm. THQ nennt das Ganze "Zerstörung auf Bestellung" und trifft den Nagel damit auf den Kopf. Trotz all dieser Optionen ist "The Outfit" aber keine Aufbausimulation - wenn schon, dann eine Abbausimulation, denn oft gilt es, die feindliche Infrastruktur so radikal wie möglich dem Erdboden gleich zu machen.

Hier zeigt sich die Grafik von "The Outfit" von ihrer schönsten Seite: Wenn die Waffen sprechen, bleibt kein Stein auf dem anderen. Die vom fetzigen Soundtrack geschürte Zerstörungswut kennt keine Grenzen: Zelte gehen in Flammen auf, Gemäuer zerbröckeln, Fässer explodieren und steigen in die Luft wie Feuerwerkskörper. Auch sonst glänzt das Spiel mit einer für das Third-Person-Genre bemerkenswerten Optik. Tiefenschärfe, glänzender Stahl und andere detaillierte Texturen führen deutlich vor Augen, dass es sich um einen Next-Gen-Titel handelt.

The Outfit

Hersteller/Vertrieb

Relic Entertainment/THQ

Genre

Action

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Punktabzug gibt es für die Steuerung: Die Spielfigur zielt trotz Fadenkreuz teilweise so präzise wie ein betrunkener Blinder. Und bei manchen Vehikeltypen fährt sie auch so. Doch damit kann man leben, denn alles in allem ist "The Outfit" ein äußerst turbulenter Action-Spaß, der mit vielseitigen Ideen für anhaltende Motivation sorgt. Mit Sicherheit wird auch der teambasierte Online-Modus viele Fans in der "Xbox live"-Community finden.

Michael Eichhammer/Teleschau TELESCHAU

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